DNS ist eines dieser Systeme, das beim normalen Surfen fast unsichtbar bleibt und trotzdem bei praktisch jedem Aufruf einer Website beteiligt ist.

Du gibst eine Adresse wie casiopeya.de in den Browser ein. Kurz darauf erscheint die Website. Damit das funktioniert, muss dein Computer jedoch zuerst herausfinden, welcher Server für diesen Namen zuständig ist.

Genau dabei hilft DNS.

DNS steht für Domain Name System. Vereinfacht gesagt verbindet es für Menschen verständliche Domainnamen mit den technischen Adressen und Diensten, die dahinterliegen.

Ohne DNS müssten wir uns für Websites Zahlenfolgen oder andere technische Adressen merken. Mit DNS genügt ein Name.

DNS verbindet Namen mit technischen Zielen

Computer kommunizieren im Internet über IP-Adressen.

Eine IPv4-Adresse kann beispielsweise so aussehen:

203.0.113.42

Eine IPv6-Adresse ist deutlich länger und kann beispielsweise ungefähr so aussehen:

2001:db8::42

Für Menschen sind solche Adressen unpraktisch.

Deshalb verwenden wir Domains wie:

casiopeya.de

DNS sorgt dafür, dass aus diesem Namen eine für Computer nutzbare Information wird.

Vereinfacht:

casiopeya.de
↓
DNS-Abfrage
↓
IP-Adresse des Servers
↓
Browser verbindet sich mit dem Server

DNS ist damit eine zentrale Vermittlungsschicht zwischen einem Domainnamen und der technischen Infrastruktur.

Die Domain allein kennt den Server nicht

Wer eine Domain registriert, hat zunächst einen Namen.

Dadurch weiß ein Browser noch nicht automatisch, wo die Website liegt.

Die Domain könnte auf einen Server in Wien zeigen, morgen auf einen Server in Frankfurt und nächste Woche auf einen Cloud-Dienst in Amsterdam.

Der Domainname bleibt dabei gleich.

Die Verbindung zwischen Name und Ziel wird über DNS hergestellt.

Deshalb lassen sich Domain und Hosting auch voneinander trennen.

Die Domain kann bei einem Registrar registriert sein, während die Website bei einem völlig anderen Anbieter läuft.

Mehr zu dieser Trennung erklären wir in Was ist eine Domain? und Was ist Webhosting?.

Was passiert bei einer DNS-Abfrage?

Wenn du eine Domain in deinen Browser eingibst, fragt dein Computer nicht bei einer einzigen zentralen DNS-Datenbank nach.

DNS ist hierarchisch und verteilt aufgebaut.

Der genaue Ablauf kann durch Zwischenspeicher stark verkürzt werden. Vereinfacht funktioniert die Namensauflösung jedoch so:

Der Browser beziehungsweise das Betriebssystem möchte wissen, welche Adresse zu einer Domain gehört.

Zunächst wird geprüft, ob die Antwort bereits lokal bekannt ist.

Ist sie nicht vorhanden, wird ein DNS-Resolver gefragt.

Dieser kann wiederum andere DNS-Server kontaktieren, bis er bei den autoritativen Nameservern landet, die für die betreffende Domain zuständig sind.

Dort erhält er die gesuchte Information.

Die Antwort wird zurückgegeben und normalerweise für eine bestimmte Zeit zwischengespeichert.

Der Browser kann anschließend den eigentlichen Webserver kontaktieren.

Was ist ein DNS-Resolver?

Ein DNS-Resolver nimmt DNS-Anfragen entgegen und versucht, die passende Antwort zu ermitteln.

Viele Internetzugänge verwenden standardmäßig Resolver des jeweiligen Internetproviders.

Es können aber auch andere DNS-Dienste genutzt werden.

Für den Benutzer arbeitet der Resolver im Hintergrund.

Wenn dein Rechner beispielsweise wissen möchte:

Welche IP-Adresse gehört zu example.de?

übernimmt der Resolver die eigentliche Suche.

Er prüft zunächst vorhandene Cache-Einträge und fragt bei Bedarf weitere DNS-Systeme ab.

DNS ist hierarchisch aufgebaut

Das Domain Name System arbeitet nicht als eine riesige flache Datenbank.

Die Struktur orientiert sich am Aufbau von Domains.

Nehmen wir:

www.example.de

Von rechts nach links finden wir:

.de

example

www

Die DNS-Hierarchie beginnt ganz oben bei sogenannten Root-Servern.

