Eine Website mit hundert guten Artikeln ist noch lange kein gutes Wissensportal.
Wenn jeder Artikel isoliert für sich steht, entsteht lediglich eine Sammlung einzelner Dokumente. Der Besucher muss selbst herausfinden, welche Inhalte zusammengehören. Neue Seiten verschwinden irgendwo im Archiv. Ältere Beiträge werden kaum noch gefunden. Und auch Suchmaschinen erhalten nur begrenzte Hinweise darauf, welche Seiten thematisch miteinander verbunden und welche Inhalte innerhalb der Website besonders wichtig sind.
Interne Links lösen genau dieses Problem.
Sie verbinden Seiten derselben Website miteinander.
Aus einzelnen Dokumenten entsteht dadurch eine Struktur.
Ein Artikel über Webhosting verweist auf Domains und DNS. Der DNS-Artikel führt zum grundlegenden Aufbau einer Website. Der Hosting-Ratgeber verweist auf Shared Hosting und VPS. Eine übergeordnete Hub-Seite verbindet diese Einzelthemen zu einem Wissensbereich.
So entsteht kein zufälliges Netz von Links, sondern eine Informationsarchitektur.
Was ist ein interner Link?
Ein interner Link führt von einer Seite einer Website zu einer anderen Seite derselben Website.
Beispielsweise:
<a href="/wissen/was-ist-dns/">Was ist DNS?</a>
Der Leser befindet sich bereits auf casiopeya.de und gelangt über den Link zu einer anderen Seite auf casiopeya.de.
Das unterscheidet interne Links von externen Links.
Ein externer Link würde beispielsweise von Casiopeya zu einer anderen Domain führen.
Technisch sind beide normale Hyperlinks.
Ihre Aufgabe innerhalb der Website ist jedoch unterschiedlich.
Interne Links erfüllen mehrere Aufgaben gleichzeitig
Ein guter interner Link hilft zunächst dem Besucher.
Er sagt sinngemäß:
Wenn du diesen Gedanken genauer verstehen möchtest, findest du dort die passende Vertiefung.
Gleichzeitig hilft er dem Crawler bei der Entdeckung weiterer URLs.
Und er vermittelt Kontext.
Wenn ein Artikel über WordPress-Performance auf Caching einfach erklärt verweist, ist die Beziehung der beiden Seiten unmittelbar verständlich.
Interne Verlinkung ist deshalb gleichzeitig:
Navigation,
Orientierung,
Inhaltsstruktur
und technische Verbindung zwischen Dokumenten.
Eine Sitemap und interne Links haben unterschiedliche Aufgaben
Eine XML-Sitemap kann einer Suchmaschine mitteilen:
Diese URL existiert.
Ein interner Link sagt zusätzlich:
Diese URL gehört an dieser Stelle inhaltlich dazu.
Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Stell dir eine Bibliothek vor.
Die Sitemap wäre eine Liste sämtlicher vorhandener Bücher.
Interne Verlinkung wäre das System aus:
Fachbereichen,
Regalen,
Querverweisen
und Literaturempfehlungen.
Beides hilft bei der Orientierung, aber auf unterschiedliche Weise.
Deshalb ersetzt eine Sitemap keine Linkstruktur
Eine Website könnte theoretisch 10.000 Seiten in ihrer Sitemap aufführen.
Wenn zu mehreren tausend davon kein einziger sichtbarer interner Link führt, sind diese Seiten trotzdem schlecht in die tatsächliche Website eingebunden.
Der Crawler kann sie vielleicht über die Sitemap entdecken.
Ein normaler Besucher dagegen kaum.
Und vor allem bleibt unklar, welche Beziehungen zwischen den Dokumenten bestehen.
Eine gute Website sollte ihre wichtigen Inhalte deshalb auch ohne Kenntnis ihrer XML-Sitemap sinnvoll erschließbar machen.
Interne Verlinkung beginnt bei der Seitenarchitektur
Der häufigste Fehler besteht darin, interne Verlinkung erst nach der Content-Produktion zu betrachten.
Man schreibt fünfzig Artikel.
Danach wird gefragt:
Wo könnte ich jetzt noch ein paar Links einbauen?
Besser ist die umgekehrte Reihenfolge.
Zunächst entsteht das Themenmodell.
Dann werden die einzelnen Seiten geplant.
Dadurch ist bereits vor dem Schreiben klar, welche Artikel zusammengehören.
Für einen Wissensbereich könnte das beispielsweise so aussehen:
Web & WordPress
│
├── Websites verstehen
│ ├── Wie funktioniert eine Website?
│ ├── Was ist eine Domain?
│ ├── Was ist DNS?
│ └── Was ist Webhosting?
│
├── WordPress
│ ├── Was ist WordPress?
│ ├── WordPress-Themes
│ ├── WordPress-Plugins
│ └── WordPress-Backup
│
└── Performance
├── Warum Websites langsam werden
├── Caching
├── Bildoptimierung
├── Core Web Vitals
└── CDN
Die Links ergeben sich anschließend weitgehend aus der fachlichen Beziehung.
Hub-Seiten geben einem Themenbereich ein Zentrum
Eine Hub-Seite ist eine übergeordnete Seite, die einen Themenbereich zusammenfasst und zu den wichtigsten Vertiefungen führt.
Bei Casiopeya erfüllt beispielsweise:
/wissen/web-wordpress/
diese Aufgabe.
Die Seite soll nicht lediglich aus einer Liste mit dreißig Links bestehen.
Sie soll erklären:
Welche Themen gehören zu diesem Bereich?
Wie hängen sie zusammen?
Wo sollte ein Einsteiger beginnen?
