Ein Foto hält einen einzelnen Moment fest.
Ein Video zeigt dagegen Bewegung.
Technisch besteht diese Bewegung zunächst aus vielen einzelnen Bildern, die schnell hintereinander dargestellt werden. Hinzu kommen meist Ton, Zeitinformationen und weitere Daten.
Vereinfacht:
Video
=
viele Einzelbilder
+
zeitliche Reihenfolge
+
meist Ton
Ein zehn Sekunden langer Videoclip kann bereits mehrere hundert Einzelbilder enthalten. Trotzdem wird er für den Betrachter als kontinuierliche Bewegung wahrgenommen.
Digitales Video verbindet damit mehrere Themen, die wir bereits aus der Fotografie kennen:
Licht,
Belichtung,
Schärfe,
Brennweite,
Bildkomposition,
Farbe.
Zusätzlich kommt eine neue Dimension hinzu:
Zeit.
Video ist Fotografie mit Zeitachse
Bei einem Foto interessiert uns ein einziger Aufnahmezeitpunkt.
Bei Video dagegen:
Bild 1
↓
Bild 2
↓
Bild 3
↓
Bild 4
↓
...
Jedes Einzelbild muss nicht nur für sich funktionieren. Die Bilder müssen auch in ihrer zeitlichen Abfolge glaubwürdig und technisch sauber miteinander verbunden sein.
Dadurch entstehen neue Fragen:
Wie viele Bilder werden pro Sekunde aufgenommen?
Wie lang wird jedes einzelne Bild belichtet?
Wie werden Bewegungen dargestellt?
Wie bleibt der Ton synchron?
Wie groß wird die Datei?
Wie wird das Video später komprimiert?
Was ist ein Frame?
Ein einzelnes Bild innerhalb eines Videos wird als Frame bezeichnet.
Ein Video kann beispielsweise aus:
Frame 1
Frame 2
Frame 3
Frame 4
Frame 5
...
bestehen.
Jeder Frame ist im Grunde ein Rasterbild.
Das bedeutet:
Auch für einen Videoframe gelten Grundlagen aus dem Artikel über Bildauflösung.
Er besitzt beispielsweise:
1920 × 1080 Pixel
oder:
3840 × 2160 Pixel
Bewegung entsteht zwischen den Frames
Angenommen, eine Person bewegt ihre Hand.
Im ersten Frame befindet sich die Hand hier:
Frame 1
Person
\
Hand
Im nächsten etwas weiter:
Frame 2
Person
\
Hand
Danach noch weiter:
Frame 3
Person
\
Hand
Werden diese Bilder schnell genug nacheinander gezeigt, nehmen wir die Bewegung als zusammenhängend wahr.
Was ist die Bildrate?
Die Anzahl der angezeigten beziehungsweise aufgenommenen Einzelbilder pro Sekunde wird als Bildrate bezeichnet.
Englisch:
Frames per Second, kurz:
fps.
Zum Beispiel:
24 fps
bedeutet:
24 Einzelbilder pro Sekunde.
30 fps
bedeutet:
30 Einzelbilder pro Sekunde.
60 fps
entsprechend:
60 Einzelbilder pro Sekunde.
Eine Minute Video enthält sehr viele Bilder
Bei 30 fps:
30 Bilder
×
60 Sekunden
=
1.800 Frames
pro Minute.
Bei 60 fps:
60
×
60
=
3.600 Frames
Schon daran erkennt man, warum Video wesentlich mehr Daten erzeugt als ein einzelnes Foto.
Höhere Bildrate bedeutet mehr zeitliche Information
Ein schnell bewegtes Motiv wird häufiger pro Sekunde erfasst.
24 fps
→ weniger Zeitpunkte
60 fps
→ mehr Zeitpunkte
Dadurch können Bewegungen flüssiger beziehungsweise detaillierter dargestellt werden.
Aber:
Eine höhere Bildrate ist nicht automatisch besser.
Sie beeinflusst:
Dateimenge,
Belichtung,
Bildwirkung,
spätere Wiedergabe.
Das vertiefen wir im folgenden Artikel über Videoauflösung und Bildrate.
Bildrate und Verschlusszeit sind nicht dasselbe
Das wird häufig verwechselt.
Die Bildrate beschreibt:
Wie oft pro Sekunde
entsteht ein Frame?
Die Verschlusszeit beschreibt:
Wie lange wird
jeder einzelne Frame belichtet?
Beispiel:
25 fps
+
1/50 s Verschlusszeit
Das bedeutet:
25 Bilder pro Sekunde,
wobei jeder einzelne Frame ungefähr 1/50 Sekunde Licht sammelt.
Warum beeinflusst die Verschlusszeit die Bewegung?
Wie bei einem Foto entscheidet die Belichtungszeit darüber, wie stark Bewegung innerhalb eines einzelnen Frames verwischt.
Kurze Verschlusszeit:
bewegtes Objekt
→ relativ scharf eingefroren
Längere Verschlusszeit:
bewegtes Objekt
→ mehr Bewegungsunschärfe
Bewegungsunschärfe ist bei Video wichtig
Ein Video besteht zwar aus vielen Einzelbildern, doch wenn jeder Frame extrem scharf eingefroren ist, kann Bewegung ungewöhnlich hart beziehungsweise stakkatoartig wirken.
Etwas Bewegungsunschärfe hilft unserem Auge, die einzelnen Frames als zusammenhängende Bewegung wahrzunehmen.
Das bedeutet nicht, dass jedes Video dieselbe Verschlusszeit braucht
Sport,
Action,
ästhetisches Filmvideo,
Bildschirmaufnahme,
Zeitlupe
können unterschiedliche Anforderungen besitzen.
Die bekannte Faustregel, die Verschlusszeit ungefähr auf das Doppelte der Bildrate zu beziehen, ist ein verbreiteter Ausgangspunkt – kein unveränderliches Gesetz.
Video übernimmt die Belichtungsgrundlagen der Fotografie
Auch bei Video bestimmen weiterhin:
Blende
+
Verschlusszeit
+
ISO
die Aufnahme.
Doch die Verschlusszeit ist durch die gewünschte Bewegungsdarstellung oft stärker eingeschränkt.
Beispiel
Bei Foto könntest du einen ruhigen Menschen vielleicht aufnehmen mit:
1/25 s
wenn Stabilisierung und Situation es erlauben.
Bei einem Video mit:
25 fps
würde eine solche Verschlusszeit bereits fast die gesamte Dauer zwischen zwei Frames abdecken.
Das erzeugt deutlich sichtbare Bewegungsunschärfe.
Dadurch wird Blende und ISO wichtiger
Wenn du die Verschlusszeit wegen der gewünschten Bewegungsdarstellung nicht beliebig verlängern möchtest, bleibt bei wenig Licht oft nur:
Blende öffnen
oder:
ISO erhöhen
beziehungsweise:
mehr Licht einsetzen
Das verbindet Video unmittelbar mit Licht in der Fotografie und Belichtung.
Video braucht kontinuierliches Licht
Ein kurzer Fotoblitz hilft bei einem normalen Video kaum.
Er beleuchtet nur einen winzigen Moment.
Für Video benötigt man typischerweise:
kontinuierliches Licht
also beispielsweise:
LED-Leuchten,
Tageslicht,
dauerhaft eingeschaltete Lichtquellen.
Blitz wäre nur in einem einzelnen Frame sichtbar
Vereinfacht:
Frame 1
normal
Frame 2
BLITZ
Frame 3
normal
Das wäre keine gleichmäßige Videobeleuchtung.
Deshalb unterscheiden sich Foto- und Videolicht-Workflows
Ein Fotograf kann mit einem starken Blitz sehr viel Licht für einen Bruchteil einer Sekunde erzeugen.
Ein Videolicht muss hingegen:
kontinuierlich,
möglichst stabil
und häufig über längere Zeit
arbeiten.
Das beeinflusst:
Leistung,
Wärme,
Stromversorgung.
