Die Google Search Console beantwortet eine Frage, die normale Webanalyse nur begrenzt beantworten kann:

Was passiert mit meiner Website in der Google-Suche, bevor ein Besucher auf sie klickt?

Sie zeigt, für welche Suchanfragen Seiten eingeblendet wurden, wie häufig Nutzer sie gesehen haben, wie viele daraus auf die Website geklickt haben und ungefähr an welchen Positionen die Ergebnisse erschienen.

Gleichzeitig zeigt Search Console, welche URLs Google kennt, welche davon indexiert wurden, welche Sitemaps verarbeitet werden können und ob Google bei einzelnen Seiten technische Probleme erkennt. Hinzu kommen unter anderem Berichte zu Core Web Vitals, strukturierten Daten, Links, Sicherheitsproblemen und manuellen Maßnahmen. (Google Support)

Damit ist Search Console kein klassisches Statistikwerkzeug und auch kein vollständiges SEO-Tool.

Sie ist vor allem Googles Sicht auf deine Website.

Search Console und Webanalyse betrachten verschiedene Seiten desselben Besuchs

Angenommen, jemand sucht bei Google:

was ist dns

Google zeigt einen Artikel von Casiopeya.

Der Nutzer sieht das Suchergebnis.

Dann klickt er darauf.

Search Console interessiert sich vor allem für den Weg bis zu diesem Klick:

Suchanfrage
↓
Impression
↓
Position in Google
↓
Klick

Eine Webanalyse beginnt dagegen hauptsächlich danach:

Besucher landet auf Website
↓
liest Artikel
↓
öffnet weitere Seite
↓
führt Aktion aus
↓
verlässt Website

Deshalb ergänzen sich beide Systeme hervorragend.

Search Console hilft uns zu verstehen, wie Menschen uns über Google finden.

Webanalyse hilft uns später zu verstehen, was diese Menschen anschließend auf der Website tun.

Search Console misst nicht den gesamten Website-Traffic

Dieser Unterschied ist wichtig.

Ein Besucher kann über:

Direkteingabe,

Newsletter,

Facebook,

Bing,

einen externen Link,

Google Search

oder viele andere Wege zur Website gelangen.

Der normale Performancebericht der Search Console betrachtet Google Search. Für Websites, die ausreichend Aktivität in Discover oder Google News erreichen, können zusätzlich entsprechende Performanceberichte erscheinen. (Google Support)

Eine Aussage wie:

Search Console zeigt 20.000 Klicks, also hatte meine Website 20.000 Besucher.

ist deshalb falsch.

Search Console zeigt eine bestimmte Quelle des Traffics – nicht die gesamte Website-Nutzung.

Eine Website wird in Search Console als Property angelegt

Bevor Daten betrachtet werden können, muss die Website als sogenannte Property eingerichtet und die Berechtigung dafür nachgewiesen werden.

Für Websites gibt es insbesondere zwei relevante Varianten: Domain-Properties und URL-Präfix-Properties. Eine Domain-Property umfasst grundsätzlich die Domain über verschiedene Protokolle und Subdomains hinweg. Eine URL-Präfix-Property beschränkt sich dagegen auf genau den angegebenen Präfix einschließlich Protokoll und gegebenenfalls Pfad. (Google Support)

Der Unterschied wirkt zunächst technisch, kann später aber entscheidend für die Daten sein.

Eine Domain-Property fasst die gesamte Domain zusammen

Für:

example.de

kann eine Domain-Property beispielsweise Daten aus verschiedenen Varianten umfassen:

http://example.de/
https://example.de/
https://www.example.de/
https://shop.example.de/

Die Inhaberschaft einer Domain-Property wird über einen DNS-Eintrag bestätigt. Google empfiehlt eine Property auf Domainebene grundsätzlich, wenn sie zur gewünschten Auswertung passt, weil dadurch verschiedene Protokolle und Subdomains gemeinsam betrachtet werden können. (Google Support)

Für eine normale Website ist das häufig die praktischste Haupt-Property.

Eine URL-Präfix-Property kann bewusst enger sein

Die Property:

https://example.de

enthält nur URLs, die mit genau diesem Präfix beginnen.

http://example.de/

gehört nicht dazu.

Ebenso wenig:

https://www.example.de

Eine URL-Präfix-Property kann sogar auf einen bestimmten Unterbereich beschränkt werden. (Google Support)

Das kann für bestimmte Analysen sinnvoll sein.

Wer allerdings versehentlich nur die HTTP-Version einrichtet, während die Website längst vollständig über HTTPS läuft, wundert sich möglicherweise über fehlende Daten.

Domain- und URL-Präfix-Properties können parallel existieren

Man muss sich nicht zwangsläufig für alle Zeiten für genau eine Variante entscheiden.

Eine Domain-Property kann die Gesamtansicht bilden.

Zusätzliche URL-Präfix-Properties können gezielt bestimmte Bereiche abbilden.

Für eine einfache Website ist das oft unnötig.

Bei größeren Strukturen kann die zusätzliche Abgrenzung jedoch praktisch sein.

Entscheidend ist, beim Interpretieren von Daten immer zu wissen:

Welchen Teil der Website zeigt diese Property überhaupt?

Der Performancebericht ist das Herzstück für SEO-Analysen

Der Performancebericht für Google Search zeigt vier zentrale Kennzahlen:

Klicks, Impressionen, durchschnittliche CTR und durchschnittliche Position.

Google definiert eine Impression vereinfacht als Einblendung eines Links oder Inhalts aus der eigenen Website in Google. Ein Klick wird gezählt, wenn der Nutzer von Google zur Website gelangt. CTR ist Klicks geteilt durch Impressionen. Die Positionsangabe beschreibt die relative Position eines Suchergebniselements. (Google Support)

Diese vier Werte wirken sehr einfach.

Ihre Interpretation ist wesentlich anspruchsvoller.

Was bedeutet ein Klick?

Ein Klick bedeutet im Performancebericht grundsätzlich, dass jemand von einem Google-Suchergebnis zur Website geklickt hat.

