Ein WordPress-Theme bestimmt, wie eine Website dargestellt wird. Es beeinflusst Farben, Typografie und Layout, aber seine Aufgabe reicht deutlich weiter. Ein Theme legt auch fest, welche Templates für Beiträge, Seiten, Archive oder Suchergebnisse zur Verfügung stehen und wie unterschiedliche Inhalte innerhalb der Website angeordnet werden.

Deshalb ist ein Theme mehr als eine fertige Designvorlage. Es bildet eine wichtige Schicht zwischen den in WordPress gespeicherten Inhalten und dem, was Besucher schließlich im Browser sehen. WordPress unterscheidet heute grundsätzlich zwischen klassischen Themes und Block-Themes. Block-Themes verwenden Blocks auch für Bereiche wie Header, Navigation und Footer und können über den Site Editor umfangreich bearbeitet werden. (WordPress.org)

Das Theme ist nicht der Inhalt

Einer der wichtigsten Grundsätze beim Arbeiten mit WordPress lautet: Inhalt und Darstellung sind zwei verschiedene Dinge.

Ein Artikel mit seiner Überschrift, seinem Text und seinen Bildern wird nicht automatisch Bestandteil des Themes. Viele dieser Informationen liegen in der WordPress-Datenbank beziehungsweise in der Mediathek.

Das Theme entscheidet anschließend, wie diese Informationen dargestellt werden.

Vereinfacht:

Inhalte
↓
WordPress
↓
Theme
↓
sichtbare Webseite

Diese Trennung ist wichtig, weil dadurch das Erscheinungsbild einer Website verändert werden kann, ohne sämtliche Inhalte neu anzulegen.

Was macht ein WordPress-Theme konkret?

Themes stellen die Templates und Gestaltungsregeln bereit, mit denen WordPress Inhalte ausgibt. WordPress wählt abhängig von der aufgerufenen Seite ein passendes Template aus; unterschiedliche Templates können beispielsweise für einzelne Beiträge, Seiten, Suchergebnisse, Archive oder Fehlerseiten verwendet werden. (WordPress Developer Resources)

Ein Theme kann außerdem definieren, wie breit der Inhaltsbereich ist, welche Schriftarten verwendet werden, wie Navigationen aussehen, welche Abstände gelten und wie einzelne Elemente auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen dargestellt werden.

Damit bildet das Theme einen wesentlichen Teil der visuellen Identität einer WordPress-Website.

Ein Theme ist keine fertige Website

In Theme-Demos sieht man häufig perfekt gestaltete Startseiten mit großen Bildern, Testimonials, Produktboxen, Teammitgliedern und sorgfältig ausgewählten Beispieltexten.

Nach der Installation desselben Themes kann die eigene Website völlig anders aussehen.

Der Grund ist einfach: Die Demo besteht nicht nur aus dem Theme.

Sie enthält zusätzlich Inhalte, Bilder, Einstellungen, Menüs und möglicherweise Plugins oder importierte Beispieldaten.

Das Theme liefert den gestalterischen und technischen Rahmen.

Die tatsächliche Website entsteht erst durch das Zusammenspiel von Theme, WordPress, Inhalten, Einstellungen und gegebenenfalls Plugins.

Warum Theme-Demos täuschen können

Eine Demo beantwortet vor allem eine Frage:

Was lässt sich mit diesem Theme gestalten?

Sie beantwortet nicht automatisch:

Wie sieht meine Website unmittelbar nach der Installation aus?

Demos werden gezielt gestaltet, um ein Theme attraktiv zu präsentieren. Dafür werden besonders passende Bilder, sorgfältig abgestimmte Texte und ideale Inhaltsmengen verwendet.

Bei der Auswahl eines Themes sollte deshalb nicht nur beurteilt werden, ob die Demo gefällt.

Interessanter ist:

Wie flexibel ist die Grundstruktur?

Wie gut lassen sich eigene Inhalte darstellen?