Flimmern wird bei Video wichtiger
Eine Leuchte kann für das menschliche Auge konstant wirken, obwohl ihre Helligkeit sehr schnell schwankt.
Eine Kamera kann diese Schwankungen sichtbar machen.
Dann entstehen:
Flackern,
Helligkeitspumpen,
Streifen.
Besonders bei künstlichem Licht müssen daher:
Bildrate,
Verschlusszeit,
Lichtquelle
zusammenpassen.
Was bedeutet Videoauflösung?
Jeder Frame besitzt Pixelabmessungen.
Zum Beispiel:
1920 × 1080
oder:
3840 × 2160
Die Auflösung beschreibt also zunächst, wie viele Bildpunkte jeder einzelne Frame enthält.
Videoauflösung ist nicht dasselbe wie Bildqualität
Wie beim Foto gilt:
mehr Pixel
≠
automatisch besseres Bild
Ein unscharfes 4K-Video bleibt unscharf.
Ein schlecht belichtetes 4K-Video bleibt schlecht belichtet.
Ein hochwertiges Full-HD-Video kann visuell besser wirken als technisch schwaches 4K-Material.
Was bedeutet Full HD?
Die verbreitete Rastergröße:
1920 × 1080 Pixel
wird häufig als:
Full HD
bezeichnet.
Was bedeutet 4K?
Im gewöhnlichen Consumer- und Webvideokontext ist häufig:
3840 × 2160 Pixel
gemeint.
Das besitzt viermal so viele Pixel wie 1920 × 1080:
1920 × 1080
≈ 2,1 Mio. Pixel
3840 × 2160
≈ 8,3 Mio. Pixel
4K ist also nicht einfach doppelt so viele Pixel
Breite und Höhe verdoppeln sich ungefähr.
Dadurch vervierfacht sich die gesamte Pixelzahl.
2 × Breite
×
2 × Höhe
=
4 × Pixelzahl
Mehr Pixel bedeuten mehr Daten
Bei gleicher:
Bildrate,
Farbtiefe,
Kompressionsstrategie
muss ein 4K-Video wesentlich mehr Bildinformation verarbeiten als Full HD.
Das betrifft:
Speicherkarte,
Kamera,
Schnittrechner,
Export,
Hosting,
Bandbreite.
Deshalb sollte Videoauflösung nach Ziel gewählt werden
Nicht:
höchstmögliche Auflösung
→ immer verwenden
sondern:
Zielmedium
↓
notwendige Auflösung
Für manche Websiteanwendungen genügt deutlich weniger als für:
großen Fernseher,
Kinoprojektion,
starken Crop.
Höhere Aufnahmeauflösung kann trotzdem Reserve schaffen
Beispielsweise:
4K aufnehmen
↓
Full-HD-Ausgabe
Damit kannst du innerhalb des 4K-Materials etwas:
croppen,
digital schwenken,
stabilisieren
und trotzdem Full-HD-Auflösung erhalten.
Video besitzt ein Seitenverhältnis
Wie Bilder können auch Videos unterschiedliche Seitenverhältnisse haben.
Klassisches Breitbild:
16:9
Vertikales Smartphonevideo:
9:16
Quadratisch:
1:1
Andere Formate sind ebenfalls möglich.
Das Seitenverhältnis beeinflusst die Komposition
Eine Person im 16:9-Bild:
┌──────────────────────────┐
│ Person │
│ ● │
└──────────────────────────┘
kann Platz für Text oder Umgebung besitzen.
Dasselbe Material in 9:16:
┌────────┐
│ Person │
│ ● │
│ │
│ │
└────────┘
benötigt eine andere Komposition.
Horizontal aufgenommenes Video lässt sich nicht immer sinnvoll vertikal croppen
Wenn zwei Personen weit auseinander stehen:
Person A Person B
passt möglicherweise nur eine davon in den vertikalen Ausschnitt.
Deshalb sollte das spätere Ausgabeformat bereits bei der Aufnahme berücksichtigt werden.
Video ist nicht nur Bild
Fast jedes normale Video enthält zusätzlich:
Ton.
Dieser kann beispielsweise bestehen aus:
Sprache,
Musik,
Umgebungsgeräusch,
Soundeffekten.
Video
├── Bild
└── Ton
Bild und Ton sind technisch getrennte Datenströme
Eine Videodatei kann beispielsweise enthalten:
Videospur
+
Audiospur
Zusätzlich eventuell:
Untertitel,
Kapitel,
Metadaten.
Die Spuren müssen synchron bleiben
Wenn eine Person spricht:
muss die Lippenbewegung zum Ton passen.
Mund bewegt sich
↓
passendes Wort hörbar
Wenn der Ton einige hundert Millisekunden später kommt:
wirkt das sofort störend.
Synchronisation ist deshalb ein eigenes Videothema
Besonders wenn Bild und Ton mit unterschiedlichen Geräten aufgenommen werden.
Zum Beispiel:
Kamera
→ Bild
externes Mikrofon / Recorder
→ Ton
Beide müssen später zeitlich zusammengeführt werden.
Die klassische Klappe hat einen technischen Zweck
Filmklappe beziehungsweise Händeklatschen erzeugt gleichzeitig:
ein sichtbares Ereignis
und:
einen deutlichen Tonimpuls.
Klappe schließt
↓
sichtbarer Moment
+
lautes Geräusch
Diese beiden Signale können beim Schnitt leicht synchronisiert werden.
Moderner Ton kann automatisch synchronisiert werden
Schnittsoftware kann häufig die Audiospuren analysieren und anhand ähnlicher Wellenformen ausrichten.
Trotzdem bleibt eine deutliche Synchronisationsreferenz hilfreich.
Schlechter Ton zerstört gutes Video überraschend schnell
Ein leicht weniger scharfes Bild kann ein Zuschauer akzeptieren.
Schlecht verständliche Sprache:
Hall,
Wind,
Übersteuerung,
starkes Rauschen
machen ein Video dagegen schnell anstrengend.
Deshalb erhält Ton später einen eigenen Grundlagenartikel.
Was ist eine Videodatei?
Hier beginnt eine häufige Begriffsverwirrung.
Eine Datei heißt beispielsweise:
video.mp4
Viele schließen daraus:
MP4
=
Videokompression
Das stimmt so nicht.
MP4 ist in erster Linie ein Containerformat.
Container und Codec unterscheiden
Vereinfacht:
Container
=
Schachtel
In dieser Schachtel können liegen:
Videospur
Audiospur
Untertitel
Metadaten
Codec
Der Codec beschreibt dagegen, wie Bild- beziehungsweise Toninformationen:
kodiert
und:
dekodiert
werden.
Rohes Video
↓
Encoder
↓
komprimierter Videostream
Beim Abspielen:
komprimierter Videostream
↓
Decoder
↓
sichtbare Frames
MP4 kann unterschiedliche Videocodecs enthalten
Darum sagt:
Datei.mp4
noch nicht vollständig:
wie das Video intern komprimiert wurde.
Das vertiefen wir im späteren Beitrag über Codecs und Container.
Warum braucht Video starke Kompression?
Stellen wir uns vollkommen unkomprimiertes Video vor.
Ein einzelner 4K-Frame enthält:
mehr als acht Millionen Pixel.
Davon gibt es vielleicht:
30 oder 60 pro Sekunde.
Zusätzlich besitzt jeder Pixel mehrere Farbwerte.
Die Datenmenge wäre gewaltig.
Video besitzt aber enorme Redundanz
In zwei aufeinanderfolgenden Frames ändert sich häufig nur ein kleiner Teil.
Beispiel Interview:
Frame 1
Person sitzt vor Wand
Frame 2
dieselbe Wand
Person bewegt Mund leicht
Warum sollte die gesamte unveränderte Wand jedes Mal vollständig neu gespeichert werden?
Videokompression nutzt zeitliche Ähnlichkeit
Vereinfacht:
Frame A
→ vollständig speichern
Danach:
Frame B
→ nur Unterschiede zu A
Frame C
→ weitere Unterschiede
Das kann die Datenmenge drastisch reduzieren.