Welche Vertiefung passt als Nächstes?
Dadurch übernimmt die Hub-Seite eine redaktionelle Funktion.
Containerseiten sind mehr als Kategoriearchive
Eine automatisch erzeugte WordPress-Kategorieseite könnte einfach anzeigen:
Neuester Beitrag
Zweitneuester Beitrag
Drittneuester Beitrag
Eine echte Wissens-Hub-Seite funktioniert anders.
Sie folgt nicht primär dem Veröffentlichungsdatum.
Sie folgt dem Thema.
Der Artikel „Was ist eine Domain?“ bleibt möglicherweise jahrelang einer der wichtigsten Einstiege – selbst wenn inzwischen zweihundert neuere Artikel erschienen sind.
Ein Wissensportal braucht deshalb eine andere Logik als ein chronologisches Blogarchiv.
Themencluster entstehen um solche Hub-Seiten
Mehrere eng verwandte Seiten bilden einen Cluster.
Beispielsweise:
Webhosting
│
┌───────────┼───────────┐
│ │ │
Shared VPS oder WordPress
Hosting Server Hosting
│ │ │
└───────────┼───────────┘
│
Backups
Nicht jede Seite muss dabei mit jeder anderen verbunden werden.
Links entstehen dort, wo der fachliche Zusammenhang sinnvoll ist.
Das Ziel ist kein maximal dichtes Netz.
Das Ziel ist ein verständliches Netz.
Die Hub-Seite sollte zu den wichtigen Unterseiten verlinken
Das klingt selbstverständlich, wird aber häufig vergessen.
Wenn eine Seite als zentraler Einstieg in einen Themenbereich gedacht ist, müssen die wichtigsten Vertiefungen von dort erreichbar sein.
Für unseren Bereich Web & WordPress betrifft das beispielsweise Seiten wie:
Wie funktioniert eine Website?,
und
Damit macht die Struktur ihre eigene Bedeutung sichtbar.
Unterseiten sollten wiederum zurück in den Kontext führen
Die Beziehung funktioniert nicht nur von oben nach unten.
Ein Artikel über DNS kann beispielsweise auf:
die übergeordnete Web-&-WordPress-Seite,
den Domain-Artikel,
Webhosting
und den allgemeinen Artikel über die Funktionsweise einer Website
verweisen.
Damit entsteht ein Netz statt einer Einbahnstraße.
Der Besucher kann sich sowohl tiefer in ein Thema bewegen als auch wieder einen Schritt zurückgehen.
Breadcrumbs machen die Hierarchie sichtbar
Eine Breadcrumb-Navigation könnte beispielsweise zeigen:
Startseite
→ Wissen
→ Web & WordPress
→ Performance
→ Caching
Sie beantwortet eine einfache Frage:
Wo befinde ich mich innerhalb der Website?
Breadcrumbs können besonders bei großen Wissensportalen hilfreich sein, weil sie die übergeordnete Struktur sichtbar machen.
Sie ersetzen allerdings keine kontextuellen Links im Text.
Ein Breadcrumb zeigt die Hierarchie.
Ein Textlink zeigt eine fachliche Beziehung.
Beide können nebeneinander existieren.
URL-Struktur und Linkstruktur sind nicht dasselbe
Das ist für unsere Casiopeya-Architektur besonders wichtig.
Ein Artikel kann die URL besitzen:
/wissen/caching/
und trotzdem logisch eingeordnet sein als:
Wissen
→ Web & WordPress
→ Performance
→ Caching
Dafür muss die komplette Hierarchie nicht zwingend in der URL stehen.
Die Beziehung kann durch Hub-Seiten, Navigation, Breadcrumbs und interne Links entstehen.
Eine kurze URL bedeutet also nicht automatisch eine flache Informationsarchitektur.
Linktiefe ist nicht dasselbe wie URL-Tiefe
Ein Artikel unter:
/wissen/caching/
kann nur über sechs Navigationsschritte erreichbar sein.
Ein anderer Artikel besitzt vielleicht die lange URL:
/wissen/web-wordpress/performance/caching/
ist aber direkt von der Startseite verlinkt.
Die Länge der URL sagt deshalb wenig darüber aus, wie tief eine Seite tatsächlich innerhalb der Navigation liegt.
Entscheidend ist der Weg durch die Website.
Wichtige Seiten sollten leicht erreichbar sein
Eine zentrale Grundlagenseite sollte nicht irgendwo hinter fünf kaum auffindbaren Archivseiten versteckt werden.
Wenn ein Inhalt zum Kernangebot der Website gehört, sollte die Navigation das widerspiegeln.
Das bedeutet nicht, dass jede wichtige Seite im Hauptmenü stehen muss.
Bei hunderten Artikeln wäre das unmöglich.
Aber sie sollte über nachvollziehbare Hub-Seiten und relevante interne Links erreichbar sein.
Was ist eine verwaiste Seite?
Eine Seite, zu der kein interner Link führt, wird häufig als Orphan Page beziehungsweise verwaiste Seite bezeichnet.
Sie existiert technisch.
Vielleicht steht sie sogar in der Sitemap.
Aber innerhalb des sichtbaren Website-Netzes hat sie keinen Eingang.
Das ist häufig ein Hinweis auf ein redaktionelles Problem.
Wenn eine Seite wichtig genug war, um geschrieben zu werden, sollte normalerweise auch klar sein, von welchen anderen Inhalten aus sie sinnvoll erreichbar ist.
Nicht jede technisch vorhandene URL muss intern prominent verlinkt werden
Auch hier lohnt Differenzierung.