Wie sauber funktioniert das Theme ohne unnötige Zusatzfunktionen?

Und wie leicht lässt es sich später verändern?

Klassische Themes und Block-Themes

WordPress unterstützt zwei primäre Theme-Arten: klassische Themes und Block-Themes. Klassische Themes verwenden traditionell PHP-basierte Templates; Block-Themes verwenden blockbasierte HTML-Templates und ermöglichen die Bearbeitung sämtlicher Website-Bereiche über den Site Editor. (WordPress Developer Resources)

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich auch die Bedienung unterscheidet.

Bei einem klassischen Theme werden viele Einstellungen über Theme-Optionen, den Customizer oder spezielle Verwaltungsbereiche vorgenommen.

Bei einem Block-Theme können Header, Footer, Templates und globale Styles stärker direkt mit WordPress-Blöcken gestaltet werden. (WordPress.org)

Was ist ein klassisches WordPress-Theme?

Klassische Themes sind die traditionelle Form von WordPress-Themes.

Ihre Templates bestehen überwiegend aus PHP-Dateien, die HTML mit WordPress-Funktionen kombinieren. Je nachdem, welche Art von Inhalt aufgerufen wird, verwendet WordPress unterschiedliche Template-Dateien. (WordPress Developer Resources)

Ein klassisches Theme kann beispielsweise Dateien besitzen wie:

index.php
single.php
page.php
archive.php
search.php
404.php

Welche Datei tatsächlich verwendet wird, entscheidet WordPress über seine Template-Hierarchie. (WordPress Developer Resources)

Klassische Themes sind nicht automatisch veraltet

„Klassisch“ bedeutet nicht automatisch schlecht oder unbrauchbar.

Viele etablierte WordPress-Websites arbeiten weiterhin mit klassischen oder hybriden Themes. Klassische Themes können außerdem moderne WordPress-Funktionen unterstützen und beispielsweise eine theme.json verwenden. WordPress selbst unterscheidet deshalb nicht einfach zwischen „alt“ und „neu“, sondern zwischen unterschiedlichen Theme-Architekturen. (WordPress Developer Resources)

Bei einer bestehenden Website gibt es daher keinen Grund, ein funktionierendes Theme allein deshalb auszutauschen, weil Block-Themes inzwischen die modernere Theme-Architektur darstellen.

Was ist ein Block-Theme?

Ein Block-Theme verwendet WordPress-Blöcke nicht nur innerhalb von Beiträgen und Seiten, sondern auch für die Website-Struktur selbst.

Header, Navigation, Footer und Templates können dadurch aus Blocks bestehen. Der Site Editor ermöglicht es, solche Bereiche innerhalb von WordPress zu bearbeiten. (WordPress.org)

Ein Header kann beispielsweise aus folgenden Blöcken bestehen:

Gruppe
├── Website-Logo
├── Website-Titel
└── Navigation

Der Footer könnte wiederum eine andere Blockstruktur besitzen.

Damit wird die Grenze zwischen Inhaltseditor und Themegestaltung deutlich durchlässiger.

Der Site Editor verändert die Theme-Anpassung

Bei Block-Themes kann der Site Editor verwendet werden, um Templates und globale Bereiche der Website zu bearbeiten. Dazu gehören unter anderem Header, Footer und vollständige Seitenlayouts. (WordPress.org)

Damit lässt sich beispielsweise verändern, wie ein einzelner Artikel grundsätzlich aufgebaut ist.

Man könnte festlegen:

Header

Beitragstitel
Autor und Datum
Beitragsbild
Inhalt
Verwandte Beiträge

Footer

Diese Struktur gilt anschließend für Beiträge, die dieses Template verwenden.

Man bearbeitet damit nicht einen einzelnen Artikel, sondern die Vorlage, nach der entsprechende Artikel dargestellt werden.

Templates sind die Baupläne der Website

Ein Template beschreibt, wie eine bestimmte Art von Seite aufgebaut werden soll.