Schlüsselbilder
Bestimmte Frames werden weitgehend vollständig gespeichert.
Andere Frames beziehen sich auf vorherige beziehungsweise weitere Bildinformationen.
Das grundlegende Prinzip erlaubt hohe Kompression.
Dadurch ist Videobearbeitung technisch anspruchsvoller als Fotobearbeitung
Bei einem JPEG muss Software ein einzelnes Bild dekodieren.
Bei stark komprimiertem Video kann ein gewünschter Frame von anderen Frames abhängen.
Frame 125
↓
braucht Informationen aus
Frame 120 usw.
Das belastet:
CPU,
GPU,
Decoder.
Aufnahme-Codec und Schnitt-Codec können unterschiedliche Ziele haben
Ein Kameraformat soll vielleicht:
kleine Dateien
auf die Speicherkarte schreiben.
Ein Schnittformat soll:
schnell dekodierbar
und:
präzise bearbeitbar
sein.
Ein Webformat soll wiederum:
kleine Datenmenge
bei guter visueller Qualität
erreichen.
Deshalb existieren mehrere Videostufen
Aufnahme
↓
Schnitt
↓
Master
↓
Webexport
Dasselbe Video kann in jeder Stufe anders codiert sein.
Der Aufnahme-Codec ist nicht automatisch der beste Webcodec
Die Kamera optimiert für:
Aufzeichnung,
Qualität,
Hardware.
Der Browser beziehungsweise Streamingdienst besitzt andere Anforderungen.
Transcoding
Das Umwandeln eines Videos von einer Kodierung in eine andere wird häufig als:
Transcoding
bezeichnet.
Quellvideo
↓
Dekodieren
↓
neu kodieren
↓
Zielvideo
Jede verlustbehaftete Neukodierung kann Qualität kosten
Ähnlich wie beim JPEG.
Deshalb sollte nicht unnötig immer wieder aus stark komprimierten Zwischenversionen neu exportiert werden.
Besser:
hochwertiger Master
↓
Zielderivate
Bitrate
Ein weiterer wichtiger Begriff lautet:
Bitrate.
Sie beschreibt vereinfacht, wie viele Daten pro Zeiteinheit für das Video verwendet werden.
Beispielsweise:
Megabit pro Sekunde
Höhere Bitrate bedeutet mehr Daten
Vereinfacht:
höhere Bitrate
→ mehr mögliche Bildinformation
→ größere Datei
niedrigere Bitrate
→ kleinere Datei
→ stärkere Kompression
Aber Bitrate allein bestimmt nicht die Qualität.
Ein effizienterer Codec kann mit weniger Daten auskommen
Codec A benötigt vielleicht eine höhere Bitrate für ähnliche visuelle Qualität als Codec B.
Darum ist die Aussage:
20 Mbit/s
=
besser als 10 Mbit/s
nur sinnvoll, wenn weitere Bedingungen vergleichbar sind.
Auch der Bildinhalt beeinflusst den Datenbedarf
Ein ruhiges Interview vor glatter Wand:
wenig Bewegung
+
einfache Flächen
ist relativ leicht zu komprimieren.
Konfetti im Stadion
tausende kleine Details
+
schnelle Bewegung
+
Menschen
+
Kamera bewegt sich
ist wesentlich schwieriger.
Der Codec muss ständig viele Veränderungen beschreiben.
Wasser, Blätter und Rauch sind ebenfalls anspruchsvoll
Viele feine, ständig wechselnde Strukturen erhöhen den Kompressionsbedarf.
Deshalb kann dieselbe Bitrate bei unterschiedlichen Videos sichtbar andere Qualität liefern.
Dateigröße lässt sich grob aus Bitrate und Laufzeit verstehen
Konzeptionell:
Bitrate
×
Dauer
≈
Datenmenge
Je länger das Video:
desto größer die Datei.
Je höher die Bitrate:
ebenfalls.
Video ist deshalb teuer für Websites
Nicht zwangsläufig finanziell, aber hinsichtlich:
Bandbreite,
Ladezeit,
Speicher,
Datenvolumen.
Ein einziges Hero-Video kann mehr Daten verursachen als dutzende optimierte Bilder.
Autoplay-Videos sind besonders kritisch
Eine Startseite lädt sofort:
20 MB Video.
Der Nutzer wollte vielleicht nur:
eine Telefonnummer finden.
Das ist unnötiger Datenverbrauch.
Video sollte deshalb auf Websites bewusst eingesetzt werden.
Video muss einen Nutzen haben
Gute Gründe können sein:
Bewegung erklären
Produktfunktion zeigen
Atmosphäre vermitteln
Ablauf demonstrieren
Schwächerer Grund:
weil Video moderner aussieht
Hintergrundvideo versus Inhaltsvideo
Ein Hintergrundvideo erfüllt hauptsächlich eine visuelle Funktion.
Ein Inhaltsvideo vermittelt konkrete Information.
Diese beiden Arten sollten unterschiedlich behandelt werden.
Hintergrundvideo
Typisch:
kurz,
ohne wichtigen Ton,
wiederholbar,
stark komprimiert.
Inhaltsvideo
Beispielsweise Tutorial oder Interview.
Hier sind wichtiger:
Sprache,
Untertitel,
Steuerung,
Kapitel,
gute Tonqualität.
Video und Barrierefreiheit
Wenn wichtige Informationen nur gesprochen werden:
können Nutzer ohne Ton beziehungsweise mit Hörbeeinträchtigung sie nicht erhalten.
Untertitel sind deshalb für viele Inhalte wichtig.
Informationen nicht ausschließlich im Video verstecken
Ein Artikel mit Video sollte zentrale Informationen häufig zusätzlich als:
Text,
Transkript,
Zusammenfassung
bereitstellen.
Das hilft:
Zugänglichkeit,
Suchbarkeit,
schnelles Erfassen.
Video und responsive Webdesign
Wie bei Bildern muss Video auf unterschiedlichen Displays funktionieren.
Desktop
Tablet
Smartphone
Das Video kann nicht einfach davon ausgehen:
jeder besitzt einen 16:9-Desktopmonitor.
Vertikale Darstellung
Ein breites Video kann auf einem Hochkant-Smartphone sehr klein erscheinen.
┌─────────┐
│ │
│█████████│
│ Video │
│█████████│
│ │
│ │
└─────────┘
Viel Displayfläche bleibt ungenutzt.
Vertikales Video auf Desktop
Umgekehrt:
┌──────────────────────────────┐
│ █████ │
│ █ █ │
│ █ █ │
│ █████ │
└──────────────────────────────┘
kann sehr viel Leerraum erzeugen.
Deshalb kann ein Video mehrere Varianten benötigen
Zum Beispiel:
16:9
→ Website Desktop
9:16
→ Short-Video-Plattform
1:1
→ bestimmte Social Cards
Das ist ähnlich wie Art Direction bei Bildern.
Einfach automatisches Cropping kann problematisch sein
Eine Person läuft durch das Bild.
Ein vertikaler Crop müsste möglicherweise dynamisch folgen.
Sonst verschwindet die Person außerhalb des Ausschnitts.
Auto-Reframing
Moderne Schnittsysteme können das Hauptmotiv erkennen und einen Crop automatisch nachführen.
breites Original
↓
Person erkennen
↓
vertikalen Ausschnitt bewegen
↓
9:16-Version
Das kann viel Arbeit sparen.
Trotzdem sollte das Ergebnis kontrolliert werden.
Video besitzt eine Zeitstruktur
Fotografie fragt:
Was befindet sich im Bild?
Video fragt zusätzlich:
Wann passiert was?
Ein Video besitzt daher:
Anfang,
Entwicklung,
Ende.
Eine Einstellung
Ein ununterbrochen aufgenommenes Stück Video wird häufig als:
Shot
beziehungsweise Einstellung bezeichnet.