Wenn Casiopeya für:

wordpress cache

eingeblendet wird und der Nutzer auf das Ergebnis klickt, entsteht ein Klick.

Damit ist der Klick die Kennzahl, die dem tatsächlichen Suchtraffic am nächsten kommt.

Aber auch hier sollte man nicht automatisch „Klick = Besucher“ gleichsetzen.

Ein Mensch kann mehrfach klicken.

Ein späteres Analytics-System kann Sitzungen wiederum nach anderen Regeln zählen.

Unterschiede zwischen Search Console und Webanalyse sind deshalb grundsätzlich normal.

Klicks allein sagen wenig über das Potenzial einer Seite aus

Angenommen, zwei Artikel erhalten jeweils 100 Google-Klicks im Monat.

Artikel A:

100 Klicks
150 Impressionen

Artikel B:

100 Klicks
20.000 Impressionen

Die Ausgangssituation ist völlig verschieden.

Artikel A wird selten angezeigt, aber häufig angeklickt.

Artikel B wird sehr häufig angezeigt, erzeugt aus diesen Sichtkontakten jedoch vergleichsweise wenige Klicks.

Genau deshalb sind Impressionen und CTR so wichtig.

Was ist eine Impression?

Eine Impression entsteht, wenn ein Ergebnis der eigenen Website gemäß den für den jeweiligen Suchergebnistyp geltenden Regeln in Google angezeigt beziehungsweise als gesehen gezählt wird. Die genaue Zählweise hängt teilweise von der Darstellung des Suchergebnisses ab. (Google Support)

Für die Contentanalyse ist die einfachere Interpretation meist ausreichend:

Google hatte für diese Suchanfrage Gelegenheit, meine Website einem Nutzer zu zeigen.

Impressionen sind damit ausgesprochen wertvoll.

Denn sie zeigen nicht erst erfolgreichen Traffic, sondern bereits Sichtbarkeit und potenzielles Interesse.

Impressionen können früher wachsen als Klicks

Eine neue Seite beginnt möglicherweise zunächst auf hinteren Positionen.

Sie erhält:

viele Impressionen,

kaum Klicks.

Mit der Zeit verbessert sich ihre Position.

Nun steigen die Klicks.

Das bedeutet nicht, dass in der ersten Phase „nichts passiert“ ist.

Die zunehmenden Impressionen können bereits zeigen, dass Google den Artikel für immer mehr Suchanfragen berücksichtigt.

Gerade bei neuen Contentbereichen kann deshalb die Entwicklung der Impressionen ein interessantes Frühzeichen sein.

Impressionen sind aber kein Suchvolumen

Das ist eine besonders wichtige Unterscheidung.

Angenommen, Search Console zeigt für eine Suchanfrage 500 Impressionen.

Das bedeutet nicht, dass dieses Keyword insgesamt 500-mal gesucht wurde.

Deine Website wurde in 500 entsprechend gezählten Suchsituationen eingeblendet.

Wenn sie nur für einen Teil aller Suchvorgänge erscheint oder ihre Position und Darstellung variieren, kann das gesamte Suchvolumen deutlich anders sein.

Search Console ist deshalb kein klassisches Keyword-Suchvolumen-Tool.

Sie zeigt deine tatsächliche Sichtbarkeit, nicht die gesamte Nachfrage im Markt.

Was bedeutet CTR?

CTR steht für Click-Through-Rate.

Sie wird berechnet als:

Klicks ÷ Impressionen × 100

Bei:

1.000 Impressionen
100 Klicks

ergibt sich:

10 % CTR

Google verwendet genau dieses Verhältnis für die in Search Console ausgewiesene durchschnittliche CTR. (Google Support)

Die Zahl beschreibt also:

Wie häufig führte eine gezählte Impression zu einem Klick?

Eine niedrige CTR ist nicht automatisch schlecht

Angenommen, eine Seite erscheint im Durchschnitt weit hinten in den Suchergebnissen.

Dann wäre eine niedrige CTR wenig überraschend.

Eine andere Seite rankt auf sehr guten Positionen, besitzt jedoch ebenfalls eine auffällig niedrige CTR.

Dort könnte eine genauere Untersuchung interessanter sein.

Vielleicht beantwortet Google die Frage bereits direkt.

Vielleicht ist die Suchintention anders.

Vielleicht konkurriert das Ergebnis mit Bildern, Videos oder anderen Suchfunktionen.

Vielleicht wirken Title und Snippet weniger überzeugend als die Konkurrenz.

CTR sollte deshalb niemals ohne Position und Suchanfrage interpretiert werden.

Es gibt keine universelle „gute CTR“

Eine Suchanfrage nach dem eigenen Markennamen verhält sich völlig anders als eine allgemeine Informationssuche.

Eine Position eins verhält sich anders als Position acht.

Ein klassisches Textergebnis verhält sich anders als eine Suchergebnisseite mit:

Videos,

Shopping,

Bildern,

lokalen Ergebnissen

oder anderen Elementen.

Deshalb ist eine pauschale Aussage wie:

Unter fünf Prozent CTR ist schlecht.

nicht seriös.

Interessanter ist der Vergleich einer Seite mit sich selbst über die Zeit und mit ähnlichen Suchsituationen.

Die durchschnittliche Position ist besonders leicht misszuverstehen

Search Console zeigt eine durchschnittliche Position.

Das klingt zunächst wie:

Mein Artikel steht bei Google auf Platz 7,3.

So einfach ist es nicht.

Die Position wird über die Impressionen gemittelt. Außerdem verwendet Google bei mehreren Ergebnissen der gleichen Property je nach Aggregation die jeweils oberste Position. Suchergebnisse können je nach Anfrage und Darstellung unterschiedlich aufgebaut sein. (Google Support)

Ein Durchschnitt von 7,3 kann deshalb aus völlig unterschiedlichen Situationen entstehen.

Ein Durchschnitt kann sehr unterschiedliche Rankings verbergen

Beispielsweise:

50 Impressionen auf Position 2
50 Impressionen auf Position 12

ergeben grob:

Durchschnitt Position 7

Die Website rankt aber nicht wirklich konstant auf Position sieben.