WordPress kann beispielsweise unterschiedliche Templates verwenden für:

einzelne Beiträge,

normale Seiten,

Archive,

Suchergebnisse,

404-Seiten.

Bei klassischen Themes bestehen solche Templates hauptsächlich aus PHP-Dateien. Bei Block-Themes bestehen sie aus HTML-Dateien mit Block-Markup. (WordPress Developer Resources)

Der Inhalt eines Beitrags bleibt dabei unabhängig vom Template.

Das Template bestimmt, an welcher Stelle dieser Inhalt erscheint und welche weiteren Elemente rundherum angezeigt werden.

Was sind Template Parts?

Viele Bereiche einer Website wiederholen sich.

Der Header erscheint möglicherweise auf hunderten Seiten.

Dasselbe gilt für den Footer.

Es wäre unpraktisch, diese Bereiche in jedem einzelnen Template separat zu pflegen.

Deshalb können Themes wiederverwendbare Bestandteile einsetzen.

Bei Block-Themes werden solche Bereiche unter anderem als Template Parts organisiert. WordPress nennt Header und Footer ausdrücklich als typische Anwendungsfälle. (WordPress.org)

Ändert sich der Header, kann die Änderung dadurch an allen Stellen wirksam werden, die denselben Bestandteil verwenden.

Was ist die Template-Hierarchie?

WordPress muss bei jedem Seitenaufruf entscheiden, welches Template verwendet werden soll.

Dafür existiert die sogenannte Template-Hierarchie.

Sie legt fest, welche Vorlage WordPress abhängig von der jeweiligen Anfrage sucht und welche allgemeinere Vorlage als Ersatz verwendet wird, wenn keine speziellere existiert. (WordPress Developer Resources)

Ein Theme kann dadurch beispielsweise eine allgemeine Darstellung für Archive besitzen und gleichzeitig eine speziellere Vorlage für bestimmte Archivtypen anbieten.

Das System ermöglicht sehr flexible Designs, ohne dass für jede einzelne Seite ein eigenes Template erstellt werden muss.

Was ist theme.json?

theme.json ist eine WordPress-Konfigurationsdatei, über die Themes globale Einstellungen und Styles definieren können. Sie funktioniert sowohl mit Block-Themes als auch mit klassischen Themes. (WordPress Developer Resources)

Damit können unter anderem Einstellungen für Farben, Typografie, Abstände und verfügbare Gestaltungsmöglichkeiten festgelegt werden. Bei Block-Themes ist die Datei besonders wichtig, weil sie viele globale Designentscheidungen zentral steuern kann. (WordPress Developer Resources)

Vereinfacht kann man sich theme.json als einen Ort vorstellen, an dem das visuelle Regelwerk einer Website beschrieben wird.

Globale Styles verhindern Design-Chaos

Eine Website wirkt meistens professioneller, wenn nicht jeder einzelne Artikel beliebige Farben, Schriftgrößen und Abstände verwendet.

Ein konsistentes Design könnte beispielsweise definieren:

Hauptfarbe,

Akzentfarbe,

Textfarbe,

Überschriftenschrift,

Fließtextschrift,

Standardabstände,

maximale Inhaltsbreite.

Bei modernen WordPress-Themes können solche Entscheidungen über globale Einstellungen zentral festgelegt werden. Block-Themes bieten dafür unter anderem die Styles-Funktion des Site Editors; Theme-Entwickler können entsprechende Vorgaben über theme.json definieren. (WordPress.org)

Das ist wesentlich sauberer, als jede einzelne Seite unabhängig zu gestalten.

Ein gutes Theme lässt Inhalte arbeiten

Ein Theme sollte den Inhalt unterstützen und nicht permanent um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Das klingt selbstverständlich, wird aber bei der Theme-Auswahl häufig vergessen.

Eine Wissensseite braucht beispielsweise vor allem:

gute Lesbarkeit,

klare Navigation,

erkennbare Überschriftenhierarchie,

angenehme Zeilenlängen,

ausreichende Abstände,

eine überzeugende Darstellung auf Smartphones.