Aufnahme startet
↓
durchgehender Clip
↓
Aufnahme endet
Szene
Mehrere Einstellungen können gemeinsam eine Szene bilden.
Zum Beispiel:
Totale Raum
↓
Person spricht
↓
Detail Hände
↓
Produktdetail
Schnitt
Beim Schnitt werden verschiedene Clips zeitlich angeordnet.
Clip A
↓
Clip B
↓
Clip C
Dadurch entsteht:
Rhythmus,
Erzählung,
Bedeutung.
Video ist dadurch mehr als bewegte Fotografie
Die Reihenfolge zweier Bilder kann ihre Bedeutung verändern.
Person schaut
↓
Kuchen
wirkt anders als:
Person schaut
↓
Unfall
Obwohl das erste Bild identisch sein könnte.
Die Montage schafft Zusammenhang.
Schnitt erzeugt Informationshierarchie über Zeit
Bei einer Website ordnet visuelle Hierarchie Informationen räumlich.
Video ordnet sie zusätzlich zeitlich.
zuerst
↓
danach
↓
zuletzt
Aufmerksamkeit ist im Video stärker kontrolliert
Auf einer Website kann der Nutzer sofort nach unten scrollen.
Im Video muss er grundsätzlich warten, bis ein späterer Inhalt erreicht wird.
Deshalb ist Video weniger effizient für Informationen, die Nutzer sehr schnell nachschlagen möchten.
Video eignet sich besonders für Prozesse
Zum Beispiel:
Schritt 1
↓
Schritt 2
↓
Schritt 3
Bewegung kann dabei leichter verständlich sein als mehrere statische Bilder.
Beispiel Produkt
Statt zu beschreiben:
Hebel nach links drücken und Deckel nach oben schieben.
kann ein fünfsekündiges Video die Bewegung direkt zeigen.
Bildschirmaufnahmen
Video eignet sich auch hervorragend für Softwareprozesse.
Maus bewegt sich
↓
Button anklicken
↓
Fenster öffnet sich
Allerdings sollte ein Tutorial nicht unnötig langsam sein.
Geschwindigkeit des Informationskonsums
Text kann der Nutzer:
überfliegen,
überspringen,
zurückspringen,
suchen.
Video gibt ein Tempo stärker vor.
Deshalb sollten einfache Fakten oft weiterhin als Text angeboten werden.
Was ist eine Timeline?
In Schnittprogrammen wird Video typischerweise auf einer Zeitachse angeordnet.
Zeit →
─────────────────────────────
Video 1 █████████
Video 2 ███████
Audio █████████████████
Das ist die Timeline.
Mehrere Spuren
Eine Timeline kann enthalten:
Videospur 1,
Videospur 2,
Audio,
Musik,
Titel,
Untertitel.
V3 Titel
V2 B-Roll
V1 Hauptvideo
A1 Sprache
A2 Musik
A3 Effekte
A-Roll
Als A-Roll wird häufig das zentrale Hauptmaterial bezeichnet.
Zum Beispiel:
Interviewperson spricht.
B-Roll
Ergänzende Bilder.
Zum Beispiel:
Person arbeitet,
Gebäude außen,
Produktdetail,
Hände,
Umgebung.
Warum ist B-Roll wichtig?
Ein fünfminütiges Interview nur als:
sprechender Kopf
kann visuell monoton sein.
B-Roll zeigt, worüber gesprochen wird.
B-Roll kann außerdem Schnitte verdecken
Eine Person sagt:
Wir arbeiten seit ...
äh ...
zwanzig Jahren hier.
Der Versprecher wird herausgeschnitten.
Dabei springt das Bild sichtbar.
Legt man B-Roll darüber:
Arbeitsplatz
bleibt der Audioschnitt unsichtbarer.
Jump Cut
Wenn innerhalb derselben Kameraperspektive ein Stück entfernt wird:
Position A
↓
Schnitt
↓
Position B
springt die Person sichtbar.
Das kann stilistisch gewollt sein.
Oder mit B-Roll verdeckt werden.
Übergänge
Ein Schnitt muss nicht immer mit spektakulärer Animation versehen werden.
Der einfache harte Schnitt ist eines der wichtigsten Videowerkzeuge.
Clip A
|
Clip B
Zu viele Übergangseffekte
können schnell amateurhaft wirken.
Wir behandeln das im Artikel über Videobearbeitung ausführlicher.
Video kann skaliert und gecroppt werden
Wie ein Bild.
Aber jede Skalierung gilt für viele Frames.
Ein Crop muss während der gesamten Einstellung funktionieren.
Kamerabewegung
Video besitzt zusätzlich aktive Kamerabewegung.
Zum Beispiel:
Schwenk,
Neigung,
Fahrt,
Handkamera.
Pan
Horizontaler Schwenk:
Kamera
→→→
Tilt
Vertikale Bewegung:
Kamera
↑
↓
Dolly beziehungsweise Kamerafahrt
Die Kamera verändert ihre Position im Raum.
Kamera
↓
bewegt sich auf Motiv zu
Das verändert die Perspektive.
Zoom ist etwas anderes
Wie im Artikel über Brennweite gilt:
Zoom
→ Bildwinkel ändert sich
→ Kamerastandpunkt bleibt
Kamerafahrt
→ Standpunkt ändert sich
→ Perspektive ändert sich
Video macht diesen Unterschied besonders sichtbar.
Stabilisierung
Handkamera enthält kleine Bewegungen.
Diese können:
lebendig,
dokumentarisch
wirken.
Oder:
störend.
Optische beziehungsweise sensorbasierte Stabilisierung
Kann Kamerabewegungen bereits bei der Aufnahme reduzieren.
Elektronische Stabilisierung
Software analysiert Bewegungen und verschiebt beziehungsweise croppt das Bild entsprechend.
wackelndes Bild
↓
Bewegung analysieren
↓
digital ausgleichen
↓
ruhigeres Video
Stabilisierung braucht Cropreserve
Wenn der Bildausschnitt digital verschoben wird:
muss an den Rändern zusätzliche Bildinformation vorhanden sein.
Deshalb kann höhere Aufnahmeauflösung hilfreich sein.
Zu starke Stabilisierung
Kann unnatürliche:
Verformungen,
Wabbeln,
Sprünge
erzeugen.
Besonders wenn:
Rolling Shutter
und:
Kamerabewegung
zusammentreffen.
Video und Fokus
Autofokus bekommt bei Video eine zusätzliche Herausforderung.
Bei einem Foto muss der Fokus beim Auslösen stimmen.
Bei Video muss er während der gesamten Aufnahme stimmen.
Sekunde 1
→ scharf
Sekunde 2
→ scharf
Sekunde 3
→ scharf
Fokusänderung ist sichtbar
Wenn der Autofokus plötzlich:
Hintergrund,
Gesicht,
Vordergrund
abwechselnd auswählt, sieht der Zuschauer jeden Wechsel.
Deshalb ist ein extrem schneller Fokus nicht automatisch der schönste Fokus
Ein sanfter Übergang kann bei Video angenehmer sein.
Fokus-Pumping
Motiv scharf
↓
kurz unscharf
↓
Hintergrund scharf
↓
Motiv wieder scharf
wirkt störend.
Besonders in Interviews.
Manueller Fokus
Bei kontrollierten Videos kann er sehr sinnvoll sein.
Zum Beispiel:
Produktaufnahme,
statisches Interview,
geplante Fokusfahrt.
Schärfentiefe als Sicherheitsreserve
Ein Interview bei:
f/1.2
kann spektakulär aussehen.
Bewegt die Person den Kopf aber wenige Zentimeter:
können die Augen aus der Fokuszone geraten.
Ein etwas stärker geschlossenes:
f/2.8
kann praktisch wesentlich robuster sein.
Video bedeutet Konsistenz über Zeit
Ein Foto darf eine einzige perfekte Millisekunde zeigen.
Im Video muss beispielsweise das Licht für:
30 Sekunden
gleichmäßig funktionieren.