Eine technische Bestätigungsseite nach einem Formular benötigt keine prominente Einbindung in den Wissensbereich.
Eine zentrale Anleitung dagegen schon.
Das Ziel lautet deshalb nicht:
Keine URL darf jemals ohne internen Link existieren.
Sondern:
Jede inhaltlich wichtige Seite sollte sinnvoll in die Website eingebunden sein.
Der Linktext erklärt das Ziel
Der sichtbare Text eines Links wird als Anchor Text oder Ankertext bezeichnet.
Beispielsweise:
Der Ankertext lautet:
Was ist DNS?
Ein guter Linktext vermittelt dem Leser bereits vor dem Klick, was ihn erwartet.
Das macht einen Link wie:
Caching einfach erklärt
meist hilfreicher als:
hier klicken.
„Hier klicken“ verschwendet Kontext
Vergleiche:
Mehr über Caching findest du hier.
mit:
Die Grundlagen erklären wir unter Caching einfach erklärt.
Im zweiten Fall ist das Ziel sofort verständlich.
Das hilft:
Lesern,
Screenreader-Nutzern
und der inhaltlichen Struktur.
Gute Ankertexte sollten deshalb beschreibend sein.
Der Linktext muss nicht immer exakt gleich sein
Ein Artikel über DNS kann sinnvoll verlinkt werden als:
oder:
oder:
wie das Domain Name System funktioniert.
Alle drei können im jeweiligen Satz natürlich passen.
Interne Links müssen deshalb nicht nach einem starren Keyword-Schema erzeugt werden.
Sprache darf Sprache bleiben.
Eine Website braucht kein künstliches Anchor-Text-Muster
Bei automatisierter SEO entsteht schnell die Vorstellung, dass für jede Zielseite ein „optimales Keyword“ definiert wird und anschließend jeder interne Link exakt diesen Text verwenden müsse.
Das führt zu seltsamen Sätzen.
Vor allem verliert man den eigentlichen Zweck:
Der Link soll dem Leser erklären, wohin er führt.
Ein klarer beschreibender Anker reicht.
Variation ergibt sich aus dem Kontext ohnehin natürlich.
Ein interner Link sollte einen Grund haben
Ein schlechter interner Link entsteht häufig so:
Im Absatz steht das Wort „Website“.
Irgendwo existiert ein Artikel über Websites.
Also wird jedes Vorkommen des Wortes „Website“ automatisch verlinkt.
Das erzeugt keinen Mehrwert.
Ein Link ist sinnvoll, wenn der Zielartikel eine Frage vertieft, die an genau dieser Stelle entstehen könnte.
Das ist ein wesentlich besseres Kriterium als bloße Keyword-Übereinstimmung.
Kontextuelle Links sind besonders hilfreich
Ein Link mitten in einer fachlich passenden Erklärung besitzt für den Leser einen unmittelbaren Grund.
Beispiel:
WordPress muss bei einem ungecachten Seitenaufruf möglicherweise PHP ausführen und die Datenbank abfragen. Wie sich solche wiederholten Berechnungen vermeiden lassen, erklären wir unter Caching einfach erklärt.
Der Leser weiß sofort:
Warum gibt es diesen Link?
Was bekomme ich dort?
Dieser Kontext macht interne Verlinkung zu einem Bestandteil des Textes und nicht zu einem nachträglich eingestreuten SEO-Element.
Nicht jeder Fachbegriff muss bei jeder Erwähnung verlinkt werden
Ein 5.000-Wörter-Artikel über WordPress kann das Wort „Plugin“ zwanzigmal enthalten.
Es wäre unnötig, jedes Vorkommen auf WordPress-Plugins verstehen zu verlinken.
Ein oder zwei sinnvolle Verweise an passenden Stellen reichen möglicherweise völlig aus.
Zu viele Links können einen Text visuell unruhig machen.
Interne Verlinkung sollte Orientierung schaffen und nicht selbst zum Hindernis werden.
Es gibt keine magische ideale Zahl interner Links
Regeln wie:
Jeder Artikel braucht genau fünf interne Links.
oder:
Nicht mehr als zehn Links pro Seite.
sind als allgemeine Vorgabe wenig sinnvoll.
Ein kurzer Glossareintrag braucht vielleicht zwei Links.
Ein umfangreicher Grundlagenartikel kann zwanzig sinnvolle Querverweise besitzen.
Eine Hub-Seite naturgemäß noch mehr.
Die Zahl folgt dem Inhalt.
Nicht umgekehrt.
Ein Linknetz darf dicht sein, solange es verständlich bleibt
Viele interne Links sind kein grundsätzliches Problem.
Eine Navigation enthält möglicherweise bereits zahlreiche Links.
Ein großer Wissensartikel ebenfalls.
Problematisch wird es eher, wenn Nutzer nicht mehr erkennen können:
Welche Links sind wirklich relevant?
Warum führen sie dorthin?
Oder wenn ganze Textabsätze nur noch aus künstlich verlinkten Suchbegriffen bestehen.
Der Maßstab sollte deshalb Nutzbarkeit sein.
Navigation ist ebenfalls interne Verlinkung
Das Hauptmenü besteht aus internen Links.
Dasselbe gilt für:
Footer,
Breadcrumbs,
Kategorieseiten,
Seitennavigation,
„Weiterlesen“-Bereiche.
Technisch gehören sie alle zum internen Linknetz.
Inhaltlich erfüllen sie jedoch unterschiedliche Aufgaben.
Ein Hauptmenü zeigt die wichtigsten Bereiche.
Ein Kontextlink verbindet Gedanken.
Ein Breadcrumb zeigt Hierarchie.