Aufwendige Animationen, riesige Slider oder zehn verschiedene Kartenlayouts verbessern einen Wissensartikel dagegen nicht automatisch.

Design sollte eine Aufgabe lösen.

Mobile Darstellung ist keine Zusatzfunktion

Websites werden auf sehr unterschiedlichen Bildschirmgrößen betrachtet.

Ein gutes Theme muss deshalb mit schmalen Smartphone-Displays ebenso umgehen können wie mit großen Desktop-Bildschirmen.

Dabei genügt es nicht, eine Desktopseite einfach proportional kleiner darzustellen.

Navigationen müssen bedienbar bleiben.

Text darf nicht zu klein werden.

Bilder müssen sich anpassen.

Spalten müssen sinnvoll umbrechen.

Buttons benötigen ausreichend Platz.

Responsive Webdesign gehört deshalb zu den grundlegenden Anforderungen an ein modernes WordPress-Theme.

Typografie ist wichtiger als spektakuläre Effekte

Ein großer Teil vieler Websites besteht aus Text.

Trotzdem wird bei der Theme-Auswahl häufig zuerst auf Farben, Hero-Bilder und Animationen geschaut.

Für ein Wissensportal ist Typografie wesentlich wichtiger.

Entscheidend sind unter anderem:

Schriftgröße,

Zeilenhöhe,

Zeilenlänge,

Kontrast,

Abstände,

Hierarchie zwischen Überschriften und Fließtext.

Ein Theme, das Texte angenehm lesbar präsentiert, kann unspektakulär wirken und trotzdem wesentlich besser funktionieren als eine visuell beeindruckende Demo.

Ein Theme beeinflusst die Performance

Themes bringen CSS, JavaScript, Schriftarten, Templates und möglicherweise zusätzliche Funktionen mit.

Wie umfangreich diese Ressourcen ausfallen, hängt stark vom Theme ab.

Ein sehr flexibles Theme kann beispielsweise Funktionen für Shops, Portfolios, Animationen, Slider und zahlreiche Layoutvarianten bereitstellen, obwohl die konkrete Website nur einen kleinen Teil davon verwendet.

Mehr Funktionen bedeuten nicht zwangsläufig eine langsame Website. Trotzdem sollte ein Theme keine unnötige technische Last erzeugen.

Performance entsteht aus dem gesamten System – Hosting, Theme, Plugins, Bilder, Datenbank, Caching und externe Dienste arbeiten zusammen.

Diesen Zusammenhang vertiefen wir in Warum Websites langsam werden.

Mehr Theme-Funktionen sind nicht automatisch besser

Beim Vergleich von Themes sehen lange Funktionslisten attraktiv aus.

40 Header-Varianten.

200 Vorlagen.

70 Widgets.

Animationssystem.

Popup-Builder.

Mega-Menü.

Portfolio.

Testimonials.

Eigene Formulare.

Die entscheidende Frage lautet allerdings:

Braucht die Website diese Funktionen?

Jede zusätzliche Spezialfunktion schafft potenziell eine Abhängigkeit.

Bei einem Theme sollte deshalb nicht die maximale Funktionszahl das Ziel sein, sondern eine gute Basis für das tatsächliche Projekt.

Theme und Plugin sollten unterschiedliche Aufgaben übernehmen

Eine sinnvolle Grundregel lautet:

Darstellung gehört ins Theme. Dauerhafte Funktionalität gehört eher in ein Plugin.

Ein Kontaktformular ist beispielsweise eine Funktion.

Ein Veranstaltungskalender ist eine Funktion.

Ein Shop ist eine Funktion.

Die Schriftgestaltung eines Artikels ist dagegen Darstellung.

Diese Grenzen sind in WordPress nicht immer vollkommen sauber. Trotzdem hilft das Prinzip dabei, Websites wartbarer zu machen.