Automatischer Weißabgleich kann problematisch sein
Die Person bewegt sich.
Der Bildinhalt verändert sich.
Die Kamera entscheidet plötzlich:
etwas wärmer
und fünf Sekunden später:
etwas kühler
Der Zuschauer sieht die Farbveränderung.
Für kontrollierte Aufnahmen kann fester Weißabgleich sinnvoll sein
Weißabgleich
→ fix
Damit bleiben Hauttöne während des Clips konstant.
Automatische Belichtung kann ebenfalls pumpen
Person bewegt sich vor hellem Fenster.
Kamera reagiert:
Bild dunkler
Person verlässt Fensterbereich.
Bild heller
Das kann sichtbar unruhig wirken.
Deshalb wird bei kontrollierten Videodrehs häufig mehr manuell festgelegt
Zum Beispiel:
Blende,
Verschlusszeit,
ISO,
Weißabgleich.
Nicht weil Automatik grundsätzlich schlecht ist.
Sondern weil zeitliche Konsistenz wichtiger wird.
Videoaufnahme und Videoschnitt sind getrennte Phasen
Aufnahme:
Kamera
↓
Clips
Bearbeitung:
Clips
↓
Schnitt
↓
fertiges Video
Gute Aufnahme spart Schnittarbeit
Falsches Licht,
schlechter Ton,
dauernder Fokusfehler
lassen sich nicht beliebig reparieren.
Wie bei der Bildbearbeitung gilt:
gute Aufnahme
↓
Bearbeitung verfeinert
statt:
Aufnahme egal
↓
Postproduktion repariert alles
Trotzdem ist Video stark von Postproduktion geprägt
Der Schnitt entscheidet:
welche Momente bleiben,
welche verschwinden,
wie schnell die Geschichte erzählt wird.
Ein zweistündiges Interview kann fünf Minuten Video ergeben
120 Minuten Rohmaterial
↓
Auswahl
↓
5 Minuten Endfassung
Das ist kein ungewöhnliches Verhältnis.
Rohmaterial ist nicht das Endprodukt
Deshalb sollte der Speicherbedarf nicht nur anhand der fertigen Videolänge geplant werden.
Aufnahmeratio
Für eine Minute fertiges Video können beispielsweise:
mehrere Minuten
oder sogar deutlich mehr Rohmaterial entstehen.
Je nach Produktionsart.
Video produziert große Datenmengen
Beispiel:
mehrere Kameras,
4K,
hohe Bitrate,
mehrere Stunden.
Sehr schnell entstehen:
hunderte Gigabyte.
Speicherworkflow ist deshalb wichtig
Speicherkarte
↓
Arbeitsstorage
↓
Backup
↓
Schnitt
↓
Master
↓
Archiv
Speicherkarte ist kein Archiv
Nach dem Dreh sollte Material möglichst zeitnah:
kopiert
und:
gesichert
werden.
Das verbindet Video direkt mit Backup-Grundlagen.
Ein Projekt besitzt mehr als Videodateien
Zum Beispiel:
Projekt
├── Video
├── Audio
├── Musik
├── Grafiken
├── Untertitel
├── Projektdatei
└── Exporte
Wenn nur die Videoclips gesichert werden, ist das Projekt nicht vollständig wiederherstellbar.
Projektdatei
Das Schnittprogramm speichert darin beispielsweise:
Clipreihenfolge,
Schnitte,
Effekte,
Titel,
Audioeinstellungen.
Ohne diese Datei müsste das Video möglicherweise komplett neu geschnitten werden.
Medien sind häufig nicht in der Projektdatei enthalten
Die Projektdatei kann nur auf externe Dateien verweisen.
Projekt
→ verweist auf clip001.mp4
Fehlt clip001.mp4:
ist das Projekt unvollständig.
Ordnerstruktur
Ein einfacher robuster Aufbau könnte sein:
projekt-name/
├── 01_video/
├── 02_audio/
├── 03_grafiken/
├── 04_musik/
├── 05_projekt/
├── 06_exports/
└── 07_master/
Die genaue Struktur ist weniger wichtig als:
Konsequenz.
Proxies
Hochauflösendes Video kann den Schnittrechner stark belasten.
Eine Lösung sind sogenannte:
Proxy-Dateien.
Proxy
Eine kleinere beziehungsweise leichter dekodierbare Arbeitskopie.
4K Original
↓
Proxy erzeugen
↓
leichte Schnittdatei
Während des Schnitts verwendet die Software den Proxy.
Beim finalen Export wieder das hochwertige Original.
Vorteil
flüssiger Schnitt
+
Originalqualität beim Export
Das ist besonders bei:
4K,
6K,
8K,
komplexen Codecs
praktisch.
Proxy ist kein endgültiges Webvideo
Es ist eine reine Arbeitsdatei.
Masterdatei
Nach dem Schnitt sollte es idealerweise eine hochwertige finale Version geben.
Schnittprojekt
↓
hochwertiger Master
Aus diesem Master entstehen verschiedene Ausgaben.
Ein Master, mehrere Derivate
Video-Master
├── Website
├── Social 16:9
├── Social 9:16
├── Präsentation
└── Archiv
Dasselbe Prinzip kennen wir bereits aus der Bildbearbeitung.
Webvideo sollte nicht das Archivmaster sein
Wenn du ein stark komprimiertes:
8-Mbit/s-Webvideo
später für einen neuen hochwertigen Export verwendest, startest du bereits mit reduzierten Daten.
Besser:
hochwertiger Master
↓
neuer Webexport
Video für Websites
Es gibt grundsätzlich mehrere Möglichkeiten.
Zum Beispiel:
Video selbst hosten,
spezialisierten Videodienst verwenden,
externe Plattform einbetten.
Jede Variante hat andere Vor- und Nachteile.
Selbsthosting
Vorteile können sein:
volle Kontrolle,
keine fremde Plattformoberfläche.
Nachteile:
Bandbreite,
Transcoding,
adaptive Auslieferung,
Speicher,
Performance
müssen selbst gelöst werden.
Videoplattform
Kann übernehmen:
Kodierung,
verschiedene Auflösungen,
Streaming,
Player,
Bandbreite.
Dafür erhält ein externer Dienst mehr Kontrolle über den Auslieferungsweg.
Websitevideo ist nicht einfach eine riesige MP4-Datei
Für ein professionelles System spielen unter anderem eine Rolle:
Codec
Container
Bitrate
Auflösung
Browserkompatibilität
Streaming
Untertitel
Posterbild
Posterbild
Bevor das Video startet, kann ein statisches Vorschaubild angezeigt werden.
Poster
↓
Play
↓
Video
Das kann visuell und hinsichtlich Performance sehr wichtig sein.
Ein gutes Posterbild ersetzt oft sofortige Videoladung
Der Nutzer sieht:
ein attraktives Bild
und kann selbst entscheiden:
ob er das Video startet.
Das spart Daten gegenüber aggressivem Autoplay.
Lazy Loading
Videoressourcen können teilweise erst geladen werden, wenn sie tatsächlich benötigt werden.
Das ist besonders bei Videos weiter unten auf langen Seiten relevant.
Core Web Vitals
Große Videos können indirekt die wahrgenommene Performance einer Website verschlechtern.
Zum Beispiel wenn:
Hero-Ressourcen konkurrieren,
Layout spät entsteht,
große Datenmengen sofort übertragen werden.
Das verbindet Video mit Core Web Vitals und Webperformance.
Video im Hero
Kann visuell beeindruckend sein.
Aber sollte besonders kritisch bewertet werden.
Mehrwert der Bewegung
?
Datenmenge
?
Ablenkung
?
Lesbarkeit
?
Mobile
?
Bewegung konkurriert mit Text
Wenn hinter einer Überschrift ständig viel passiert:
wird Lesen schwieriger.
Wie bei visueller Hierarchie gilt:
Aufmerksamkeit ist begrenzt.