Ein verwandter Artikel bietet eine nächste Vertiefung.
Sitewide-Links besitzen eine andere Bedeutung als Kontextlinks
Ein Link im Footer befindet sich möglicherweise auf tausenden Seiten.
Das ist sinnvoll für:
Impressum,
Datenschutz,
Kontakt
oder zentrale Bereiche.
Deshalb wäre es wenig sinnvoll, den Footer mit zwanzig Keyword-Links auf beliebige Wissensartikel zu füllen, nur um möglichst viele interne Links zu erzeugen.
Der Footer soll seine eigene Navigationsaufgabe erfüllen.
Nicht als SEO-Linkfarm innerhalb der eigenen Website missbraucht werden.
Das Hauptmenü sollte ebenfalls nicht alles enthalten
Eine Website mit 500 Artikeln braucht kein Menü mit 500 Punkten.
Die Hauptnavigation sollte die wichtigsten Bereiche zugänglich machen.
Für ein Wissensportal könnten das beispielsweise sein:
Wissen,
Magazin
und die großen Wissenswelten.
Die Hub-Seiten übernehmen anschließend die feinere Navigation.
So entsteht eine Hierarchie.
Verwandte Artikel können sinnvoll sein
Unter einem Artikel kann ein Bereich stehen:
„Passend dazu“
oder:
„Weiterführendes Wissen“.
Das kann sehr nützlich sein.
Allerdings sollten die Empfehlungen tatsächlich thematisch passen.
Ein automatisches System, das lediglich die neuesten fünf Beiträge ausgibt, erzeugt möglicherweise keinen wirklichen Zusammenhang.
Der Nutzen entsteht durch Relevanz.
Nicht durch die Existenz des Widgets.
Kontextuelle Links und verwandte Artikel ergänzen sich
Im Text wird auf eine unmittelbare Vertiefung verwiesen.
Am Ende können mehrere sinnvolle nächste Wege angeboten werden.
Beispielsweise nach dem DNS-Artikel:
Domain verstehen.
Webhosting verstehen.
Wie funktioniert eine Website?
Dadurch bekommt der Leser mehrere Möglichkeiten, sein Wissen weiter auszubauen.
Genau das soll ein Wissensportal leisten.
Interne Verlinkung sollte in beide zeitlichen Richtungen funktionieren
Beim Schreiben eines neuen Artikels ist es einfach, auf ältere Seiten zu verlinken.
Der neue Artikel kennt schließlich bereits den bestehenden Bestand.
Schwieriger ist die Gegenrichtung.
Der alte Artikel kann nicht wissen, dass zwei Jahre später eine hervorragende neue Vertiefung veröffentlicht wird.
Deshalb braucht eine wachsende Website einen Prozess, der neue Inhalte auch aus bestehenden Seiten heraus verlinkt.
Das ist einer der wichtigsten Punkte nachhaltiger interner Verlinkung.
Neue Artikel sollten nicht nur Links nach hinten besitzen
Angenommen, Casiopeya veröffentlicht heute einen Artikel über Redis.
Der neue Artikel verlinkt auf:
Caching,
WordPress-Performance,
Hosting.
Sehr gut.
Nun sollten wir zusätzlich prüfen:
Wo wurde Redis in bestehenden Artikeln bereits erwähnt?
Vielleicht in:
und
WordPress-Performance optimieren.
Dort können sinnvolle Links zum neuen Redis-Artikel ergänzt werden.
Damit wird der neue Inhalt sofort in beide Richtungen eingebunden.
Ein Veröffentlichungsworkflow kann diese Prüfung automatisieren
Bei größeren Websites lohnt sich ein einfacher Prozess.
Wenn ein neuer Artikel entsteht, wird anhand seiner Themen und Schlüsselbegriffe nach bestehenden relevanten Seiten gesucht.
Das System kann beispielsweise Kandidaten vorschlagen.
Dann wird redaktionell entschieden:
Hier passt ein Link.
Hier nicht.
So entsteht ein halbautomatischer Workflow:
neuen Artikel veröffentlichen
↓
passende bestehende Seiten suchen
↓
Linkstellen vorschlagen
↓
redaktionell prüfen
↓
alte Artikel ergänzen
Das skaliert wesentlich besser als die Hoffnung, später irgendwann alle alten Beiträge manuell durchzugehen.
Vollautomatische Keyword-Verlinkung hat Grenzen
Ein Plugin könnte automatisch jedes Wort „Caching“ mit /wissen/caching/ verbinden.
Das klingt effizient.
In der Praxis können jedoch Probleme entstehen.
Zu viele identische Links.
Links in unpassendem Zusammenhang.
Links innerhalb von Überschriften oder anderen Elementen.
Unnatürlicher Text.
Schwer kontrollierbare Änderungen.
Eine automatische Vorschlagsfunktion ist deshalb oft sinnvoller als eine vollkommen unkontrollierte automatische Verlinkung.
Feste interne Links haben einen wichtigen Vorteil
Wenn ein Link redaktionell in den Beitrag eingebaut wird, ist er Bestandteil des Inhalts.
Man kann sehen:
Warum steht er dort?
Welcher Ankertext wird verwendet?
Passt der Satz?
Bei dynamisch erzeugten Links hängt dagegen möglicherweise die gesamte interne Struktur von einem Plugin ab.
Wird es deaktiviert, verschwinden die Links.
Für zentrale Wissensbeziehungen sind feste redaktionelle Links deshalb besonders robust.
Automatisierung kann trotzdem viel Arbeit sparen
Bei großen Websites ist es unrealistisch, sämtliche Linkmöglichkeiten von Hand zu entdecken.