Darunter liegen die zuständigen Systeme für Top-Level-Domains wie .de.

Diese wiederum verweisen auf die Nameserver, die für example.de verantwortlich sind.

Dort liegen schließlich die konkreten DNS-Einträge.

Vereinfacht:

Root
↓
.de
↓
example.de
↓
www.example.de

Dadurch lässt sich DNS weltweit verteilen, ohne dass eine einzige Stelle sämtliche Detailinformationen des Internets verwalten müsste.

Was sind Nameserver?

Nameserver sind DNS-Server, die Informationen über Domains bereitstellen.

Für jede Domain muss festgelegt sein, welche Nameserver für ihre DNS-Zone zuständig sind.

Diese Nameserver könnten beispielsweise vom Domainregistrar stammen.

Sie können aber genauso bei einem spezialisierten DNS-Anbieter oder einem Hostingunternehmen betrieben werden.

Ein fiktives Beispiel wäre:

ns1.example-dns.de
ns2.example-dns.de

Dort werden anschließend die eigentlichen DNS-Einträge der Domain verwaltet.

Wer die Nameserver einer Domain kontrolliert, bestimmt also im Wesentlichen, welche DNS-Informationen für diese Domain veröffentlicht werden.

Was ist eine DNS-Zone?

Eine DNS-Zone enthält die DNS-Einträge, die für eine bestimmte Domain verwaltet werden.

Darin können beispielsweise Informationen für die Website, E-Mail-Systeme, Subdomains und Verifizierungsdienste stehen.

Eine stark vereinfachte Zone könnte ungefähr so aussehen:

@       A       203.0.113.42
www     CNAME   example.de
mail    A       203.0.113.50
@       MX      mail.example.de

Die konkrete Schreibweise unterscheidet sich je nach Verwaltungsoberfläche.

Entscheidend ist das Prinzip: Jeder Eintrag beschreibt eine bestimmte Beziehung oder Aufgabe.

Was bedeutet das @-Zeichen in DNS-Verwaltungen?

Viele DNS-Oberflächen verwenden @ als Kurzschreibweise für die eigentliche Hauptdomain.

Bei example.de steht @ also sinngemäß für:

example.de

Ein Eintrag wie:

@   A   203.0.113.42

bedeutet dann:

example.de soll auf diese IPv4-Adresse zeigen.

Das @ ist keine Subdomain und wird später auch nicht Bestandteil der URL.

Es ist lediglich eine praktische Schreibweise innerhalb der DNS-Verwaltung.

Was ist ein A-Record?

Ein A-Record verbindet einen Namen mit einer IPv4-Adresse.

Beispielsweise:

example.de
↓
203.0.113.42

In einer DNS-Verwaltung könnte das so aussehen:

@   A   203.0.113.42

Ein Browser, der example.de aufrufen möchte, kann dadurch die IPv4-Adresse des zuständigen Servers erhalten.

Der A-Record gehört deshalb zu den wichtigsten DNS-Eintragstypen für Websites.

Was ist ein AAAA-Record?

Der AAAA-Record erfüllt eine ähnliche Aufgabe wie der A-Record, verwendet jedoch IPv6.

Ein Eintrag könnte beispielsweise auf folgende Adresse zeigen:

2001:db8::42

Wenn ein Server sowohl über IPv4 als auch über IPv6 erreichbar ist, können A- und AAAA-Einträge parallel existieren.

A steht damit praktisch für IPv4, AAAA für IPv6.

Warum der Eintrag vier A enthält, ist vor allem historisch bedingt: Eine IPv6-Adresse ist mit 128 Bit viermal so groß wie eine 32-Bit-IPv4-Adresse.

Für die praktische DNS-Verwaltung genügt meistens die Unterscheidung zwischen den beiden Adresstypen.

Was ist ein CNAME-Record?

Ein CNAME-Record verweist nicht direkt auf eine IP-Adresse, sondern auf einen anderen Namen.

Typischer Anwendungsfall:

www.example.de

soll dasselbe Ziel verwenden wie:

example.de

Dann könnte ein CNAME eingerichtet werden:

www   CNAME   example.de

Der Vorteil besteht darin, dass die IP-Adresse nicht an mehreren Stellen gepflegt werden muss.

Ändert sich das Ziel der Hauptdomain, kann die www-Variante weiterhin auf deren Namen zeigen.

CNAME-Einträge werden auch häufig verwendet, um Subdomains mit externen Diensten zu verbinden.

CNAME ist keine HTTP-Weiterleitung

Dieser Unterschied führt oft zu Verwirrung.