Ein anderes Beispiel:

90 Impressionen auf Position 7
10 Impressionen auf Position 7

ergibt ebenfalls sieben.

Die zugrunde liegende Situation ist diesmal völlig stabil.

Durchschnittswerte sind nützlich.

Sie verschlucken jedoch Verteilungen.

Eine Positionsänderung sollte deshalb immer genauer untersucht werden

Wenn eine Seite von durchschnittlich:

8,1

auf:

11,3

fällt, sollte nicht sofort der Artikel umgeschrieben werden.

Vielleicht rankt sie inzwischen zusätzlich für viele neue Suchanfragen auf Position 20.

Dadurch steigt sogar ihre Reichweite, während die durchschnittliche Position rechnerisch sinkt.

Möglicherweise sind:

Impressionen gestiegen,

Klicks gestiegen

und

durchschnittliche Position gefallen.

Das ist kein Widerspruch.

Es kann sogar ein Zeichen sein, dass Google die Seite für zusätzliche Suchanfragen testet beziehungsweise anzeigt.

Die vier Kennzahlen müssen gemeinsam gelesen werden

Genau deshalb würde ich Search Console nie als Sammlung einzelner KPIs betrachten.

Interessant werden Kombinationen.

Steigende Impressionen plus steigende Klicks können auf wachsende Sichtbarkeit hinweisen.

Steigende Impressionen bei stabilen Klicks können eine Untersuchung von Suchanfragen, Positionen und CTR interessant machen.

Sinkende Klicks bei stabilen Impressionen können auf veränderte Positionen oder Klickwahrscheinlichkeiten hinweisen.

Sinkende Impressionen können wiederum ganz andere Ursachen besitzen.

Eine Kennzahl allein erzählt selten die gesamte Geschichte.

Suchanfragen sind für Contentplanung besonders wertvoll

Unter der Dimension Suchanfragen zeigt Search Console Begriffe, über die Ergebnisse der Website eingeblendet wurden.

Damit sieht man nicht, was ein SEO-Tool glaubt, wofür die Seite ranken könnte.

Man sieht echte Google-Suchanfragen, bei denen die eigene Property Sichtbarkeit erhalten hat. (Google Support)

Das macht die Daten für bestehende Websites ausgesprochen wertvoll.

Google zeigt uns indirekt:

Für welche Fragen hält der Suchalgorithmus diesen Inhalt zumindest teilweise für relevant?

Ein Artikel rankt fast nie nur für ein einziges Keyword

Angenommen, die Zielseite behandelt:

Was ist Webhosting?

In Search Console könnten dazu beispielsweise Suchanfragen auftauchen wie:

was ist webhosting
webhosting einfach erklärt
was bedeutet hosting
hosting und domain unterschied
wofür braucht man webhosting

Damit erkennt man die tatsächliche semantische Breite des Artikels.

Das ist wesentlich hilfreicher als die Vorstellung:

Eine Seite = ein Keyword.

Ein guter Wissensartikel beantwortet häufig einen ganzen Fragenraum.

Suchanfragen können fehlende Inhalte sichtbar machen

Angenommen, unser allgemeiner Hostingartikel erhält plötzlich viele Impressionen für:

managed vps unterschied

Er behandelt das Thema aber nur in zwei Sätzen.

Dann entsteht eine interessante Frage:

Ist diese Suchintention stark genug, um einen eigenen Artikel zu rechtfertigen?

Search Console kann damit Content-Lücken sichtbar machen, die aus tatsächlicher Google-Sichtbarkeit entstehen.

Die Daten liefern nicht automatisch die Entscheidung.

Sie liefern einen starken Hinweis.

Bestehende Impressionen können ein hervorragender Themenradar sein

Das ist gerade bei einem wachsenden Wissensportal interessant.

Anstatt ausschließlich neue Keywords aus externen Tools zu sammeln, können wir untersuchen:

Für welche Themen besitzt die Website bereits geringe Sichtbarkeit?

Wo zeigen Impressionen, dass Google einen thematischen Zusammenhang erkennt?

Wo fehlt noch eine Seite, die eine bestimmte Suchintention sauber beantwortet?

Damit kann aus Search Console ein sehr praktischer Redaktionsinput entstehen.

Aber nicht alle Suchanfragen werden angezeigt

Search Console blendet bestimmte Suchanfragen aus Datenschutzgründen als anonymisierte Queries aus. Außerdem werden in den Tabellen aufgrund interner Grenzen nicht zwangsläufig sämtliche möglichen Datenzeilen angezeigt. Anonymisierte Suchanfragen können dennoch in den Gesamtsummen enthalten sein. (Google Support)

Deshalb kann beispielsweise entstehen:

Gesamtklicks im Diagramm:

10.000

Summe aller sichtbaren Query-Zeilen:

weniger als 10.000.

Das ist kein Rechenfehler.

Die Tabelle ist nicht zwingend eine vollständige Liste jedes Suchbegriffs.

Die Dimension „Seiten“ dreht die Analyse um

Statt zu fragen:

Welche Suchanfragen bringen Sichtbarkeit?

kann man fragen:

Welche meiner Seiten erzeugen Sichtbarkeit?

Damit lassen sich beispielsweise die wichtigsten organischen Einstiegsseiten erkennen.

Eine Seite kann anschließend ausgewählt und der Bericht auf genau diese URL gefiltert werden.

Dann sehen wir nur noch die Suchanfragen dieser Seite.

Das ist einer der nützlichsten Search-Console-Workflows überhaupt:

Seite auswählen
↓
Suchanfragen dieser Seite ansehen
↓
Impressionen, Klicks, CTR und Position vergleichen

Damit lässt sich ein einzelner Artikel wesentlich besser verstehen.

Filter machen aus dem Bericht ein Analysewerkzeug

Der Performancebericht kann nach verschiedenen Dimensionen gefiltert und verglichen werden.

Dazu gehören beispielsweise Suchanfragen, Seiten, Länder, Geräte und weitere verfügbare Dimensionen. Mehrere Filter können gleichzeitig verwendet werden. (Google Support)

Damit kann aus:

Wie läuft meine Website?

eine viel genauere Frage werden:

Wie laufen mobile Google-Suchen aus Österreich für genau diese Seite?