Ruhiges Hintergrundvideo
Wenn Video hinter Text eingesetzt wird, sollte es typischerweise:
langsam,
kontrastarm in der Textzone,
visuell ruhig
sein.
Video sollte keinen essentiellen Text enthalten
Ein Hintergrundvideo mit eingebrannten kleinen Informationen ist auf unterschiedlichen Displaygrößen problematisch.
Wichtiger Inhalt gehört in:
HTML,
Untertitel,
begleitenden Text.
Ton bei Autoplay
Automatisch startender Ton ist für Nutzer besonders störend.
Hintergrundvideos funktionieren deshalb typischerweise ohne zwingend benötigten Ton.
Schleifen
Ein kurzes Hintergrundvideo kann wiederholt werden.
Anfang
↓
Ende
↓
Anfang
Der Übergang sollte möglichst wenig auffallen.
Nahtloser Loop
Idealerweise passen:
Bewegung,
Kameraposition,
Licht
an Anfang und Ende zusammen.
Langer Clip ist für Loop unnötig
Wenn eine fünfsekündige Bewegung die gewünschte Wirkung liefert:
braucht ein Hero vielleicht kein zweiminütiges Video.
Dateigröße multipliziert sich mit Besuchern
Angenommen, ein Hero-Video besitzt:
10 MB
und wird von:
10.000 Besuchern
vollständig geladen.
Dann entstehen theoretisch:
100.000 MB
also ungefähr:
100 GB
übertragene Daten.
Videooptimierung ist deshalb nicht nur technische Eleganz.
Sie beeinflusst reale Infrastruktur.
Streaming
Bei längerem Video muss der Nutzer nicht zwangsläufig die vollständige Datei herunterladen, bevor die Wiedergabe beginnt.
Streaming liefert Daten fortlaufend.
Server
→ Stück 1
→ Stück 2
→ Stück 3
→ ...
Progressive Wiedergabe
Auch eine normale Videodatei kann teilweise bereits abgespielt werden, während weitere Daten geladen werden.
Adaptives Streaming
Fortgeschrittene Systeme können mehrere Qualitätsstufen bereitstellen.
360p
720p
1080p
4K
Der Player kann je nach:
Verbindung,
Display,
Gerät
eine passende Variante auswählen.
Das erinnert an responsive Bilder
Bei Bildern:
Browser wählt
passende Bildgröße
Bei adaptivem Video:
Player wählt
passende Videovariante
Das Grundproblem ist ähnlich:
Nicht jedem Nutzer dieselbe riesige Datei schicken.
Video und Suchmaschinen
Ein Video kann einen Artikel sinnvoll ergänzen.
Die Seite sollte dennoch verständlichen Text besitzen.
Metadaten, Überschrift, Kontext und gegebenenfalls Transkript helfen dabei, den Inhalt einzuordnen.
Dateiname allein reicht nicht
video-final-7.mp4
sagt wenig.
Die semantische Einbettung auf der Website ist wichtiger.
Thumbnail beziehungsweise Poster
beeinflusst stark:
ob Nutzer das Video überhaupt anklicken.
Es ist im Grunde das Titelbild des Videos.
Gute Video-Thumbnails
brauchen:
klares Motiv,
gute Bildkomposition,
Lesbarkeit bei kleiner Größe.
Hier gelten viele der Fotografiegrundlagen unverändert.
Untertitel
Untertitel können:
gesprochene Sprache
als Text darstellen.
Sie sind hilfreich für:
Barrierefreiheit,
Videos ohne Ton,
fremdsprachige Inhalte.
Eingebrannte versus separate Untertitel
Eingebrannt:
Text ist Teil des Bildes
Separate Untertitel:
Text ist eigene Spur
Separate Untertitel besitzen Vorteile:
ein-/ausschaltbar,
übersetzbar,
zugänglicher,
suchbarer.
Eingebrannte Untertitel können trotzdem bei Social Video sinnvoll sein
Besonders wenn eine Plattform beziehungsweise Nutzungssituation stark auf stumm abgespielte Kurzvideos ausgerichtet ist.
Für flexible Websitevideos sind separate Spuren häufig eleganter.
Video und KI
KI kann inzwischen fast jede Stufe eines Videoworkflows unterstützen.
Zum Beispiel:
Transkription,
Untertitel,
Schnittvorschläge,
Objekterkennung,
Rauschreduzierung,
Sprachverbesserung,
Reframing.
Automatische Transkription
Audiospur
↓
Spracherkennung
↓
Text
Daraus können entstehen:
Untertitel,
Transkript,
Kapitel,
Suchindex.
Szenenerkennung
Ein System kann Schnittpunkte beziehungsweise Motivwechsel erkennen.
Clip
↓
Analyse
↓
Szene 1
Szene 2
Szene 3
Das erleichtert große Archive.
Automatische Highlights
Bei langen Aufnahmen kann ein Modell versuchen:
wichtige Passagen
zu identifizieren.
Die Qualität hängt allerdings stark davon ab, was als „wichtig“ definiert wurde.
Auto-Reframing
Wie bereits beschrieben:
16:9
↓
Person erkennen
↓
9:16 Crop nachführen
Sehr nützlich für Mehrfachausgaben.
Rauschreduzierung
Video besitzt nicht nur einen Frame.
Ein Algorithmus kann zusätzlich zeitliche Informationen nutzen.
Frame vorher
+
aktueller Frame
+
Frame danach
↓
Rauschen besser einschätzen
Das kann sehr leistungsfähig sein.
Gefahr temporaler Artefakte
Wenn Software Details zwischen Frames falsch interpretiert:
können:
Schlieren,
Geisterbilder,
wabernde Strukturen
entstehen.
Generative Video-KI
Ein Video kann inzwischen auch vollständig synthetisch erzeugt beziehungsweise stark verändert werden.
Das ist allerdings ein eigener Themenkomplex.
Die klassischen Grundlagen bleiben trotzdem nützlich.
Denn generative Videos simulieren ebenfalls:
Kamera,
Licht,
Brennweite,
Schärfentiefe,
Bewegung,
Schnitt.
Videoprompt braucht zeitliche Beschreibung
Ein Bildprompt sagt beispielsweise:
Person steht vor Fenster.
Ein Videoprompt muss möglicherweise zusätzlich beschreiben:
Person steht vor Fenster
↓
dreht den Kopf
↓
geht langsam nach rechts
↓
Kamera folgt
Zeit wird zur eigenen Dimension.
Konsistenz ist bei Video noch schwieriger als bei Bild-KI
Ein Bild muss eine Person einmal korrekt darstellen.
Video:
Frame 1
Frame 2
Frame 3
...
muss dieselbe Person fortlaufend konsistent halten.
Typische generative Videofehler
Zum Beispiel:
Hände verändern sich,
Gegenstände verschwinden,
Kleidung wandelt sich,
Hintergrund springt,
Bewegungsphysik wirkt unstimmig.
Klassisches Videowissen hilft bei der Qualitätsprüfung
Fragen:
Ist Bewegung kontinuierlich?
Bleibt Motividentität stabil?
Passt Licht über die Zeit?
Ist Kamerabewegung plausibel?
Bleibt Perspektive konsistent?
Videoautomatisierung
Bei vielen wiederkehrenden Contentvideos können Abläufe standardisiert werden.
Zum Beispiel:
Rohvideo
↓
Transkription
↓
Stille entfernen
↓
Untertitel
↓
Intro/Outro
↓
Webexport
↓
Upload
Nicht jeder Schritt sollte blind automatisiert werden
Ein System kann Pausen entfernen.
Aber vielleicht gehört eine Pause zur:
Dramaturgie,
Betonung,
Emotion.
Automatisierung braucht Regeln.
Template-basierte Produktion
Besonders für:
Newsclips,
Produktvideos,
Social Snippets,
Wissensvideos
können Vorlagen sinnvoll sein.
Intro
↓
Titel
↓
Hauptinhalt
↓
Outro
Designsystem für Video
Wie bei Websites kann eine Videomarke Standards besitzen.