Ein CNAME verändert nicht die sichtbare URL im Browser.

Wenn

shop.example.de

per CNAME auf einen anderen Hostnamen zeigt, bleibt im Browser normalerweise weiterhin:

shop.example.de

sichtbar.

Eine HTTP-Weiterleitung funktioniert dagegen anders.

Sie weist den Browser an, eine andere URL aufzurufen.

Beispielsweise:

example.de
↓ 301
www.example.de

DNS bestimmt also, wo ein Name technisch aufgelöst wird.

HTTP-Weiterleitungen bestimmen, welche URL ein Browser anschließend aufrufen soll.

Was ist ein MX-Record?

MX steht für Mail Exchange.

Ein MX-Record legt fest, welche Mailserver E-Mails für eine Domain entgegennehmen sollen.

Wenn jemand eine Nachricht an:

name@example.de

sendet, muss das sendende Mail-System herausfinden, welcher Server für E-Mails an example.de zuständig ist.

Dafür werden die MX-Einträge der Domain abgefragt.

Ein vereinfachtes Beispiel:

example.de   MX   mail.example.de

Es können mehrere MX-Einträge existieren.

Dabei werden normalerweise Prioritäten angegeben.

Ein System kann dadurch einen bevorzugten Mailserver und zusätzliche Ersatzserver definieren.

Website und E-Mail können auf unterschiedlichen Servern liegen

DNS macht es möglich, verschiedene Dienste einer Domain unabhängig voneinander zu betreiben.

Beispielsweise:

Website:
example.de
→ Webserver A

E-Mail:
name@example.de
→ Mailserver B

Die Website könnte bei einem Hostingunternehmen laufen.

Die E-Mails könnten gleichzeitig über Microsoft 365, Google Workspace oder einen eigenen Mailserver verarbeitet werden.

Beides verwendet dieselbe Domain, aber unterschiedliche DNS-Einträge.

Das ist einer der Gründe, warum beim Ändern von DNS besondere Vorsicht sinnvoll ist: Wer versehentlich MX-Einträge löscht, kann die E-Mail-Funktion beeinträchtigen, obwohl die Website weiterhin funktioniert.

Was ist ein TXT-Record?

TXT-Einträge können frei definierbare Textinformationen enthalten.

Ursprünglich waren sie für allgemeine Informationen gedacht. Heute werden sie häufig für technische Prüfungen und Sicherheitsmechanismen eingesetzt.

Typische Anwendungen sind:

Domainverifizierung,

E-Mail-Authentifizierung,

SPF,

DKIM-bezogene Informationen,

DMARC,

Bestätigung gegenüber Suchmaschinen oder Cloud-Diensten.

Ein Dienst könnte beispielsweise verlangen, dass ein bestimmter Text in DNS eingetragen wird.

Findet er diesen später öffentlich, kann er davon ausgehen, dass der Benutzer zumindest Kontrolle über die DNS-Konfiguration der Domain besitzt.

Was ist ein SPF-Eintrag?

SPF steht für Sender Policy Framework.

Damit kann eine Domain angeben, welche Server berechtigt sind, E-Mails in ihrem Namen zu versenden.

SPF wird heute üblicherweise über einen TXT-Eintrag veröffentlicht.

Dadurch können empfangende Mailserver prüfen, ob eine Nachricht von einem grundsätzlich autorisierten System kommt.

SPF allein verhindert E-Mail-Fälschungen nicht vollständig, ist aber ein wichtiger Bestandteil moderner Mail-Authentifizierung.

Was sind DKIM und DMARC?

DKIM und DMARC ergänzen andere Mechanismen zur E-Mail-Authentifizierung.

DKIM ermöglicht es, ausgehende E-Mails kryptografisch zu signieren. Der öffentliche Schlüssel beziehungsweise entsprechende Verweise werden über DNS bereitgestellt.

DMARC legt Regeln fest, wie empfangende Systeme mit Nachrichten umgehen sollen, die bestimmte Authentifizierungsprüfungen nicht bestehen. Außerdem können Berichte über solche Vorgänge angefordert werden.

Damit wird deutlich: DNS ist längst nicht nur für Websites zuständig.

Es spielt auch für den zuverlässigen und sicheren E-Mail-Verkehr eine wichtige Rolle.

Was ist ein NS-Record?

NS steht für Nameserver.

NS-Einträge geben an, welche Nameserver für eine DNS-Zone zuständig sind.

Sie bilden damit einen Teil der Delegation innerhalb des DNS-Systems.