Wenn ein Theme gewechselt wird, sollten wichtige Funktionen möglichst weiterhin vorhanden sein.

Warum Theme-Lock-in problematisch sein kann

Ein Theme-Lock-in entsteht, wenn Inhalte oder Funktionen so stark vom aktuellen Theme abhängig werden, dass ein Wechsel schwierig wird.

Angenommen, ein Theme besitzt einen eigenen Shortcode:

[team_member name="Anna"]

Hunderte Seiten verwenden ihn.

Wird das Theme später deaktiviert und stellt kein anderes System diesen Shortcode bereit, können die Inhalte beschädigt oder unverständlich erscheinen.

Ähnliche Abhängigkeiten können durch proprietäre Layoutelemente oder Theme-spezifische Inhaltsstrukturen entstehen.

Je länger eine Website betrieben werden soll, desto wichtiger ist deshalb Portabilität.

Was passiert beim Wechsel eines Themes?

Beim Themewechsel werden Beiträge und Seiten normalerweise nicht gelöscht.

WordPress verwendet weiterhin die gespeicherten Inhalte, stellt sie anschließend jedoch mit dem neuen Theme dar.

Trotzdem kann sich die Website erheblich verändern.

Möglicherweise unterscheiden sich:

Navigation,

Widgetbereiche,

Templates,

Schriftarten,

Farben,

Bildgrößen,

Theme-spezifische Funktionen,

Seitenlayouts.

Ein Themewechsel sollte deshalb bei einer wichtigen Website nicht unvorbereitet direkt im laufenden System durchgeführt werden.

Themewechsel zuerst auf einer Testumgebung prüfen

Eine Staging-Website ist für einen größeren Themewechsel besonders hilfreich.

Dort kann überprüft werden:

Wie sehen bestehende Artikel aus?

Funktionieren Navigation und Footer?

Was geschieht mit Startseite und Archiven?

Sind spezielle Inhaltselemente weiterhin vorhanden?

Wie verändert sich die mobile Darstellung?

Gibt es technische Fehler?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, sollte der Wechsel auf der öffentlichen Website erfolgen.

So wird aus einem Themewechsel ein kontrollierbares Projekt statt eines Experiments am Livesystem.

Was ist ein Child Theme?

Ein Child Theme ist ein Theme, das auf einem anderen Theme – dem Parent Theme – aufbaut und dieses gezielt erweitert oder überschreibt. Dadurch können Änderungen vorgenommen werden, ohne den Code des Parent Themes direkt bearbeiten zu müssen. (WordPress Developer Resources)

Das ist insbesondere bei klassischen Themes relevant, wenn eigene Änderungen an Templates oder Code dauerhaft erhalten bleiben sollen.

Denn Änderungen direkt im Parent Theme können bei einem späteren Update überschrieben werden.

Wann brauche ich ein Child Theme?

Nicht jede kleine Designänderung benötigt automatisch ein Child Theme.

Viele Anpassungen lassen sich heute über Theme-Einstellungen, globale Styles oder andere dafür vorgesehene WordPress-Funktionen durchführen.

Ein Child Theme wird besonders interessant, wenn tatsächlich Dateien, Templates oder eigener Theme-Code dauerhaft angepasst werden sollen. WordPress weist zudem darauf hin, dass sehr umfangreiche Anpassungen in einem Child Theme irgendwann selbst schwer wartbar werden können; bei sehr weitreichenden Änderungen kann ein eigenes Theme sinnvoller sein. (WordPress Developer Resources)

Die Entscheidung sollte deshalb von der Art der Anpassung abhängen und nicht nach der pauschalen Regel „Jede Website braucht ein Child Theme“ getroffen werden.

Parent Theme und Child Theme arbeiten zusammen

Das Parent Theme liefert die Basis.

Das Child Theme enthält die eigenen Änderungen.

Vereinfacht:

Parent Theme
├── Grunddesign
├── Templates
├── Styles
└── Funktionen

Child Theme
├── eigene Änderungen
└── gezielte Überschreibungen

Das Child Theme muss also nicht das komplette Parent Theme kopieren.