Oder:

Welche Suchbegriffe mit „WordPress“ erzeugten für diesen Wissensbereich im aktuellen Zeitraum Impressionen?

Das ist analytisch wesentlich wertvoller als nur die große Gesamtgrafik.

Desktop und Mobilgerät können unterschiedliche Geschichten erzählen

Eine Seite kann auf Desktop hervorragend funktionieren und mobil deutlich schlechter.

Das kann unterschiedliche Ursachen haben:

andere Suchergebnisdarstellungen,

unterschiedliche Rankings,

unterschiedliches Nutzerverhalten,

technische Performance.

Deshalb lohnt sich bei Auffälligkeiten die Geräteaufteilung.

Die Dimension sollte jedoch nicht automatisch zur täglichen Pflichtanalyse werden.

Sie wird verwendet, wenn sie eine konkrete Frage beantworten kann.

Länder können Suchintention verändern

Ein deutschsprachiger Artikel kann Impressionen aus:

Österreich,

Deutschland,

Schweiz

und anderen Ländern erhalten.

Dass dieselbe Suchanfrage dort unterschiedliche Leistungen zeigt, muss nicht ungewöhnlich sein.

Sprache, Wettbewerb und Suchkontext können variieren.

Wer primär einen bestimmten Markt bedient, kann deshalb entsprechende Länderfilter verwenden.

Zeitvergleiche sind wertvoller als Momentaufnahmen

Eine einzelne Woche kann zufällig stark oder schwach sein.

Interessanter ist häufig:

Dieser Monat gegen den vorherigen Monat.

Dieses Quartal gegen das vorherige.

Ein Zeitraum gegenüber einem vergleichbaren früheren Zeitraum.

Search Console unterstützt Zeitfilter und Vergleiche innerhalb des Performanceberichts. Die neuesten Daten können teilweise zunächst vorläufig sein und sich noch verändern. (Google Support)

Gerade deshalb sollte man sich nicht von jeder täglichen Zacke im Diagramm nervös machen lassen.

Wochenrhythmen können wie SEO-Probleme aussehen

Eine B2B-Website erhält vielleicht werktags deutlich mehr Suchtraffic.

Ein Freizeitportal kann am Wochenende stärker sein.

Wenn Montag mit Sonntag verglichen wird, sieht die Entwicklung dramatisch aus.

Tatsächlich handelt es sich nur um normales Nutzerverhalten.

Deshalb sind sinnvolle Vergleichsperioden wichtig.

Bei vielen Analysen sind längere Trends aussagekräftiger als einzelne Tage.

Search Console ist hervorragend zur Erfolgskontrolle bestehender Inhalte

Angenommen, wir aktualisieren einen älteren Artikel umfassend.

Vor der Änderung dokumentieren wir:

Impressionen,

Klicks,

wichtige Queries,

CTR,

Positionen.

Danach beobachten wir die Entwicklung.

Nicht am nächsten Vormittag.

Sondern über einen angemessenen Zeitraum.

So lässt sich beurteilen, ob die neue Version für relevante Suchanfragen mehr Sichtbarkeit und Traffic entwickelt.

Das ist wesentlich besser als:

Der Text fühlt sich jetzt SEO-optimierter an.

Suchanfragen mit vielen Impressionen und wenig Klicks können interessant sein

Eine häufig sinnvolle Analyse lautet:

Welche Queries erzeugen bereits relevante Impressionen, aber relativ wenige Klicks?

Danach wird geprüft:

Welche durchschnittliche Position besitzt die Seite?

Passt die Suchintention wirklich?

Ist eine andere Seite vielleicht geeigneter?

Beschreiben Title und Suchergebnis den Inhalt passend?

Gibt es einen eigenen Abschnitt, der die Frage beantwortet?

Die richtige Reaktion ist ausdrücklich nicht automatisch:

Keyword fünfmal öfter in den Text schreiben.

Search Console zeigt ein Symptom.

Die Ursache muss erst verstanden werden.

Eine steigende CTR ist nicht immer das Hauptziel

Angenommen, eine Seite rankt bisher für zehn sehr passende Queries.

Nun wird sie deutlich umfassender und erscheint zusätzlich für hundert weitere, teilweise breitere Suchanfragen.

Die Impressionen explodieren.

Die Klicks steigen ebenfalls stark.

Die durchschnittliche CTR sinkt.

War die Optimierung schlecht?

Nicht unbedingt.

Eine niedrigere CTR kann bei deutlich größerer Reichweite vollkommen akzeptabel sein.

Die isolierte Optimierung einer Quote ist selten das eigentliche Ziel.

Wir wollen relevante Besucher, nicht eine möglichst schöne Prozentzahl.

Durchschnittliche Position ist kein Ersatz für Query-Analyse

Auch eine Seite mit durchschnittlicher Position 20 kann für einzelne wichtige Suchanfragen auf Position drei stehen.

Andere weniger relevante Queries ziehen den Durchschnitt nach unten.

Deshalb sollte bei wichtigen Artikeln nicht nur die Seitenposition betrachtet werden.

Die Aufteilung nach Suchanfragen zeigt wesentlich mehr.

Je aggregierter eine Zahl ist, desto mehr Details verschwinden darin.

Search Console kann Hinweise auf mehrere konkurrierende Seiten geben

Wenn für dieselbe Suchanfrage verschiedene eigene URLs auftauchen, kann das interessant sein.

Es muss aber nicht automatisch ein Problem sein.

Vielleicht beantworten die beiden Seiten unterschiedliche Aspekte derselben Suche.

Vielleicht wechselt Google zwischen ihnen.

Vielleicht existiert tatsächlich eine unnötige thematische Überschneidung.

Erst die Kombination aus Suchintention, URLs und Performance erlaubt eine sinnvolle Bewertung.

Der Begriff „Keyword-Kannibalisierung“ sollte deshalb nicht dazu führen, dass ähnliche Seiten reflexartig zusammengelegt werden.