Software kann hervorragend dabei helfen:
unverlinkte Seiten zu finden,
neue Linkmöglichkeiten zu erkennen,
404-Ziele zu entdecken,
Weiterleitungen zu identifizieren,
Linkhäufigkeiten zu analysieren.
Die redaktionelle Entscheidung bleibt jedoch wertvoll.
Technik findet Kandidaten.
Menschen entscheiden über Sinn.
Interne Links sollten möglichst direkt zum Ziel führen
Angenommen, ein alter Link zeigt auf:
/caching-alt/
Diese URL leitet per 301 weiter zu:
/wissen/caching/
Für Besucher funktioniert der Link weiterhin.
Langfristig ist es trotzdem sinnvoll, den internen Link direkt auf die aktuelle Zieladresse zu aktualisieren.
Statt:
Artikel
↓
alte URL
↓
301
↓
neue URL
entsteht:
Artikel
↓
neue URL
Die Website kennt ihre eigene aktuelle Struktur und braucht dafür keine unnötige Umleitung.
Interne Weiterleitungsketten sollten vermieden werden
Besonders bei älteren Websites können Ketten entstehen:
URL A
↓
301
URL B
↓
301
URL C
↓
301
URL D
Externe alte Links kann man nicht immer ändern.
Interne Links dagegen schon.
Sie sollten möglichst direkt auf URL D zeigen.
Das reduziert Komplexität und macht die tatsächliche Seitenstruktur sauberer.
Tote interne Links sind ein Wartungsproblem
Ein Link zu einer nicht mehr vorhandenen Seite erzeugt für den Besucher einen Fehler.
Bei großen Websites sammeln sich solche Links schnell an.
Ursachen können sein:
Artikel gelöscht,
Permalink geändert,
Kategorie umgebaut,
Domain migriert.
Ein regelmäßiger interner Linkcheck kann solche Probleme früh entdecken.
Wenn eine sinnvolle Ersatzseite existiert, sollte der Link angepasst werden.
Wenn nicht, kann er entfernt werden.
Ein 404 ist nicht immer falsch – ein interner Link dorthin meist schon
Eine korrekt gelöschte Seite darf selbstverständlich einen 404-Status liefern.
Das Problem ist dann nicht der 404 selbst.
Wenn die eigene Website weiterhin aktiv dorthin verlinkt, erzählt sie jedoch:
Hier findest du einen relevanten Inhalt.
Der Server antwortet:
Gibt es nicht.
Diese widersprüchliche Situation sollte bereinigt werden.
Canonical-Tags reparieren keine schlechte interne Verlinkung
Angenommen, eine Seite ist unter mehreren URL-Varianten erreichbar.
Das Canonical zeigt auf:
Die internen Links zeigen aber überwiegend auf eine andere Variante.
Das kann technisch trotzdem verarbeitet werden.
Sauberer ist jedoch:
Interne Links zeigen direkt auf die bevorzugte kanonische URL.
Sitemap enthält dieselbe URL.
Canonical nennt dieselbe URL.
Andere Varianten leiten bei Bedarf dorthin.
Alle Systeme erzählen dieselbe Geschichte.
HTTPS-Varianten sollten ebenfalls konsistent sein
Nach einer HTTPS-Migration sollten interne Links nicht dauerhaft auf:
http://example.de/...
zeigen und bei jedem Klick erst weitergeleitet werden.
Sie sollten direkt die sichere Hauptvariante verwenden.
Mehr dazu erklären wir unter SSL und HTTPS verständlich erklärt.
Wieder gilt:
Interne Links sind die Struktur, die wir vollständig kontrollieren können.
Deshalb sollten sie möglichst sauber sein.
Relative oder absolute interne Links?
Beide Varianten können technisch sinnvoll funktionieren.
Relativ:
<a href="/wissen/caching/">Caching</a>
Absolut:
<a href="https://example.de/wissen/caching/">Caching</a>
Für normale interne Navigation ist die relative Variante oft praktisch.
Entscheidender als diese Formatfrage ist, dass das Ziel eindeutig und dauerhaft korrekt ist.
Eine Website gewinnt keinen SEO-Vorteil dadurch, sämtliche internen URLs zwanghaft von relativ auf absolut umzuschreiben.
Links sollten echte Links sein
Für normale Navigation ist ein klassisches HTML-Linkelement robust:
<a href="/wissen/caching/">Caching</a>
Ein Element, das nur durch JavaScript wie ein Link reagiert, kann für Menschen zwar funktionieren, muss aber nicht dieselbe semantische und technische Qualität besitzen.
Für zentrale Website-Navigation gibt es selten einen guten Grund, das grundlegende Webprinzip des normalen Links unnötig zu umgehen.
Buttons können trotzdem Links sein
Optisch kann ein Link natürlich wie ein Button aussehen.
Beispielsweise:
Mehr über WordPress erfahren
Das Design ändert nichts daran, dass das Element semantisch zu einer anderen Seite navigiert.
Wichtig ist die Funktion.
Ein Link führt zu einem anderen Dokument oder Ziel.
Ein echter Button löst dagegen normalerweise eine Aktion auf der aktuellen Oberfläche aus.
Saubere HTML-Semantik hilft dabei auch Barrierefreiheit und Bedienbarkeit.
Bilder können ebenfalls verlinkt sein
Ein Logo im Header ist beispielsweise häufig mit der Startseite verknüpft.
Auch Teaserbilder können zu Artikeln führen.
Bei Bildern übernimmt der Alternativtext unter Umständen zusätzliche semantische Aufgaben, wenn das Bild selbst der Link ist.