Wenn die Nameserver eines DNS-Anbieters verwendet werden, zeigen entsprechende NS-Informationen auf dessen Systeme.

Ein Wechsel des DNS-Anbieters kann deshalb bedeuten, dass die Nameserver der Domain geändert werden müssen.

Dabei sollten alle benötigten DNS-Einträge zuvor auf dem neuen System vollständig eingerichtet sein.

Was ist ein SRV-Record?

SRV-Records können festlegen, welcher Server einen bestimmten Dienst bereitstellt.

Dabei können zusätzlich Informationen wie Portnummern und Prioritäten angegeben werden.

Sie werden beispielsweise von bestimmten Kommunikations-, Verzeichnis- oder Unternehmensdiensten verwendet.

Für einfache Websites begegnen sie einem seltener als A-, AAAA-, CNAME-, MX- oder TXT-Einträge.

Wer komplexere Dienste unter einer Domain betreibt, kann jedoch durchaus mit SRV-Einträgen arbeiten.

Was bedeutet TTL?

DNS-Antworten werden zwischengespeichert.

Damit ein System weiß, wie lange es eine Antwort verwenden darf, besitzen DNS-Einträge eine sogenannte TTL.

TTL steht für Time to Live.

Eine TTL von 3600 Sekunden bedeutet beispielsweise, dass eine Antwort typischerweise bis zu einer Stunde zwischengespeichert werden darf.

Danach muss sie erneut abgefragt werden.

Niedrige TTL-Werte können dazu führen, dass Änderungen schneller allgemein sichtbar werden.

Sie erzeugen dafür häufiger DNS-Abfragen.

Hohe TTL-Werte reduzieren Abfragen, können aber dazu führen, dass alte Informationen nach einer Änderung länger verwendet werden.

Warum DNS-Änderungen nicht sofort überall sichtbar sind

Angenommen, eine Website zieht auf einen neuen Server um.

Der bisherige A-Record zeigt auf:

203.0.113.10

Nun wird er auf:

203.0.113.20

geändert.

Ein DNS-Resolver, der den alten Eintrag erst wenige Minuten zuvor abgefragt hat, kann ihn weiterhin im Cache besitzen.

Solange die TTL noch nicht abgelaufen ist, fragt er möglicherweise nicht erneut nach.

Dadurch kann ein Benutzer bereits die neue Website sehen, während ein anderer noch den alten Server erreicht.

Umgangssprachlich wird häufig gesagt, die DNS-Änderung müsse sich erst „im Internet verbreiten“.

Präziser ist: Alte zwischengespeicherte Antworten müssen auslaufen.

Was bedeutet DNS-Propagation?

Der Begriff DNS-Propagation beschreibt genau dieses Phänomen.

Technisch wird nicht zwingend ein neuer Datensatz aktiv an alle Server der Welt verteilt.

Vielmehr aktualisieren sich Informationen nach und nach, wenn bestehende Cache-Einträge ablaufen und neue Abfragen durchgeführt werden.

Wie lange das dauert, hängt insbesondere von den zuvor geltenden TTL-Werten und den beteiligten Cache-Systemen ab.

Deshalb kann die Aussage „DNS dauert immer 24 bis 48 Stunden“ irreführend sein.

Manche Änderungen sind sehr schnell sichtbar.

Andere alte Antworten können wesentlich länger im Umlauf bleiben.

Wie plant man einen Serverumzug mit DNS?

Ein sauber geplanter Umzug beginnt nicht erst mit der Änderung des A-Records.

Zunächst sollte die neue Website auf dem Zielserver vollständig vorbereitet werden.

Erst danach wird DNS auf das neue System umgestellt.

Der alte Server sollte anschließend noch eine Zeit lang erreichbar bleiben.

So werden Besucher, deren DNS-Resolver noch eine ältere Antwort im Cache besitzt, nicht sofort mit einem Fehler konfrontiert.

Bei wichtigen Umzügen kann außerdem bereits vorab die TTL reduziert werden.

Nach einer ausreichenden Wartezeit besitzen dann viele Resolver nur noch relativ kurz gültige Cache-Einträge.

Der eigentliche Wechsel kann dadurch schneller sichtbar werden.

Nach dem Umzug lässt sich die TTL wieder auf einen normalen Wert erhöhen.

Was passiert, wenn DNS falsch konfiguriert ist?

DNS-Fehler können sehr unterschiedlich aussehen.

Eine Website ist gar nicht erreichbar.