Die URL-Prüfung beantwortet eine völlig andere Frage

Der Performancebericht fragt:

Wie erscheint meine Website in der Suche?

Die URL-Prüfung fragt:

Was weiß Google über genau diese URL?

Das URL Inspection Tool zeigt Informationen zu Googles indexierter Version einer konkreten Seite und ermöglicht zusätzlich einen Live-Test der aktuell erreichbaren Version. Es wird insbesondere genutzt, um Indexierungsprobleme einzelner URLs zu untersuchen und gegebenenfalls eine erneute Indexierung anzufragen. (Google Support)

Für technische SEO ist dieses Werkzeug unverzichtbar.

„URL ist auf Google“ und Live-Test sind unterschiedliche Zustände

Angenommen, Google hat einen Artikel vor einer Woche gecrawlt.

Gestern wurde ein technischer Fehler behoben.

Die URL-Prüfung kann Informationen zum bekannten Google-Indexstand zeigen.

Der Live-Test prüft dagegen die aktuell erreichbare Version.

Damit können unterschiedliche Ergebnisse entstehen.

Das ist völlig logisch.

Google besitzt einen gespeicherten Zustand.

Die Website besitzt inzwischen einen neueren Live-Zustand.

Die URL-Prüfung hilft dabei, beide auseinanderzuhalten. (Google Support)

Ein erfolgreicher Live-Test bedeutet nicht automatisch Indexierung

Google weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Live-Test beurteilt, ob die aktuelle Seite grundsätzlich viele Voraussetzungen für eine mögliche Aufnahme erfüllt. Er beweist nicht, dass die Seite bereits in Google erscheint oder anschließend zwingend indexiert wird. (Google Support)

Das ist wieder dieselbe Trennung aus unserem Crawling-Artikel:

erreichbar
≠
crawlbar
≠
indexierbar
≠
indexiert
≠
gutes Ranking

Search Console macht diese Ebenen sichtbar.

„Indexierung beantragen“ ist keine Fast-Lane zu Platz eins

Für einzelne neue oder wesentlich geänderte URLs kann über die URL-Prüfung eine Indexierung angefordert werden. Das ist eine Anfrage an Google – keine Garantie für sofortiges Crawling, Indexierung oder Ranking. (Google Support)

Deshalb sollte ein normaler redaktioneller Prozess nicht davon abhängen, dass jemand jeden neuen Artikel manuell anmeldet.

Eine gute Website sorgt automatisch für Entdeckung über:

interne Links,

Hub-Seiten

und Sitemap.

Die manuelle Anfrage ist ein Diagnose- und Ausnahmeinstrument.

Der Bericht zur Seitenindexierung betrachtet die Website als Ganzes

Für einzelne URLs ist die URL-Prüfung ideal.

Für einen größeren Überblick gibt es den Bericht zur Seitenindexierung.

Er zeigt, wie viele Google bekannte Seiten indexiert beziehungsweise nicht indexiert wurden und gruppiert nicht indexierte URLs nach Gründen. Google betont ausdrücklich, dass „nicht indexiert“ nicht automatisch einen Fehler bedeutet. Duplikate, bewusst ausgeschlossene Seiten oder Weiterleitungs-URLs müssen beispielsweise nicht indexiert werden. (Google Support)

Das ist eine der wichtigsten Lektionen bei diesem Bericht.

100 Prozent Indexierungsquote ist kein sinnvolles Ziel

WordPress kann sehr viele URLs erzeugen.

Beispielsweise:

Weiterleitungen,

Duplikate,

bestimmte Archive,

Parameter,

technische Seiten.

Nicht jede davon soll ein eigenständiges Google-Suchergebnis werden.

Google selbst sagt im Indexierungsbericht ausdrücklich, dass nicht 100 Prozent sämtlicher URLs indexiert sein müssen; das Ziel sind insbesondere die kanonischen wichtigen Seiten. (Google Support)

Die richtige Frage lautet also nicht:

Warum sind 800 URLs nicht indexiert?

Sondern:

Sind unter diesen 800 URLs Seiten, die wir tatsächlich indexiert haben wollen?

Ein sprunghafter Anstieg nicht indexierter Seiten kann trotzdem wichtig sein

Angenommen, nach einem Plugin-Update entstehen plötzlich 50.000 neue Filter-URLs.

Der Bericht zeigt einen massiven Anstieg.

Dann hat Search Console möglicherweise ein Architekturproblem sichtbar gemacht.

Oder nach einem fehlerhaften Deployment erhalten tausende Artikel noindex.

Auch das wäre kritisch.

Die Zahl selbst ist also nicht gut oder schlecht.

Entscheidend ist der Grund.

Die Sitemap-Berichte zeigen, ob Google unsere URL-Liste verarbeiten kann

Wie in XML-Sitemap erklärt beschrieben, kann die Sitemap über Search Console eingereicht werden.

Der Sitemap-Bericht zeigt unter anderem die Einreichungshistorie und Fehler, die Google beim Abrufen oder Verarbeiten der eingereichten Sitemaps festgestellt hat. Das erfolgreiche Einreichen garantiert weiterhin nicht, dass jede enthaltene URL gecrawlt oder indexiert wird. (Google Support)

Die sinnvolle Interpretation lautet deshalb:

Search Console bestätigt den technischen Kommunikationsweg.

Nicht:

Google verspricht damit die Indexierung aller Seiten.

Core Web Vitals erscheinen ebenfalls in Search Console

Der Core-Web-Vitals-Bericht basiert auf tatsächlichen Nutzungsdaten und gruppiert ähnliche URLs nach ihrem Zustand für LCP, INP und CLS. Der Bericht ist für die Betrachtung größerer Muster gedacht und nicht als vollständige Einzelseitenliste. (Google Support)

Das passt hervorragend zu unserem Performance-Workflow.

Wenn Search Console beispielsweise eine Gruppe langsamer Artikelseiten meldet, suchen wir nicht zwangsläufig in jedem Artikel einzeln nach einem Fehler.

Vielleicht besitzen alle dasselbe Template.

Dann liegt die Ursache möglicherweise zentral im Theme.

Mehr dazu findest du unter Core Web Vitals verstehen.