Gerade darin liegt sein Nutzen.

Nur die tatsächlich benötigten Anpassungen müssen separat gepflegt werden. (WordPress Developer Resources)

Block-Themes verändern auch die Rolle von Child Themes

Bei Block-Themes können viele Anpassungen direkt über den Site Editor und globale Styles vorgenommen werden. Benutzeranpassungen können dabei in der Datenbank gespeichert werden und Theme-Einstellungen beziehungsweise Templates überlagern. (WordPress Developer Resources)

Dadurch wird ein Child Theme für manche Aufgaben weniger zwingend als früher.

Wer allerdings ein eigenständiges, versionierbares Theme entwickeln oder umfangreiche Änderungen sauber in Dateien verwalten möchte, kann weiterhin mit Child Themes beziehungsweise eigenen Themes arbeiten.

Was ist ein Page Builder?

Page Builder erweitern WordPress um zusätzliche Werkzeuge zur visuellen Seitengestaltung.

Sie können beispielsweise eigene Systeme für:

Spalten,

Container,

Buttons,

Galerien,

Formulare,

Animationen

und andere Elemente bereitstellen.

Dadurch lassen sich komplexe Layouts häufig ohne eigenen Programmcode erstellen.

Allerdings sollte ein Page Builder nicht mit dem Theme verwechselt werden.

Das Theme definiert die grundlegende Darstellung der Website.

Der Page Builder ist ein zusätzliches Werkzeug zur Gestaltung von Inhalten oder Templates.

Braucht man mit modernen WordPress-Themes noch einen Page Builder?

Nicht unbedingt.

Block-Themes ermöglichen die Bearbeitung der gesamten Website mit Blocks und dem Site Editor. WordPress stellt damit inzwischen selbst viele Funktionen bereit, für die früher zusätzliche Layoutsysteme notwendig waren. (WordPress.org)

Trotzdem können Page Builder weiterhin sinnvoll sein, wenn spezielle Layoutfunktionen, Workflows oder Designsysteme benötigt werden.

Die Frage sollte deshalb nicht lauten:

Welcher Page Builder ist der beste?

Sondern:

Benötigt dieses Projekt überhaupt einen zusätzlichen Page Builder?

Jede zusätzliche Abhängigkeit sollte einen nachvollziehbaren Nutzen besitzen.

Kostenlose und Premium-Themes

Ein kostenloses Theme ist nicht automatisch schlechter als ein kostenpflichtiges.

Ebenso garantiert ein Premium-Theme keine höhere Qualität.

Kostenpflichtige Themes können beispielsweise zusätzliche Designs, Support oder Funktionen anbieten.

Bei kostenlosen Themes kann insbesondere das offizielle WordPress-Theme-Verzeichnis eine sinnvolle Quelle sein.

Für die langfristige Entscheidung sind jedoch andere Kriterien wichtiger:

regelmäßige Pflege,

sauberer Aufbau,

Kompatibilität,

Dokumentation,

Support,

Performance,

Flexibilität.

Der Preis allein sagt darüber wenig aus.

Wie erkenne ich ein gutes Theme?

Ein Theme sollte zunächst die Anforderungen der Website erfüllen.

Für einen Wissensblog sind andere Eigenschaften wichtig als für einen Fotografen, einen Shop oder eine Restaurantseite.

Bei der Auswahl würde ich deshalb zunächst prüfen, ob das Theme eine stabile und möglichst einfache Basis bietet.

Danach kommen Gestaltungsmöglichkeiten.

Nicht umgekehrt.

Ein gutes Theme sollte sich an das Projekt anpassen lassen, ohne dass man gegen seine Grundstruktur kämpfen muss.

Updates sind wichtiger als die schönste Demo

Ein Theme gehört zum laufenden Programmcode einer WordPress-Website.

Deshalb sollte es gepflegt werden.