Die Domain zeigt auf den falschen Server.

Nur www.example.de funktioniert, aber example.de nicht.

Eine Subdomain führt ins Leere.

E-Mails kommen nicht mehr an.

Ein externer Dienst kann die Domain nicht bestätigen.

Besucher sehen noch eine alte Website.

Ein Zertifikat kann nicht korrekt ausgestellt werden.

Solche Fehler wirken auf den ersten Blick häufig wie Hosting- oder WordPress-Probleme.

Tatsächlich liegt die Ursache manchmal ausschließlich in einem falschen oder fehlenden DNS-Eintrag.

DNS und WordPress sind voneinander getrennt

WordPress verwaltet normalerweise nicht die grundlegende DNS-Zone einer Domain.

Das ist wichtig für die Fehlersuche.

Wenn deine Domain überhaupt nicht auf den richtigen Server zeigt, kann ein WordPress-Plugin dieses Problem normalerweise nicht lösen.

Die Kette sieht vielmehr so aus:

Domain
↓
DNS
↓
Server
↓
Webserver
↓
WordPress

WordPress kommt also erst ins Spiel, nachdem DNS den Besucher grundsätzlich zum richtigen System geführt hat.

Wer diese Ebenen auseinanderhält, kann technische Probleme erheblich schneller einordnen.

Wie finde ich heraus, welche DNS-Einträge eine Domain hat?

DNS-Informationen sind grundsätzlich öffentlich abfragbar.

Dafür existieren verschiedene Werkzeuge.

Auf vielen Betriebssystemen lassen sich Befehle wie nslookup oder dig verwenden.

Eine einfache Abfrage könnte beispielsweise zeigen, welche IP-Adresse hinter einer Domain liegt.

Auch zahlreiche Online-Dienste können DNS-Einträge darstellen.

Wichtig ist dabei, zwischen öffentlich verfügbaren DNS-Informationen und internen Informationen des Hosting- oder Serversystems zu unterscheiden.

DNS zeigt, was veröffentlicht wurde.

Es verrät nicht automatisch die gesamte technische Infrastruktur hinter einer Website.

Was ist ein DNS-Cache?

DNS-Abfragen werden an mehreren Stellen zwischengespeichert.

Das kann beispielsweise geschehen:

im Browser,

im Betriebssystem,

im Router,

beim DNS-Resolver,

in anderen Teilen der DNS-Infrastruktur.

Dadurch muss dieselbe Namensauflösung nicht bei jedem Seitenaufruf vollständig neu durchgeführt werden.

Das spart Zeit und reduziert Last.

Der Nachteil wird nach Änderungen sichtbar: Manche Geräte verwenden vorübergehend noch ältere Informationen.

Ein lokaler DNS-Cache kann in bestimmten Situationen geleert werden, sollte aber nicht automatisch als Lösung für jedes DNS-Problem betrachtet werden.

Wenn ein externer Resolver noch einen gültigen Cache-Eintrag besitzt, ändert das Löschen des lokalen Caches daran nichts.

Was ist ein DNS-Anbieter?

Die DNS-Zone muss nicht zwangsläufig beim Domainregistrar betrieben werden.

Es gibt spezialisierte DNS-Anbieter, die Nameserver und Verwaltungsoberflächen bereitstellen.

Ein Domaininhaber kann dann beispielsweise:

die Domain bei Registrar A registrieren,

DNS bei Anbieter B verwalten,

die Website bei Hoster C betreiben

und E-Mail über Dienst D abwickeln.

Das klingt zunächst kompliziert, macht große Systeme aber flexibler.

Die einzelnen Bestandteile lassen sich unabhängig austauschen.

Warum sollte man DNS-Einträge dokumentieren?

Bei einer kleinen Website mit zwei Einträgen wirkt Dokumentation übertrieben.

Mit zunehmender Zahl von Diensten ändert sich das schnell.

Vielleicht existieren irgendwann:

Webserver,

Mailserver,

Newsletterdienst,

Microsoft 365,

Google Search Console,

CDN,

Shop,

Supportsystem,

Verifizierungsrecords,

Subdomains,

API-Endpunkte.

Dann kann ein scheinbar bedeutungsloser TXT- oder CNAME-Eintrag für einen wichtigen Dienst erforderlich sein.

Wer DNS zu einem anderen Anbieter umzieht und nur die offensichtlichen Website-Einträge kopiert, kann dadurch unbeabsichtigt andere Systeme beschädigen.

Vor Änderungen sollte deshalb möglichst bekannt sein, wofür vorhandene Records verwendet werden.