Berichte zu strukturierten Daten erscheinen nur dort, wo sie relevant sind

Wenn Google unterstützte strukturierte Daten für bestimmte Rich-Result-Typen erkennt, können entsprechende Berichte in Search Console erscheinen.

Diese Berichte zeigen gültige beziehungsweise ungültige erkannte strukturierte Datenelemente und technische Probleme. Auch diese Berichte stellen nicht zwangsläufig eine vollständige Liste jedes erkannten Elements dar. (Google Support)

Damit lässt sich beispielsweise erkennen, ob ein Template auf hunderten Seiten denselben Markup-Fehler erzeugt.

Auch hier ist die Search Console besonders stark bei Musterproblemen.

Der Links-Bericht ist nützlich – aber keine vollständige Backlink-Datenbank

Search Console besitzt außerdem einen Bericht über interne und externe Links.

Dort lassen sich beispielsweise häufig extern verlinkte eigene Seiten, wichtige verlinkende Domains und intern stark verlinkte Seiten untersuchen.

Google weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass dieser Bericht keine vollständige Liste sämtlicher Links darstellt. Die dargestellten Daten sind teilweise Stichproben beziehungsweise begrenzte Tabellen. (Google Support)

Damit eignet sich der Bericht gut zur Orientierung.

Er ist aber kein vollständiger Ersatz für spezialisierte Linkanalyse-Werkzeuge.

Der interne Linkbericht kann Architekturprobleme sichtbar machen

Besonders interessant ist für unser Wissensportal der Bereich der internen Links.

Wenn zentrale Hub-Seiten viele sinnvolle interne Eingänge besitzen und ein wichtiger Cornerstone-Artikel praktisch nirgendwo verlinkt ist, lohnt sich ein Blick auf die Informationsarchitektur.

Der Bericht kann also bei der Frage helfen:

Spiegelt unsere interne Linkstruktur tatsächlich wider, welche Seiten wir für wichtig halten? (Google Support)

Das ergänzt hervorragend unseren Artikel Interne Verlinkung richtig aufbauen.

Sicherheitsprobleme gehören zu den Berichten, die man nie sehen möchte

Search Console kann Sicherheitsprobleme melden, wenn Google beispielsweise Hinweise auf gehackte Inhalte, Malware, unerwünschte Software oder Social Engineering erkennt. Betroffene Websites können in Suchergebnissen beziehungsweise beim Aufruf mit Warnungen versehen werden. (Google Support)

Das macht Search Console nicht zu einem vollständigen Website-Sicherheitssystem.

Aber eine solche Warnung ist ausgesprochen ernst zu nehmen.

Der richtige Ablauf lautet dann nicht:

Wie bekomme ich die Meldung weg?

Sondern zuerst:

Was wurde kompromittiert und wie wird das Problem vollständig beseitigt?

Manuelle Maßnahmen sind etwas anderes als Sicherheitsprobleme

Der Bericht „Manuelle Maßnahmen“ zeigt Fälle, in denen ein menschlicher Google-Prüfer festgestellt hat, dass Seiten oder die Website gegen Googles Spamrichtlinien verstoßen. Solche Maßnahmen können dazu führen, dass Inhalte schlechter oder gar nicht in den Suchergebnissen erscheinen. (Google Support)

Das unterscheidet sich von einem Sicherheitsproblem.

Vereinfacht:

Sicherheitsproblem
→ Website möglicherweise gehackt oder für Nutzer gefährlich

Manuelle Maßnahme
→ Google sieht einen Verstoß gegen Spamrichtlinien

Beide Meldungen sind wichtig.

Ihre Ursachen und Lösungen unterscheiden sich.

Search Console ist kein tägliches Alarmbrett für normale Schwankungen

Wer eine Website täglich beobachtet, findet fast immer etwas, worüber man sich Sorgen machen könnte.

Klicks gestern niedriger.

Position einer Query um zwei Plätze gefallen.

Zehn URLs mehr unter „nicht indexiert“.

Impressionen springen.

Viele dieser Veränderungen sind normal.

Suchverhalten verändert sich.

Wochentage unterscheiden sich.

Google crawlt nicht jede Seite ständig.

Positionen schwanken.

Deshalb ist eine regelmäßige, aber ruhige Betrachtung meist wesentlich sinnvoller als täglicher Aktionismus.

Große Abweichungen sind interessanter als kleine Zacken

Besonders aufmerksam würde ich werden bei:

einem plötzlichen starken Einbruch des gesamten Suchtraffics,

einem starken Rückgang eines wichtigen Verzeichnisses,

ungewöhnlichen Indexierungssprüngen,

Sitemap-Fehlern,

Sicherheitsmeldungen,

manuellen Maßnahmen

oder deutlichen Core-Web-Vitals-Problemen.

Dann gibt es einen konkreten Anlass zur Untersuchung.

Ein Rückgang von 347 auf 332 Klicks an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ist dagegen für sich allein selten eine Krise.

Search Console ist hervorragend für Contentpflege

Der größte Nutzen liegt für ein Wissensportal nicht ausschließlich im technischen Monitoring.

Die Performance-Daten können direkt in die Redaktion zurückfließen.

Ein sinnvoller Prozess könnte sein:

bestehenden Artikel auswählen
↓
Queries analysieren
↓
Suchintentionen gruppieren
↓
fehlende oder schwache Aspekte erkennen
↓
Artikel gezielt verbessern
↓
interne Links ergänzen
↓
Entwicklung beobachten

Damit wird Search Console zu einem Feedbackkanal zwischen Suchenden und Redaktion.

Man sollte nicht jede Query in den Artikel hineinpressen

Angenommen, ein DNS-Artikel erhält Impressionen für zwanzig verwandte Suchbegriffe.

Das bedeutet nicht, dass alle zwanzig Formulierungen wörtlich in den Text eingebaut werden müssen.

Oft beschreiben sie lediglich unterschiedliche sprachliche Varianten derselben Frage.

Interessanter ist:

Welche Informationsbedürfnisse stecken dahinter?