Ein Theme, das seit Jahren nicht mehr weiterentwickelt wird, kann irgendwann mit neuen WordPress- oder PHP-Versionen kollidieren.

Bei der Auswahl eines Themes lohnt es sich daher, nicht nur Screenshots anzusehen, sondern auch die Entwicklung und Dokumentation des Projekts zu beurteilen.

Ein Website-Design soll schließlich nicht nur am Tag der Installation funktionieren.

Themes sollten möglichst wenig unnötige Abhängigkeiten besitzen

Manche Themes verlangen unmittelbar nach der Installation mehrere zusätzliche Plugins.

Das muss nicht grundsätzlich problematisch sein.

Es lohnt sich aber zu prüfen, welche davon tatsächlich benötigt werden.

Wenn das Theme nur sinnvoll funktioniert, nachdem sechs proprietäre Erweiterungen installiert wurden, entsteht ein komplexeres System.

Je mehr voneinander abhängige Komponenten existieren, desto mehr muss später gemeinsam aktualisiert, getestet und gewartet werden.

Ein schlankes System ist häufig leichter langfristig zu betreiben.

SEO ist keine Theme-Funktion

Viele Themes werben mit Begriffen wie „SEO-optimiert“.

Ein Theme kann gute technische Voraussetzungen schaffen.

Es kann beispielsweise:

sauberes Markup verwenden,

vernünftige Performance ermöglichen,

responsive funktionieren,

eine sinnvolle Überschriftenausgabe unterstützen.

Aber das Theme entscheidet nicht darüber, ob die Inhalte Suchintentionen erfüllen, sinnvoll intern verlinkt sind oder einen echten Mehrwert bieten.

Ein Theme kann SEO unterstützen.

Es kann SEO nicht erledigen.

Überschriften sollten inhaltlich strukturiert werden

Ein Theme sollte Design und semantische Struktur nicht unnötig miteinander vermischen.

Eine H2 ist beispielsweise nicht einfach „der mittelgroße Text“.

Sie besitzt innerhalb eines Dokuments eine strukturelle Bedeutung.

Wenn ein Theme nur deshalb eine H1 verwendet, weil diese optisch besonders groß aussieht, kann die Dokumentstruktur unnötig chaotisch werden.

Gestaltung sollte über Styles gelöst werden.

Die inhaltliche Hierarchie sollte sich dagegen am Aufbau des jeweiligen Dokuments orientieren.

Ein Theme sollte Barrierefreiheit nicht behindern

Ein gutes Design funktioniert nicht nur optisch.

Navigationen sollten per Tastatur bedienbar sein.

Fokuselemente sollten erkennbar bleiben.

Kontraste müssen ausreichend sein.

Formulare benötigen verständliche Beschriftungen.

Interaktive Elemente sollten sich sinnvoll bedienen lassen.

Barrierefreiheit entsteht zwar nicht allein durch das Theme, aber das Theme stellt einen großen Teil der sichtbaren Oberfläche bereit.

Deshalb sollte sie bereits bei der Auswahl berücksichtigt werden.

Für ein Wissensportal gelten besondere Anforderungen

Ein Wissensportal wie Casiopeya braucht kein Theme, das seine Stärke vor allem bei spektakulären Landingpages zeigt.

Wichtiger sind:

gute Artikeldarstellung,

klare Themenhierarchie,

saubere Breadcrumbs,

flexible Containerseiten,

gute interne Navigation,

lesbare Typografie,

schnelle Darstellung,

mobile Nutzbarkeit.

Auch Elemente wie Inhaltsverzeichnisse, Hinweise und verwandte Inhalte sollten sich integrieren lassen, ohne jeden Artikel optisch zu überladen.

Das Theme muss dem Wissen dienen.

Nicht umgekehrt.

Das Theme sollte die Informationsarchitektur nicht bestimmen

Ein häufiger Fehler besteht darin, zuerst ein Theme auszuwählen und anschließend die gesamte Website nach den Möglichkeiten der Demo aufzubauen.

Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge.

Zuerst steht die Frage:

Welche Inhalte gibt es?

Wie hängen sie zusammen?

Wie sollen Besucher sie finden?

Welche Seitentypen brauchen wir?

Erst danach sollte entschieden werden, welches Theme diese Architektur gut darstellen kann.

Die Informationsarchitektur ist langfristiger als ein Design.

Themewechsel sollten möglich bleiben

Ein gutes WordPress-System sollte nicht davon abhängen, für immer dasselbe Theme einzusetzen.

Vielleicht gefällt das Design in fünf Jahren nicht mehr.

Vielleicht wird das Theme nicht mehr gepflegt.

Vielleicht ändert sich das Geschäftsmodell.

Vielleicht entstehen neue Anforderungen.

Wenn Inhalt und Funktion weitgehend sauber vom Theme getrennt wurden, bleibt ein Wechsel beherrschbar.

Das ist ein wesentliches Merkmal nachhaltiger WordPress-Architektur.

Wie viele Themes sollte man installieren?

WordPress kann mehrere Themes auf dem Server gespeichert haben, aber immer nur eines davon ist für die reguläre Darstellung aktiv.

Nicht benötigte alte Themes müssen nicht dauerhaft gesammelt werden.

Für ein produktives System ist es sinnvoll, die Installation übersichtlich zu halten.

Entscheidend ist nicht, möglichst viele Designoptionen vorzuhalten, sondern die aktiv verwendete Lösung gut zu pflegen.

Ein Theme ist ein langfristiges Architekturthema

Ein Theme lässt sich technisch innerhalb weniger Sekunden aktivieren.

Die Entscheidung kann trotzdem jahrelange Auswirkungen haben.

Denn mit der Zeit entstehen:

individuelle Anpassungen,

Templates,

Styles,

Navigationen,

Layoutentscheidungen,

möglicherweise Abhängigkeiten.

Deshalb lohnt es sich, die Theme-Auswahl nicht nur nach dem ersten visuellen Eindruck zu treffen.

Die richtige Frage lautet:

Kann ich mit dieser Basis die Website langfristig sauber betreiben und weiterentwickeln?

Was du dir über WordPress-Themes merken solltest

Ein WordPress-Theme ist die Darstellungsschicht einer Website.

Es bestimmt nicht nur Farben und Schriften, sondern stellt auch Templates und weitere Regeln für die Ausgabe von Inhalten bereit.

WordPress unterscheidet heute hauptsächlich zwischen klassischen Themes und Block-Themes. Block-Themes ermöglichen die blockbasierte Bearbeitung von Bereichen wie Header, Footer und Templates über den Site Editor; klassische Themes verwenden traditionell PHP-basierte Templates. (WordPress.org)

Ein gutes Theme sollte möglichst:

Inhalte sauber darstellen,

wenig unnötige Abhängigkeiten erzeugen,

gut gepflegt werden,

auf unterschiedlichen Geräten funktionieren,

eine solide technische Basis bieten

und einen späteren Wechsel nicht unnötig erschweren.

Das beste Theme ist deshalb selten das Theme mit den meisten Funktionen.

Es ist das Theme, das die Anforderungen der Website mit möglichst wenig unnötiger Komplexität erfüllt.

Der nächste sinnvolle Schritt

Nach dem Theme folgt die zweite große Erweiterungsebene von WordPress.

In WordPress-Plugins verstehen geht es darum, wie Plugins WordPress erweitern, warum die Zahl installierter Plugins allein wenig aussagt und woran sich sinnvolle Erweiterungen von unnötigem Ballast unterscheiden lassen.

Danach können wir das Thema Gestaltung vertiefen und uns mit Block-Themes und dem Site Editor sowie Child Themes richtig einsetzen beschäftigen.

Wer zunächst noch einmal das Gesamtsystem betrachten möchte, gelangt über Was ist WordPress? zurück zum zentralen Einstieg in den WordPress-Cluster.