Trotzdem sollte eine wichtige Navigation nicht ausschließlich auf schwer verständlichen Bildern beruhen.
Textlinks sind für viele Zusammenhänge klarer.
nofollow ist für normale interne Navigation meist nicht nötig
Das nofollow-Attribut wurde für bestimmte Linkfälle entwickelt.
Es ist kein allgemeines Werkzeug, um innerhalb der eigenen Website künstlich „Linkkraft“ zu lenken.
Ein normaler interner Link zu einem eigenen relevanten Artikel benötigt im Regelfall keine besondere Einschränkung.
Wenn eine Seite nicht indexiert werden soll, sollte dieses Problem auf der dafür vorgesehenen Ebene gelöst werden.
Nicht dadurch, dass möglichst viele interne Links mit nofollow versehen werden.
Interne Verlinkung sollte nicht als „Linkjuice-Spiel“ betrachtet werden
SEO-Diskussionen reduzieren interne Links gerne auf die Vorstellung einer Flüssigkeit, die zwischen Seiten verteilt wird.
Das Modell kann helfen, grob zu verstehen, dass Links Bedeutung und interne Prominenz weitergeben.
Es wird aber schnell zu simpel.
Ein interner Link erfüllt gleichzeitig:
Navigation,
Discovery,
Kontext,
Hierarchie
und Nutzungsführung.
Wer ausschließlich versucht, rechnerische „Linkkraft“ auf bestimmte Seiten zu drücken, baut häufig eine schlechtere Website.
Wichtige Seiten dürfen häufiger sinnvoll verlinkt sein
Eine zentrale Grundlagenseite taucht naturgemäß in vielen fachlichen Zusammenhängen auf.
Unsere Seite Was ist WordPress? kann beispielsweise aus Artikeln über:
Themes,
Plugins,
Backups,
Performance,
Hosting
verlinkt werden.
Das ist kein künstlicher SEO-Trick.
Die Seite besitzt tatsächlich eine zentrale Rolle.
Die Linkstruktur spiegelt diese Bedeutung wider.
Nicht jede Seite muss dieselbe Zahl eingehender Links besitzen
Wenn Artikel A ein zentraler Grundlagentext ist und Artikel B eine sehr spezielle Detailfrage beantwortet, ist es vollkommen normal, dass A wesentlich häufiger intern verlinkt wird.
Eine gleichmäßige Verteilung wäre sogar künstlich.
Informationsarchitektur besitzt Schwerpunkte.
Genau das macht sie zur Architektur.
Kategorien können bei interner Verlinkung helfen
Eine gut gestaltete Kategorieseite kann mehrere thematisch verwandte Artikel verbinden.
Sie ist dann eine echte Übersicht.
Beispielsweise könnte ein Performance-Hub erklären:
Warum Websites langsam werden.
Was Caching tut.
Warum Bilder wichtig sind.
Was Core Web Vitals messen.
Welche Rolle ein CDN spielt.
Dadurch entsteht eine redaktionell sinnvolle Zwischenebene.
Tags können dagegen schnell unübersichtlich werden
Wenn jeder Artikel zehn Schlagwörter erhält, entstehen sehr viele Tagarchive.
Dann ergibt sich möglicherweise:
Caching
Cache
WordPress Cache
Performance Cache
mit jeweils fast denselben Artikeln.
Das verbessert die Navigation kaum.
Taxonomien sollten deshalb genauso bewusst geplant werden wie andere interne Links.
Mehr interne Seiten bedeuten nicht automatisch bessere Informationsarchitektur.
Pagination muss Inhalte erreichbar halten
Bei sehr langen Archiven werden Beiträge häufig auf mehrere Seiten verteilt.
Dann sollte die Navigation sicherstellen, dass ältere Inhalte weiterhin erreichbar bleiben.
Ein Archiv, in dem ein zehn Jahre alter Beitrag nur durch 87-maliges Klicken auf „Weiter“ gefunden werden kann, ist für Nutzer wenig angenehm.
Wissensportale können dieses Problem mit thematischen Hub-Seiten wesentlich besser lösen als mit rein chronologischer Pagination.
Chronologie ist für Wissen häufig die falsche Hauptstruktur
Bei Nachrichten ist das Veröffentlichungsdatum zentral.
Bei Grundlagenwissen nicht.
Der beste DNS-Artikel von gestern ist nicht automatisch wichtiger als der grundlegende Domain-Artikel von vor zwei Jahren.
Deshalb sollten Wissensbereiche primär thematisch organisiert werden.
Das Magazin kann dagegen chronologisch funktionieren.
Diese Trennung verhindert, dass Evergreen-Inhalte mit zunehmendem Alter immer tiefer in einem Archiv verschwinden.
Ein Wissensportal braucht Einstiegsseiten
Ein neuer Besucher weiß möglicherweise noch nicht, wonach er suchen soll.
Er kennt vielleicht den Begriff DNS gar nicht.
Er möchte nur verstehen:
Wie funktioniert eigentlich eine Website?
Von dort können Links ihn Schritt für Schritt weiterführen.
Damit übernimmt interne Verlinkung eine didaktische Aufgabe.
Der Benutzer muss die Fachbegriffe nicht bereits kennen.
Die Website führt ihn dorthin.
Interne Links können Lernpfade erzeugen
Ein sinnvoller Pfad könnte beispielsweise sein:
Wie funktioniert eine Website?
↓
Was ist eine Domain?
↓
Was ist DNS?
↓
Was ist Webhosting?
↓
Shared Hosting, VPS oder Server?
Ein anderer Besucher beginnt bei:
Was ist WordPress?