Kann man DNS selbst verwalten?

Ja.

Für normale Websites ist die grundlegende DNS-Verwaltung gut erlernbar.

Die meisten Aufgaben beschränken sich auf wenige Eintragstypen.

Besonders wichtig ist dabei weniger technisches Spezialwissen als sorgfältiges Arbeiten.

Ein Tippfehler in einer IP-Adresse oder das versehentliche Löschen eines MX-Records kann sofort Auswirkungen haben.

Deshalb lohnt sich bei Änderungen ein einfaches Vorgehen:

bestehende Konfiguration sichern,

Änderung dokumentieren,

nur die notwendigen Records verändern,

anschließend Funktion prüfen.

DNS ist keine Suchmaschinenoptimierung

DNS-Konfiguration kann dafür sorgen, dass eine Website technisch zuverlässig erreichbar ist.

Sie ersetzt aber keine SEO-Strategie.

Ein bestimmter DNS-Anbieter oder eine besonders niedrige TTL sorgt nicht automatisch für bessere Rankings.

Relevant wird DNS eher indirekt.

Fehlerhafte Namensauflösung, lange Ausfälle oder falsch konfigurierte Varianten einer Website können natürlich zu Problemen führen.

Eine saubere DNS-Struktur gehört deshalb zur technischen Grundlage einer professionell betriebenen Website, ist aber kein SEO-Trick.

DNS kann auch für Sicherheit wichtig sein

DNS ist ein kritischer Bestandteil einer Domain.

Wer Kontrolle über die DNS-Konfiguration erhält, kann unter Umständen Traffic zu anderen Servern lenken oder wichtige Dienste verändern.

Deshalb sollte das Konto beim Registrar beziehungsweise DNS-Anbieter besonders gut geschützt werden.

Sinnvoll sind unter anderem starke, einzigartige Passwörter und Mehrfaktor-Authentifizierung.

Auch Änderungen sollten nachvollziehbar sein.

Bei geschäftskritischen Domains ist der Zugriff auf die DNS-Verwaltung mindestens ebenso sensibel wie der administrative Zugang zur Website selbst.

Was unterscheidet DNS von einer Hosts-Datei?

Computer können Namen auch lokal bestimmten IP-Adressen zuordnen.

Dafür existiert unter anderem die sogenannte Hosts-Datei.

Ein lokaler Eintrag kann beispielsweise bewirken, dass dein eigener Computer example.de mit einer bestimmten IP-Adresse verbindet, unabhängig davon, was öffentlich in DNS steht.

Das ist für Tests sehr praktisch.

So lässt sich eine Website auf einem neuen Server überprüfen, bevor öffentliches DNS umgestellt wird.

Die Änderung gilt dann jedoch nur für das entsprechend konfigurierte Gerät.

DNS dagegen stellt die Namensauflösung grundsätzlich für andere Systeme im Netzwerk beziehungsweise Internet bereit.

Was unterscheidet DNS von einer URL?

Auch diese Begriffe werden gelegentlich vermischt.

casiopeya.de ist eine Domain.

https://casiopeya.de/wissen/was-ist-dns/ ist eine vollständige URL.

DNS kümmert sich im Wesentlichen um den Domain- beziehungsweise Hostnamen.

Der Pfad:

/wissen/was-ist-dns/

wird erst später vom Webserver beziehungsweise der Webanwendung verarbeitet.

DNS kennt also normalerweise nicht einzelne WordPress-Beiträge.

Es bringt die Anfrage zum zuständigen Server.

Dieser entscheidet anschließend, welcher Inhalt zur angeforderten URL gehört.

Was du dir über DNS merken solltest

DNS verbindet Namen mit technischer Infrastruktur.

Die wichtigsten Zusammenhänge lassen sich auf wenige Punkte reduzieren:

Eine Domain ist zunächst ein Name.

DNS bestimmt, welche technischen Ziele zu diesem Namen gehören.

A- und AAAA-Einträge verweisen auf IP-Adressen.

CNAME-Einträge verweisen auf andere Namen.

MX-Einträge bestimmen Mailserver.

TXT-Einträge werden unter anderem für Verifizierung und E-Mail-Sicherheit verwendet.

Nameserver stellen die DNS-Zone bereit.

TTL-Werte bestimmen, wie lange Antworten zwischengespeichert werden dürfen.

Wenn diese Grundlagen sitzen, wirken DNS-Verwaltungsoberflächen plötzlich deutlich weniger kryptisch.