Wenn zehn Suchanfragen alle sinngemäß fragen:

Was passiert, wenn ich meinen Nameserver ändere?

fehlt vielleicht tatsächlich ein Abschnitt.

Das ist echte datenbasierte Contentoptimierung.

Queries können auch neue Artikel statt längerer bestehender Artikel nahelegen

Nicht jede neue Suchintention sollte in einen bestehenden Text gezwängt werden.

Unser Grundlagenartikel „Was ist DNS?“ könnte plötzlich Impressionen für:

spf dkim dmarc einrichten

erhalten.

Das Thema hängt mit DNS zusammen.

Es ist aber groß genug für eine eigene praktische Anleitung.

Dann wäre die bessere Architektur:

Grundlagenartikel kurz einordnen.

Neuen Spezialartikel erstellen.

Beide sinnvoll intern verbinden.

Damit hilft Search Console nicht nur bei Textoptimierung, sondern beim Aufbau ganzer Themencluster.

Seiten mit viel Sichtbarkeit und sinkenden Klicks verdienen Aufmerksamkeit

Besonders interessant sind etablierte Seiten.

Wenn eine Seite bisher zuverlässig Suchtraffic erzeugt und anschließend über längere Zeit deutlich verliert, lohnt sich eine Analyse.

Dabei sollte getrennt werden:

Sind die Impressionen gefallen?

Ist hauptsächlich die Position gefallen?

Ist die CTR gefallen?

Betrifft es einzelne Queries?

Betrifft es alle Geräte oder Länder?

Ist die Seite noch aktuell?

Hat sich die Suchintention oder Konkurrenz verändert?

Erst danach sollte der Artikel verändert werden.

Die Search Console hilft, die richtige Frage zu stellen.

Seiten mit steigenden Impressionen sind ebenfalls interessant

SEO-Arbeit konzentriert sich häufig auf Verlierer.

Dabei können Gewinner mindestens genauso wertvoll sein.

Wenn ein Artikel plötzlich für immer mehr passende Suchanfragen Impressionen erhält, könnte dort Potenzial liegen.

Vielleicht fehlen nur einige wichtige Unterfragen.

Vielleicht lohnt eine bessere interne Verlinkung.

Vielleicht kann ein eigener Cluster entstehen.

Eine Seite, die bereits Relevanzsignale besitzt, kann eine wesentlich bessere Ausgangsbasis sein als ein völlig neues Thema ohne bestehende Sichtbarkeit.

Search Console kann bei interner Verlinkung helfen

Angenommen, wir möchten einen neuen Artikel über Redis für WordPress veröffentlichen.

Search Console zeigt, welche bestehenden Seiten bereits Impressionen für Redis-nahe Suchbegriffe erhalten.

Diese Seiten sind sehr gute Kandidaten für eine redaktionelle Prüfung:

Passt dort ein interner Link zum neuen Artikel?

Damit wird Search Console Teil unseres internen Linkworkflows.

Suchdaten zeigen uns, wo Google bereits einen thematischen Zusammenhang erkennt.

Die Redaktion entscheidet, ob daraus auch für den Leser eine sinnvolle Verbindung entsteht.

Search Console und Webanalyse beantworten gemeinsam wesentlich bessere Fragen

Search Console sagt beispielsweise:

10.000 Impressionen
800 Klicks

Webanalyse zeigt anschließend:

800 Suchbesuche
↓
durchschnittliche Lesezeit
↓
weitere Artikel
↓
Newsletter-Anmeldung

Erst zusammen kann man erkennen:

Nicht nur welche Inhalte Traffic bekommen, sondern auch welcher Traffic auf der Website tatsächlich wertvoll ist.

Das wird der nächste große Schritt unseres Analyseclusters.

Daten lassen sich exportieren

Search Console-Berichte können Daten exportieren. Für größere oder automatisierte Analysen stellt Google zusätzlich die Search Console API bereit. Darüber lassen sich unter anderem Search-Analytics-Daten abfragen, Sitemaps verwalten und URL-Inspection-Daten programmatisch abrufen. (Google for Developers)

Damit können regelmäßige Auswertungen automatisiert werden.

Für eine einzelne kleine Website ist das häufig unnötig.

Bei vielen Websites verändert sich die Rechnung erheblich.

Die API eignet sich für automatisierte SEO-Prozesse

Eine eigene Anwendung könnte beispielsweise regelmäßig abrufen:

Queries,

Seiten,

Klicks,

Impressionen,

CTR,

Positionen.

Danach ließen sich automatisch Veränderungen erkennen.

Zum Beispiel:

Artikel verliert deutlich Klicks
↓
System erkennt Veränderung
↓
Queries analysieren
↓
Überarbeitungsaufgabe erzeugen

Die Search Analytics API unterstützt dafür verschiedene Dimensionen und Filter. Google weist allerdings darauf hin, dass auch die API aufgrund interner Grenzen nicht zwangsläufig sämtliche denkbaren Datenzeilen liefert. (Google for Developers)

Für sehr große Datenauswertungen gibt es den Bulk-Export

Google bietet zusätzlich einen täglichen Bulk-Export von Search-Console-Performance-Daten nach BigQuery an.

Dabei werden die für die Property verfügbaren Performance-Daten exportiert, mit Ausnahme anonymisierter Suchanfragen. Der Export läuft nach Einrichtung täglich weiter und eignet sich insbesondere für komplexere Analysen und langfristige eigene Datenhaltung. (Google Support)

Das ist deutlich mehr als eine komfortable Exportfunktion.

Damit lässt sich Search Console in eine eigene Datenplattform integrieren.

Der Bulk-Export verändert den Charakter von Search Console

In der Oberfläche beantwortet man einzelne Fragen.

Mit einem eigenen Datenbestand können dagegen systematisch hunderte oder tausende Seiten ausgewertet werden.

Beispielsweise:

Welche Seiten verlieren seit acht Wochen kontinuierlich Impressionen?

Welche URLs besitzen viele Impressionen auf relevanten Queries, aber kaum Klicks?

Welche Cluster wachsen?

Bei welchen Seitentypen verschlechtert sich die mobile Performance?

Welche Themen erzeugen neue Query-Muster?