↓
Themes
↓
Plugins
↓
Backups
↓
Performance
Beide bewegen sich durch dieselbe Website, aber entlang unterschiedlicher Interessen.
Das ist wesentlich leistungsfähiger als ein einfaches „Neueste Beiträge“-Archiv.
Jeder Artikel sollte eine nächste sinnvolle Frage beantworten können
Beim Schreiben lohnt sich deshalb am Ende die Überlegung:
Was möchte jemand nach diesem Artikel vermutlich als Nächstes wissen?
Nach „Was ist DNS?“ könnte das sein:
Wie funktioniert Webhosting?
Was bedeuten DNS-Einträge?
Wie ziehe ich eine Domain um?
Nach „Caching einfach erklärt“:
Was ist ein CDN?
Wie optimiere ich WordPress?
Was ist Redis?
Diese Fragen liefern natürliche interne Linkziele.
Links sollten nicht nur am Artikelende stehen
Ein Block „Weitere Artikel“ ist nützlich.
Er ersetzt jedoch nicht sämtliche Kontextlinks.
Wenn während der Erklärung eines Begriffs ein guter Vertiefungsartikel existiert, sollte der Leser nicht erst 4.000 Wörter später darauf hingewiesen werden.
Interne Links funktionieren am besten dort, wo die Informationsfrage entsteht.
Gleichzeitig muss nicht jeder Absatz ein Sprungbrett sein
Ein Text mit fünf Links pro Absatz wird anstrengend.
Der Leser soll den aktuellen Artikel lesen können, ohne permanent zu anderen Seiten gezogen zu werden.
Eine gute interne Verlinkung besitzt deshalb Rhythmus.
Vertiefungen werden angeboten.
Nicht aufgedrängt.
Das eigentliche Ziel ist Orientierung
SEO ist ein guter Anlass, interne Verlinkung ernst zu nehmen.
Der wichtigste Qualitätsmaßstab bleibt jedoch:
Kann ein Besucher die Website verstehen?
Findet er verwandte Inhalte?
Kann er vom Überblick in die Tiefe gehen?
Kommt er aus einer Detailseite wieder in einen größeren Zusammenhang?
Kann er ein Thema weiterverfolgen?
Wenn diese Fragen gut gelöst sind, entsteht in der Regel auch eine technisch nachvollziehbare Struktur.
Interne Links sollten regelmäßig geprüft werden
Eine Website verändert sich.
Artikel werden:
aktualisiert,
zusammengelegt,
umbenannt,
gelöscht.
Dadurch kann eine ursprünglich saubere Linkstruktur langsam veralten.
Ein regelmäßiger Check kann deshalb untersuchen:
Gibt es tote Links?
Gibt es wichtige Seiten ohne interne Eingänge?
Zeigen viele Links noch auf Redirects?
Sind neue Artikel ausreichend eingebunden?
Haben alte Artikel neue passende Vertiefungen bekommen?
Gerade bei großen Portalen wird daraus eine normale Wartungsaufgabe.
Ein Link-Audit muss nicht jeden Monat alles neu erfinden
Das Ziel ist nicht, ständig interne Links umzustellen, weil ein SEO-Tool neue Zahlen zeigt.
Die Grundstruktur sollte stabil bleiben.
Audits sollen vor allem Fehler und gewachsene Lücken entdecken.
Eine gute Informationsarchitektur ist kein ständig rotierendes Experiment.
Sie sollte für Besucher über lange Zeit nachvollziehbar bleiben.
Neue Inhalte sind der wichtigste Anlass für Linkpflege
Der sinnvollste Zeitpunkt für interne Linkarbeit ist häufig direkt bei der Veröffentlichung.
Dann kennt die Redaktion das neue Thema ohnehin.
Der Ablauf kann sein:
Der neue Artikel verlinkt auf bestehende Grundlagen.
Passende ältere Artikel erhalten einen Link zum neuen Inhalt.
Der Hub wird bei Bedarf ergänzt.
Verwandte Artikel werden aktualisiert.
Damit wächst die Struktur organisch mit jedem neuen Dokument.
Ein praxisnaher Veröffentlichungsprozess
Für ein wachsendes Wissensportal kann der interne Ablauf ungefähr so funktionieren:
1. Ziel und Cluster des neuen Artikels festlegen
↓
2. übergeordnete Hub-Seite bestimmen
↓
3. passende vorhandene Artikel identifizieren
↓
4. neue Seite aus diesen Artikeln verlinken
↓
5. aus dem neuen Artikel passende Grundlagen verlinken
↓
6. Hub-Seite ergänzen
↓
7. tote oder überholte Links vermeiden
Damit entsteht interne Verlinkung bereits beim Publizieren.
Nicht sechs Monate später als SEO-Aufräumaktion.
Bei Casiopeya lässt sich das besonders sauber aufbauen
Nehmen wir unseren Performance-Bereich.
Die Hub-Seite Web & WordPress verweist auf Warum Websites langsam werden.
Dieser Grundlagenartikel verweist auf:
Bilder für Websites optimieren,
und
Diese Seiten verweisen wiederum untereinander dort, wo ein echter fachlicher Zusammenhang besteht.
WordPress-Performance optimieren führt die einzelnen Grundlagen schließlich in einem praktischen Workflow zusammen.
Das ist ein Themencluster.
Nicht weil ein SEO-Plugin ihn so nennt, sondern weil die Inhalte tatsächlich logisch voneinander abhängen.
Die URL darf trotzdem kurz bleiben
Der Performance-Artikel kann weiterhin unter:
/wissen/caching/
liegen.
Wir brauchen dafür nicht:
/wissen/web-wordpress/performance/grundlagen/caching/.