Zum Beispiel:
Schrift
Farben
Lower Thirds
Intro
Übergänge
Musikstil
Untertitel
Logo
Lower Third
Ein Textelement im unteren Bildbereich.
Zum Beispiel:
Anna Beispiel
Produktmanagerin
Der Name kommt historisch von der typischen Platzierung im unteren Bilddrittel.
Typografie im Video
Auch hier gelten viele Grundlagen aus Typografie im Web.
Aber Video hat zusätzliche Einschränkungen:
Text ist nur begrenzte Zeit sichtbar.
Ein Text kann im Web zehn Sekunden betrachtet werden
Im Video verschwindet er vielleicht nach drei Sekunden.
Deshalb sollte er:
kurz,
groß genug,
kontrastreich
sein.
Mobile Video
Ein Untertitel, der auf großem Desktop gut aussieht, kann auf Smartphone:
zu klein
sein.
Video muss ebenfalls responsiv gedacht werden.
Safe Areas
Wichtige Inhalte sollten nicht direkt an den äußersten Bildrand gesetzt werden.
Plattformoberflächen können dort:
Buttons,
Titel,
Bedienelemente
überlagern.
Video für mehrere Plattformen
Dasselbe Mastervideo kann unterschiedliche Ausgaben benötigen.
Master
├── Website 16:9
├── YouTube 16:9
├── Short 9:16
├── Social Feed 4:5
└── Präsentation 16:9
Deshalb schon beim Dreh etwas Raum lassen
Extrem enger Bildausschnitt:
wenig Cropreserve.
Etwas großzügiger:
mehr Möglichkeiten für spätere Varianten.
Aber zu weit aufnehmen und alles später croppen ist ebenfalls nicht ideal
Denn:
Auflösung sinkt,
Bildkomposition wird schwächer,
Licht und Hintergrund wurden eventuell nicht für den engeren Ausschnitt gestaltet.
Idealerweise Plattformen vorher kennen
Wo wird das Video verwendet?
↓
welche Formate?
↓
wie aufnehmen?
Nicht erst nach dem Dreh feststellen:
Wir brauchen das jetzt auch vertikal.
Videoqualität besteht aus vielen Faktoren
Nicht nur Auflösung.
Licht
+
Belichtung
+
Fokus
+
Bewegungsdarstellung
+
Farbe
+
Ton
+
Schnitt
+
Kompression
Ein gutes Video ist ein System.
Die schwächste Komponente kann dominieren
Perfektes 4K-Bild.
Aber:
Ton hallt extrem.
Der Zuschauer empfindet das Video trotzdem als schlecht.
Oder:
hervorragender Ton,
aber Kamera fokussiert ständig auf den Hintergrund.
Deshalb zuerst die Grundlagen stabilisieren
Für viele einfache Videos sind wichtiger:
verständlicher Ton
+
gutes Licht
+
stabile Kamera
+
sauberer Fokus
+
klarer Inhalt
als:
exotische Kameraformate.
Smartphonevideo kann vollkommen ausreichen
Ein modernes Smartphone kann technisch mehr als genug Qualität für viele:
Websitevideos,
Interviews,
Social Clips,
Produktdemos
liefern.
Entscheidend ist die Anwendung
Ein Smartphone auf stabilem Stativ mit:
gutem Licht,
externem Mikrofon
kann wesentlich professioneller wirken als eine teure Kamera mit:
schlechtem Ton,
schlechtem Licht,
wackelnder Aufnahme.
Zubehör nach Problem auswählen
Ton schlecht?
Mikrofon.
Bild wackelt?
Stativ beziehungsweise Stabilisierung.
Gesicht zu dunkel?
Licht.
Motiv zu weit entfernt?
geeignete Brennweite.
Nicht zuerst neue Kamera kaufen
Das ist dieselbe Logik wie bei der Fotografie.
Problem
↓
Ursache
↓
Werkzeug
Ein einfacher Aufnahme-Workflow
Ziel des Videos klären
↓
Ausgabeformat bestimmen
↓
Bildrate und Auflösung festlegen
↓
Licht vorbereiten
↓
Ton prüfen
↓
Kamera positionieren
↓
Fokus und Belichtung
↓
Testaufnahme
↓
eigentliche Aufnahme
Testaufnahme ist bei Video besonders wertvoll
Zehn Sekunden Testclip können zeigen:
Ton übersteuert,
Licht flimmert,
Fokus pumpt,
Hintergrund stört.
Besser vor:
30 Minuten Interview
erkennen.
Kopfhörer
Beim Aufnehmen wichtiger Sprache sollte Ton idealerweise kontrolliert werden.
Eine Pegelanzeige allein verrät nicht:
Hall,
Brummen,
Kabelstörung,
Windgeräusch.
Pegel
Zu leise:
mehr Rauschen bei späterer Verstärkung.
Zu laut:
Clipping.
zu leise
↓
guter Bereich
↓
zu laut / übersteuert
Ton behandeln wir im eigenen Beitrag ausführlich.
Nach dem Dreh
Material kopieren
↓
Backup
↓
Projekt anlegen
↓
Material sichten
↓
Schnitt
↓
Ton
↓
Farbe
↓
Titel / Untertitel
↓
Export
Sichtung
Wie bei Fotos:
Nicht alles verwenden.
Ein Clip kann technisch perfekt sein, aber inhaltlich langweilig.
Rohmaterial markieren
Zum Beispiel:
gut,
möglich,
nicht verwenden.
Das spart beim späteren Schnitt Zeit.
Schnitt zunächst inhaltlich
Erst:
Welche Aussage?
Welche Reihenfolge?
Danach:
Effekte,
Farben,
Animationen.
Inhalt vor Dekoration
Ein schlechter zehnminütiger Vortrag wird nicht durch:
animierte Übergänge
spannend.
Vielleicht sollte er auf:
vier Minuten
gekürzt werden.
Rough Cut
Eine erste grobe Schnittfassung.
Inhalt
↓
Reihenfolge
↓
ungefähre Länge
Fine Cut
Danach werden:
Schnittpunkte,
Timing,
B-Roll,
Ton
präziser.
Color Correction
Technische Farbangleichung.
Zum Beispiel:
Kamera A zu warm,
Kamera B neutral.
Beide werden angeglichen.
Color Grading
Danach kann ein bewusster Look entstehen.
Das Prinzip kennen wir aus Bildbearbeitung.
Mehrere Kameras
Interview mit Kamera A und B.
Beide sollten möglichst ähnlich wirken.
Unterschiedliche:
Weißabgleiche,
Belichtungen,
Farbprofile
machen den Schnitt sichtbar unruhig.
Deshalb beim Dreh konsistent arbeiten
Kamera A
+
Kamera B
↓
gleicher beziehungsweise abgestimmter Weißabgleich
↓
ähnliche Belichtung
Audio kann ebenfalls mehrere Spuren besitzen
Zum Beispiel:
A1
→ Sprecher
A2
→ zweite Person
A3
→ Atmo
A4
→ Musik
Beim Schnitt werden diese gemischt.
Musik ist nicht nur Hintergrundgeräusch
Sie beeinflusst:
Tempo,
Emotion,
Wahrnehmung.
Eine fröhliche Musik unter traurigem Inhalt verändert die gesamte Wirkung.
Lautstärkehierarchie
Sprache sollte bei Informationsvideos typischerweise verständlich bleiben.
Sprache
→ Vordergrund
Musik
→ darunter
Automatisches Ducking
Software kann Musik während Sprache automatisch leiser machen.
Sprecher beginnt
↓
Musik leiser
Sprecher endet
↓
Musik wieder höher
Auch das ist ein Beispiel sinnvoller Automatisierung.
Master exportieren
Nach dem Schnitt sollte eine hochwertige finale Fassung erzeugt werden.
Sie dient als:
Archiv
und:
Quelle für weitere Derivate.
Webexport
Danach kann eine stärker komprimierte Variante entstehen.