Für größere Contentportfolios wird Search Console damit von einem Dashboard zu einer Datenquelle.

Trotzdem sollte Automatisierung keine Texte automatisch „SEO-reparieren“

Ein System erkennt:

CTR gefallen.

Dann verändert KI automatisch den Title.

Position gefallen.

Dann schreibt KI 500 zusätzliche Wörter.

Das wäre eine schlechte Verwendung der Daten.

Search Console zeigt Veränderungen.

Die Ursache kann völlig unterschiedlich sein.

Eine gute Automatisierung sollte deshalb zunächst:

auffällige Fälle erkennen,

relevante Daten zusammenstellen,

mögliche Ursachen eingrenzen

und eine Aufgabe erzeugen.

Die redaktionelle oder fachliche Entscheidung kommt danach.

Ein sinnvoller Search-Console-Workflow für ein Wissensportal

Für ein Portal wie Casiopeya würde ich drei Ebenen unterscheiden.

Im laufenden Betrieb kontrollieren wir vor allem, ob gravierende technische Probleme, Sicherheitsprobleme oder starke Trafficveränderungen auftreten.

In regelmäßigen Abständen analysieren wir Contententwicklung: Gewinner, Verlierer, neue Queries und neue Themenchancen.

Bei einzelnen Seiten verwenden wir die URL-Prüfung und Query-Analyse nur dann detailliert, wenn eine konkrete Frage besteht.

So verhindert man, dass Search Console zu einem Dashboard wird, in das man jeden Morgen hineinschaut, ohne daraus eine Entscheidung abzuleiten.

Die Startphase einer neuen Website braucht Geduld

Eine neue Property besitzt zunächst kaum Performance-Daten.

Google muss die Website entdecken, crawlen und indexieren.

Anschließend müssen überhaupt erst Impressionen und Klicks entstehen.

Google weist darauf hin, dass bei neu hinzugefügten Websites beziehungsweise Properties Daten nicht zwangsläufig sofort erscheinen. (Google Support)

Das bedeutet:

Eine leere Search Console am zweiten Tag ist keine SEO-Diagnose.

Es gibt schlicht noch wenig zu messen.

In der Anfangsphase sind technische Signale wichtiger

Bei einer neuen Website würde ich zuerst kontrollieren:

Ist die Sitemap erreichbar und verarbeitet?

Kennt Google wichtige Seiten?

Sind zentrale URLs grundsätzlich indexierbar?

Gibt es versehentliche noindex– oder robots.txt-Probleme?

Erst wenn Suchsichtbarkeit wächst, werden Performanceanalysen wirklich ergiebig.

Davor ist das Beobachten von CTR-Schwankungen bei zwölf Impressionen statistisch wenig sinnvoll.

Nicht jede Meldung in Search Console muss behoben werden

Das gilt besonders für Indexierung.

Google zeigt vielleicht:

Weiterleitungsseite.

Duplikat.

Durch noindex ausgeschlossen.

Wenn genau das beabsichtigt war, gibt es nichts zu reparieren.

Google betont beim Page-Indexing-Bericht ausdrücklich, dass „nicht indexiert“ häufig legitim ist und jeweils der konkrete Grund bewertet werden sollte. (Google Support)

Das Ziel ist nicht:

alles grün machen.

Das Ziel ist:

beabsichtigter technischer Zustand.

Search Console kennt nicht automatisch deine Geschäftsziele

Google kann zeigen:

Dieser Artikel bekommt 10.000 Klicks.

Aber Google weiß nicht, ob dieser Artikel für dein Projekt wertvoll ist.

Vielleicht bringt ein Nischenartikel mit 300 Klicks wesentlich mehr Newsletter-Abonnenten, Kunden oder relevante Leser.

Deshalb sollte Search Console nie allein die redaktionelle Strategie bestimmen.

Sie misst Suchsichtbarkeit.

Die Website selbst besitzt darüber hinaus eigene Ziele.

Auch Rankings sind nicht das Endziel

Eine Seite auf Position drei ohne Klicks und ohne Nutzen ist weniger interessant als eine Seite auf Position fünf, die regelmäßig die richtigen Besucher erreicht.

Search Console verführt durch ihre Kennzahlen leicht dazu, Rankings als Spielstand zu betrachten.

Die sinnvollere Perspektive lautet:

Erreichen unsere Inhalte die Menschen, für die sie gedacht sind?

Positionen, Impressionen und CTR helfen uns bei dieser Frage.

Sie ersetzen sie nicht.

Was du dir über die Google Search Console merken solltest

Die Google Search Console zeigt vor allem, wie Google deine Website kennt und wie deine Inhalte in Google Search auftreten.

Der Performancebericht liefert Klicks, Impressionen, CTR und durchschnittliche Position sowie Aufteilungen nach Suchanfragen, Seiten und weiteren Dimensionen. (Google Support)

Die URL-Prüfung hilft bei der Untersuchung einer konkreten Seite und unterscheidet zwischen Googles bekanntem Indexzustand und einem Test der aktuellen Live-Version. (Google Support)

Der Seitenindexierungsbericht zeigt größere Muster bei indexierten und nicht indexierten URLs. Nicht jede nicht indexierte URL stellt einen Fehler dar. (Google Support)

Der Sitemap-Bericht zeigt, ob Google eingereichte Sitemaps abrufen und verarbeiten kann. (Google Support)

Der Core-Web-Vitals-Bericht zeigt reale Performanceprobleme gruppierter URLs. (Google Support)

Weitere Berichte können unter anderem strukturierte Daten, interne und externe Links, Sicherheitsprobleme und manuelle Maßnahmen sichtbar machen. (Google Support)

Der größte Wert entsteht jedoch nicht durch das bloße Anschauen dieser Zahlen.

Er entsteht aus der Schleife:

Daten beobachten
↓
auffällige Veränderung erkennen
↓
konkrete Frage formulieren
↓
Ursache untersuchen
↓
gezielt verbessern
↓
Entwicklung erneut beobachten

Dann wird Search Console von einem SEO-Dashboard zu einem echten Werkzeug für die Weiterentwicklung einer Website.