Die inhaltliche Tiefe entsteht aus dem Linknetz.
Das macht die URL stabiler, falls wir die Website später organisatorisch etwas umstrukturieren.
Struktur sollte vor Keyword-Denken kommen
Wenn eine Seite nur deshalb verlinkt wird, weil ein bestimmtes Suchwort im Text steht, entsteht schnell künstliche Verlinkung.
Besser ist:
Welche Frage wird hier gerade erklärt?
Welche Seite beantwortet die nächste sinnvolle Detailfrage?
Wo braucht der Leser Grundlagen?
Welche Seite bildet den übergeordneten Kontext?
Damit entsteht automatisch eine semantisch sinnvolle Struktur.
Interne Verlinkung kann Content-Lücken sichtbar machen
Angenommen, beim Schreiben des CDN-Artikels entsteht ständig der Wunsch, auf einen ausführlichen Artikel über Reverse Proxies zu verlinken.
Dieser Artikel existiert aber noch nicht.
Das ist ein wertvoller Hinweis.
Die Linkplanung zeigt:
Hier fehlt eine logische Vertiefung.
Interne Verlinkung ist deshalb nicht nur SEO.
Sie kann bei der gesamten Redaktionsplanung helfen.
Platzhalterlinks können bei der Planung nützlich sein
Bei einer im Aufbau befindlichen Website kann man bereits Linkziele für geplante Artikel berücksichtigen.
Beispielsweise:
/wissen/reverse-proxy/
Der eigentliche Link sollte auf der produktiven Website natürlich erst dann aktiv sein, wenn die Zielseite tatsächlich existiert.
Redaktionell kann das geplante Ziel aber bereits dokumentiert werden.
Dadurch wächst der Contentplan direkt aus der Informationsarchitektur.
Neue Artikel sollten bestehende Lücken schließen
Wenn ein Cluster sehr viele Grundlagen besitzt, aber keine praktische Zusammenführung, kann ein Ratgeber fehlen.
Wenn fünf Detailartikel auf denselben Begriff verweisen möchten, fehlt möglicherweise eine zentrale Definition.
Wenn ein Hub kaum sinnvolle Unterseiten besitzt, ist der Themenbereich vielleicht noch zu dünn.
Das Linkmodell macht solche Ungleichgewichte sichtbar.
Interne Verlinkung hilft auch bei Aktualisierungen
Ein guter Grundlagenartikel kann später aktualisiert werden.
Dabei sieht die Redaktion seine ausgehenden Links und erkennt:
Welche verwandten Inhalte existieren inzwischen?
Welche sind möglicherweise veraltet?
Welche neue Vertiefung sollte ergänzt werden?
Dadurch wird ein Artikel nicht isoliert gepflegt, sondern als Teil eines Wissensnetzes.
Ein Link kann dem Leser auch Arbeit ersparen
Nicht jeder Begriff muss im aktuellen Artikel erneut ausführlich erklärt werden.
Wenn wir beispielsweise in einem Performanceartikel DNS erwähnen, müssen wir dort nicht erneut 700 Wörter erklären, wie Resolver, Nameserver und DNS-Zonen funktionieren.
Wir können auf Was ist DNS? verweisen.
Dadurch bleiben Artikel fokussiert.
Interne Verlinkung reduziert Wiederholungen.
Das ist für ein Wissensportal ein enormer Vorteil.
Gute Cluster erhöhen deshalb die Informationsdichte
Jeder Artikel kann seine eigene Suchintention sauber erfüllen.
Grundlagen werden an ihrer zentralen Stelle erklärt.
Andere Artikel verweisen darauf.
Damit vermeiden wir dieselben Definitionen auf zwanzig Seiten.
Das verbessert:
Redaktion,
Wartbarkeit,
Lesbarkeit
und Aktualisierbarkeit.
Eine Änderung der DNS-Grundlagen muss dann vor allem an einer zentralen Seite gepflegt werden.
Interne Links sind Teil der redaktionellen Qualität
Sie sollten deshalb genauso behandelt werden wie:
Überschriften,
Beispiele,
Quellen,
Bilder.
Nicht als technische SEO-Schicht, die nach Veröffentlichung noch über den Text gestreut wird.
Ein gut gesetzter Link ist ein redaktioneller Hinweis:
Dort wird genau diese Frage besser und ausführlicher beantwortet.
Was du dir über interne Verlinkung merken solltest
Interne Links verbinden Seiten derselben Website miteinander.
Sie helfen Besuchern, Inhalte zu entdecken und Zusammenhänge zu verstehen.
Sie geben Crawlern Wege zu weiteren URLs.
Sie machen die Informationsarchitektur sichtbar.
Und sie verhindern, dass wichtige Artikel isoliert in einem großen Contentbestand verschwinden.
Eine gute interne Verlinkung folgt deshalb einigen einfachen Prinzipien:
Wichtige Inhalte sind über nachvollziehbare Wege erreichbar.
Hub-Seiten verbinden Themenbereiche.
Detailseiten verlinken passende Grundlagen und Vertiefungen.
Linktexte beschreiben ihr Ziel verständlich.
Neue Artikel werden aus vorhandenen Seiten heraus verlinkt.
Alte Links werden bei Umzügen und Löschungen gepflegt.
Sitemap, Canonical, Weiterleitungen und interne Links zeigen möglichst auf dieselbe bevorzugte URL.
Und vor allem:
Links werden gesetzt, weil eine inhaltliche Beziehung besteht – nicht weil irgendeine SEO-Regel eine bestimmte Anzahl verlangt.
So entsteht aus einzelnen Artikeln ein Wissensportal.