Master
↓
Web-Encoding
↓
Websitevideo
Social Export
Vielleicht:
vertikal,
andere Länge,
eingebrannte Untertitel.
Ein Video ist deshalb selten nur eine Datei
Professionelle Betrachtung:
Projekt
+
Master
+
mehrere Ausgaben
Häufige Fehler bei Video
Nur auf Auflösung achten
4K löst keine Probleme mit Licht, Ton oder Fokus.
Bildrate ohne Zweck erhöhen
Mehr Frames erzeugen mehr Daten und verändern die Bewegungswirkung.
Verschlusszeit mit fps verwechseln
Sie beschreiben unterschiedliche Dinge.
Automatischen Weißabgleich während kontrollierter Aufnahme laufen lassen
Farbtemperatur kann sichtbar wechseln.
Kameraautomatik ständig Belichtung ändern lassen
Helligkeit kann pumpen.
Schlechten Ton akzeptieren
Bildqualität kann das nicht kompensieren.
Alles mit maximaler Hintergrundunschärfe filmen
Fokus wird unnötig schwierig.
Ohne Ausgabeformat drehen
Vertikale Version wird später kaum sinnvoll cropbar.
Nur einen einzigen Datenträger verwenden
Rohmaterial kann unwiederbringlich verloren gehen.
Webvideo aus einem bereits stark komprimierten Socialexport erzeugen
Besser aus dem Master neu exportieren.
Riesiges Video direkt als Website-Hintergrund hochladen
Performance und Datenverbrauch leiden.
Jede Szene mit Übergangseffekt verbinden
Der einfache Schnitt ist meistens stärker.
Informationen nur im Video anbieten
Text beziehungsweise Transkript kann schneller und zugänglicher sein.
Untertitel vergessen
Viele Videos werden ohne Ton konsumiert beziehungsweise benötigen sie aus Gründen der Zugänglichkeit.
Ein sinnvolles Grundmodell für digitales Video
Idee
↓
Aufnahme
↓
Rohmaterial
↓
Schnitt
↓
Master
↓
Kodierung
↓
Auslieferung
↓
Wiedergabe
Jede Stufe besitzt eine andere Aufgabe.
Aufnahme
Hier entstehen:
Bild,
Ton,
Bewegung.
Rohmaterial
Ist noch nicht zwangsläufig publikationsfähig.
Schnitt
Ordnet Inhalt über Zeit.
Master
Bewahrt eine hochwertige Endfassung.
Kodierung
Optimiert für den jeweiligen Verwendungszweck.
Auslieferung
Bringt die Datei beziehungsweise den Stream zum Nutzer.
Wiedergabe
Browser, App, Smartphone oder Fernseher dekodieren die Daten.
Das gesamte System
Noch vollständiger:
Motiv
↓
Kamera
↓
Frames + Audio
↓
Codec
↓
Dateien
↓
Schnitt
↓
Master
↓
Web-Encoding
↓
Server / Videodienst
↓
Internet
↓
Player
↓
Decoder
↓
Display + Lautsprecher
↓
Nutzer
Damit wird verständlich, warum Video technisch komplexer ist als eine einzelne Bilddatei.
Video für digitale Selbstmacher
Man muss nicht jeden Teil dieser Kette bis ins Detail beherrschen.
Aber man sollte wissen, welcher Teil welches Problem verursacht.
Bild ruckelt?
Vielleicht:
Bildrate,
Verschlusszeit,
Wiedergabeleistung.
Datei riesig?
Vielleicht:
Codec,
Bitrate,
Auflösung.
Video lädt langsam?
Vielleicht:
Webencoding,
Hosting,
fehlende adaptive Auslieferung.
Sprache klingt schlecht?
Audioaufnahme.
Farben ändern sich?
Weißabgleich beziehungsweise Color Management.
Dieses Verständnis verhindert falsche Lösungen
Problem:
Websitevideo lädt langsam
Lösung ist nicht automatisch:
neue Kamera kaufen
Sondern wahrscheinlich:
Video richtig komprimieren
Oder:
anderes Auslieferungssystem verwenden
Was du dir über digitales Video merken solltest
Digitales Video besteht aus zeitlich aufeinanderfolgenden Einzelbildern und meist einer oder mehreren Audiospuren.
Frames
+
Zeit
+
Audio
=
Video
Ein einzelnes Bild innerhalb eines Videos heißt:
Frame.
Die Anzahl dieser Frames pro Sekunde ist die:
Bildrate.
24 fps
→ 24 Frames pro Sekunde
60 fps
→ 60 Frames pro Sekunde
Die Bildrate bestimmt unter anderem, wie fein Bewegung zeitlich erfasst wird.
Sie ist aber nicht dasselbe wie die Verschlusszeit.
Bildrate
→ wie viele Frames?
Verschlusszeit
→ wie lange wird jeder Frame belichtet?
Dadurch beeinflusst die Verschlusszeit die Bewegungsunschärfe innerhalb jedes Einzelbildes.
Auch die Auflösung gilt pro Frame.
Zum Beispiel:
1920 × 1080
für Full HD beziehungsweise:
3840 × 2160
für verbreitetes UHD-4K.
Mehr Auflösung bedeutet:
mehr Pixel
und damit grundsätzlich:
mehr Daten.
Aber nicht automatisch bessere Bildqualität.
Auflösung
≠
Gesamtqualität
Gutes Video braucht zusätzlich:
Licht
+
Belichtung
+
Fokus
+
Bewegungsdarstellung
+
Ton
+
Schnitt
+
geeignete Kompression
Ein weiterer zentraler Unterschied besteht zwischen Codec und Container.
Codec
→ Wie werden die Daten komprimiert?
Container
→ Wie werden Video, Audio und weitere Spuren gemeinsam verpackt?
Eine Datei wie:
film.mp4
verrät daher noch nicht vollständig, welcher Videocodec darin steckt.
Die Bitrate bestimmt, wie viele Daten ungefähr pro Zeiteinheit verwendet werden.
mehr Bitrate
→ größere Datei
weniger Bitrate
→ stärkere Kompression
Wie gut das Ergebnis aussieht, hängt zusätzlich vom Codec und Bildinhalt ab.
Für den Produktionsworkflow ist außerdem die Trennung von:
Rohmaterial
↓
Schnitt
↓
Master
↓
Webderivat
entscheidend.
Das hochwertige Mastervideo sollte nicht unnötig durch einen bereits stark komprimierten Webexport ersetzt werden.
Aus dem Master können unterschiedliche Versionen entstehen:
Master
├── Website
├── 16:9
├── 9:16
├── Social
└── Präsentation
Damit entspricht der Videoworkflow dem Prinzip aus der Bildbearbeitung:
Ein hochwertiger Master, mehrere zweckgebundene Derivate.
Für Websites sollte Video besonders bewusst eingesetzt werden.
Ein großes automatisch geladenes Hintergrundvideo kann:
Performance,
Datenverbrauch,
Lesbarkeit
verschlechtern.
Video ist dann sinnvoll, wenn Bewegung tatsächlich zusätzliche Information oder Wirkung erzeugt.
Video zeigt etwas,
das ein Bild oder Text
nicht genauso effizient vermittelt.
Genauso wichtig ist der Ton.
Ein technisch perfektes 4K-Bild mit schlecht verständlicher Sprache bleibt ein schlechtes Informationsvideo.
Deshalb gehört guter Ton von Anfang an in die Planung.
Der vollständige digitale Videoweg lässt sich schließlich so zusammenfassen:
Idee
↓
Aufnahme
↓
Frames + Ton
↓
Rohmaterial
↓
Schnitt
↓
Master
↓
Codec + Container
↓
Weboptimierung
↓
Auslieferung
↓
Wiedergabe
Der zentrale Merksatz lautet:
Ein Video ist nicht einfach ein bewegtes Bild und auch nicht einfach eine MP4-Datei. Es ist ein zeitbasiertes Mediensystem aus Bildern, Ton, Kompression, Bearbeitung und Auslieferung.
